Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittel richtig lagern

Von Katrin Niemann & Stefan Wichmann

Fast 82 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder von uns Jahr für Jahr weg. Ein Grund: Die Lebensmittel werden falsch gelagert und verderben schneller als nötig. Wir haben Tipps für die richtige Lagerung zusammengestellt.

1. Obst & Gemüse
Tipp: Obst und Gemüse erst kurz vor dem Verzehr waschen, der Kontakt mit Wasser macht sie empfindlicher und angreifbarer für Keime.

Obst: Was gehört in den Kühlschrank – was nicht?
Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kann man sich als grobe Faustregel merken: Heimisches liebt es kühl, Exoten mögen es warm. Das heißt im Einzelnen

  • Apfel, Kirsche, Zwetschge & Co. fühlen sich bei unter 8 Grad Celsius besonders wohl.
  • Südfrüchte wie Banane, Mango oder Zitrusfrucht bevorzugen die Lagerung bei über 16 Grad Celsius. Nur wenige Ausnahmen, wie Feige und Kiwi, gehören in den Kühlschrank.
  • Sollen Äpfel und Birnen länger gelagert werden, ist der Keller dafür der beste Ort. Auf Druckstellen achten und die Ware hin und wieder drehen.
  • Es gibt Obstsorten, die das Phytohormon Ethylen stärker absondern als andere und damit den Reifeprozess (und damit auch den Prozess bis zum Verderb) anderer Obstsorten beschleunigen. Starke Ethylen-Produzenten sind zum Beispiel Äpfel, Aprikosen und Pflaumen. Um vorzeitiges Verderben der anderen Früchte zu vermeiden, sollten sie  getrennt voneinander aufbewahrt werden.

Gemüse: Was darf nicht den Kühlschrank?

  • Fast alle Sorten fühlen sich im Kühlschrank wohl
  • Ausnahmen: Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis
  • Salat und Tomaten möglichst getrennt lagern: Tomaten sondern besonders viel Ethylen ab und Salat reagiert sehr empfindlich darauf. Daher diese beiden getrennt voneinander lagern.

Tipps und Tricks:

  • Pilze raus aus der Plastikverpackung! In Plastik bildet sich schneller Schwitzwasser, das lässt die Pilze faulen. Besser in einer Papiertüte oder einfach etwas Küchenrolle lagern!
  • Einfrieren von Erdbeeren, ohne dass sie matschig werden: Erdbeeren auf einem Blech (oder andere große Form auf der die Erdbeeren nebeneinander Platz haben) vorfrosten. So frieren sie einzeln und können anschließend hart  in einen Gefrierbeutel oder anderen Behälter umgefüllt werden.

So bleibt Obst lange frisch

Wer nicht gerade einen großen Obstgarten hat, muss Äpfel, Pflaumen und Beeren oft teuer einkaufen. Umso ärgerlicher, wenn die Früchte innerhalb kürzester Zeit braune Stellen oder gar Schimmel aufweisen. So lagern Sie Ihr Obst richtig.

Ein Korb mit Obst

Eine große Schale randhoch mit buntem Obst gefüllt ist der Hingucker in jeder Küche. Allerdings ist das Stillleben auch die denkbar schlechteste Art der Lagerung. Zum einen fühlt sich nicht jede Frucht bei Zimmertemperatur wohl, zum anderen vertragen sich einige Arten untereinander überhaupt nicht.

Eine große Schale randhoch mit buntem Obst gefüllt ist der Hingucker in jeder Küche. Allerdings ist das Stillleben auch die denkbar schlechteste Art der Lagerung. Zum einen fühlt sich nicht jede Frucht bei Zimmertemperatur wohl, zum anderen vertragen sich einige Arten untereinander überhaupt nicht.

Deshalb sollten einige Früchte getrennt gelagert werden. Das sieht zwar weniger imposant aus, verlängert aber die Frische der Vitaminlieferanten. Nach der Ernte reifen Obstsorten wie Äpfel, Aprikosen und Pflaumen nach und sondern das Phytohormon Ethylen stärker ab als andere. Damit beschleunigen sie den Reifungsprozess anderer Früchte. Wer das vermeiden will, muss sie trennen.

