Kräuter - die Superhelden in der Küche

Kräuter - die Superhelden in der Küche

Von Claudia Potocki

Kräuter dürfen in keiner guten Küche fehlen. Im Handumdrehen verfeinern sie jedes Gericht in einen Gaumenschmaus. Zu dem sind sie auch noch sehr gesund. Grund dafür sind ihre ätherischen Öle. Diese wirken sich positiv auf das Immunsystem aus.

Der Klassiker unter den Kräutern

Sie ist das beliebteste Kraut der Deutschen - die Petersilie. Sie gibt es in glatter und in krauser Form. Die glatte Variante wird auch als italienische Petersilie bezeichnet. Sie ist aromatischer und intensiver im Geschmack als die krause Sorte. Beim Einkauf greifen die meisten Menschen eher zu der krausen Petersilie. Angeblich soll die glatte Sorte schneller welken - doch das ist ein Irrtum. Wegen der krausen Blätter sieht man ihr nicht auf Anhieb an, dass sie bereits welk ist.

Die Petersilie ist eine echte Vitaminbombe. Sie enthält Vitamin C, E und Vitamin A. Der hohe Gehalt an Vitaminen stärkt das Immunsystem. Außerdem enthält die Petersilie größere Mengen an Eisen und Calcium, weshalb ihr regelmäßiger Verzehr sehr empfehlenswert ist. Die Petersilie wird sehr gerne zum Kochen verwenden, doch man sollte ein starkes Erhitzen vermeiden. Denn die starken Temperaturen zerstören die wertvollen Inhaltstoffe. Hier empfiehlt es sich: das Kraut eher als Topping zu verwenden oder nach dem Kochen beimengen.

Petersilie ist das beliebteste Kraut der Deutschen.

Petersilie ist das beliebteste Kraut der Deutschen.

Der Knoblauch-Ersatz: Bärlauch
Bärlauch ist eine nette Alternative zum Knoblauch, denn die Ausdünstungen am nächsten Tag halten sich in Grenzen! Wichtig bei der Zubereitung: Bärlauch immer hacken oder schneiden, da sich erst nach dem Öffnen der Pflanzenzellen der intensive Duft und Geschmack entfaltet.

Der italienische Klassiker: Basilikum

Basilikum hingegen sollte man weder hacken noch schneiden, denn dadurch werden Zellen zerstört und die Aromastoffe gehen verloren. Stattdessen sollten Basilikumblätter als Ganzes verwendet werden. Tomate-Mozzarella oder Pizza Margherita machen es vor! Verbraucher greifen gerade beim Basilikum häufig zu den Kräutertöpfen. Schon nach zwei, drei Tagen zeigt sich - gerade die sind sehr empfindlich. Wer möglichst lange etwas von seinem Kraut haben möchte, sollte auf jeden Fall Zugluft vermeiden. Noch länger hält sich Basilikum, wenn man ihn in frische Erde umtopft.

Das Gurkenkraut
Dill wird auch Gurkenkraut genannt. Grund dafür: Es passt geschmacklich hervorragend zu Gurken. Wer Dill verspeist, bemerkt schnell einen netten Nebeneffekt: Das Kraut wirkt wie ein natürliches Mundwasser. Also großzügig zugreifen.

Oregano oder Majoran - zum Verwechseln ähnlich!
Oregano und Majoran sind nah miteinander verwandt. Wer einen Blick auf die beiden Kräuter wirft, weiß auch wieso. Denn die beiden Kräuter sehen sich zum Verwechseln ähnlich! Oregano wir auch als Wilder Majoran bezeichnet. Am Geschmack erkennt man dann aber einen deutlichen Unterschied. Der Oregano ist intensiver. Wem Oregano zu bitter ist, kann etwas Olivenöl hinzugeben. Das Öl entzieht dem Kraut Bitterstoffe. Generell gilt ausnahmsweise bei diesen beiden Kräutern: Getrocknet schmecken sie intensiver als frisch.

Oregano schmeckt intensiver als Majoran.

Oregano schmeckt intensiver als Majoran.

Das Trendkraut Minze
Ob im Hugo oder auf dem Sorbet - die Minze verleiht Speisen und Getränken eine frische Note. Verantwortlich dafür ist das ätherische Öl Menthol. Das kühlt nicht nur, sondern lindert auch Kopfschmerzen, Erkältungen und hilft bei Magen-Darm-Problemen. Außerdem fördert es die Konzentration. In der orientalischen Küche ist die Minze schon fester Bestandteil bei warmen Speisen. Seit einiger Zeit findet sie auch in der deutschen Küche immer mehr Anerkennung. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, findet weiter unten ein leckeres Minz-Rezept.

Die richtige Lagerung
Kräuter gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Getrocknet im Töpfchen, als Schnittkraut, in Kräutertöpfen oder als Tiefkühlware. Generell gilt: frische Küchenkräuter weisen ein stärkeres Aroma auf als getrocknete. Wer länger etwas von seinen Kräutern haben möchte, sollte auf die richtige Lagerung achten.

Schnittkräuter sollten möglichst kühl aufbewahrt werden. Dazu müssen zuerst die Stielenden abgeschnitten werden, denn dort sitzen häufig Fäulnisbakterien. Dann werden die Kräuter lose in Frischhaltefolie oder feuchtes Küchenpapier gewickelt und im Kühlschrank aufbewahrt. Schnittkräuter sollten niemals ins Wasser gestellt werden, denn dort wachsen sie weiter und das wertvolle Aroma geht verloren.

Kräutertöpfe bevorzugen einen warmen, sonnigen Platz. Zugluft sollte möglichst vermieden werden. Noch länger halten sie sich, wenn sie in frische Erde umgetopft werden.

Getrocknete Kräuter halten sich deutlich länger als frische. Aber auch hier sollte man nicht vergessen: auch getrocknete Kräuter können verderben. Wer das Döschen mit getrockneten Kräutern während des Kochens über dem dampfenden Topf hält, lässt Feuchtigkeit rein und riskiert so, dass sie verderben. In jedem Fall sollten getrocknete Kräuter nach spätestens einem Jahr ausgetauscht werden.

Stand: 18.09.2017, 11:51