Kirschen zählen zu den Obstarten, die nicht nachreifen, aber einen umsichtigen Umgang einfordern. Früchte mit Rissen und Quetschungen sollten aussortiert werden, ansonsten bildet sich schnell Schimmel. Der "Bundesverband der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse" rät, Kirschen längstens zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks zu lagern. Dabei den Stiel erst nach dem Waschen entfernen, damit das Aroma nicht ausgewaschen wird.

Auch Zwetschgen und Pflaumen sollten schnell verzehrt werden. Eingeschlagen in einem feuchten Tuch bleiben sie im Kühlschrank bis zu drei Tage frisch. Da sie auch viel Ethylen abgeben, sollten sie nicht in der Nähe von ethylen-empfindlichen Gemüse wie Brokkoli, Gurken oder Tomaten liegen.

Wer Erdbeeren nicht sofort essen kann, kann sie ungewaschen und abgedeckt ein bis zwei Tage im Kühlschrank lagern. Damit sie nicht wässerig werden, sollten die grünen Kelchblätter erst nach dem Waschen entfernt werden. Tipp: In der Gefriertruhe können sie bis zu einem Jahr aufbewahrt werden.

Besonders vorsichtig sollte man Himbeeren, Brombeeren und Co. behandeln. Sie sind sehr druckempfindlich und anfällig für Schimmel. Am besten unmittelbar nach dem Einkauf oder Pflücken zubereiten. Dabei die zarten Beeren nur unter einem schwachen Brausestrahl mit Wasser waschen.

Steinobst wie Pfirsiche, Nektarinen, Kirschen und Mirabellen hält sich an einem kühlen Ort rund drei Tage. Im Kühlschrank bleiben die Früchte bis zu einer Woche frisch. Allerdings verlieren sie dort auch schnell an Aroma. Da Steinobst sehr druckempfindlich ist und braune Stellen entwickelt, sollte man die Früchte nicht aufeinander stapeln.

Auf keinen Fall in den Kühlschrank gehören Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen oder Limetten. Trocken und luftig gelagert halten sie sich mindestens eine Woche bei Zimmertemperatur, Zitronen oder Grapefruits sogar länger. Aber: Unbehandelte Zitrusfrüchte verderben schneller.

Exotische Früchte wie Bananen, Mango, Kiwi und Ananas mögen ebenfalls keine Kälte. Sie lagern am besten bei Zimmertemperatur und halten sich dann rund eine Woche. Nur wenige Ausnahmen wie Feigen und Kiwi gehören in den Kühlschrank.

Angeschnittenes Obst gehört dagegen immer in den Kühlschrank. Dabei die Schnittfläche mit Frischhaltefolie bedecken und möglichst schnell die Reste aufbrauchen.

Kann ich das noch essen? Das Geschäft mit der Haltbarkeit

Yvonne mit Alufolie und Tuppadose

Zu viel gekocht, Fehlkauf, fehlender Überblick, falsche Aufbewahrung oder abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum - Gründe gibt es viele, weshalb Lebensmittel weggeworfen werden. Insgesamt wirft jeder Deutsche fast 82 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg.

Noch genießbar oder reif für die Tonne?

Yvonne steht in der Mitte eines Lebensmittelbergs

Viele schmeißen Lebensmittel weg, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Dabei sagt dieses Datum erst einmal nichts darüber aus, ob das Produkt tatsächlich noch gut ist. Woran erkenne ich, ob ich ein Lebensmittel noch essen kann?

2. Gekochte Lebensmittelreste

  • Zuviel gekochtes Essen oder eingeplante Essensreste für den nächsten Tag sollten möglichst nicht im benutzten Kochgeschirr abgekühlt werden. Besser in andere Behälter umfüllen, die nicht höher als fünf Zentimeter sind, dann kühlen sie besser und gleichmäßiger ab. Das Ganze sollte dann  innerhalb von 1-2 Stunden in den Kühl- oder Gefrierschrank kommen.
  • Im Kühlschrank finden die Essensreste ihren Platz im obersten Kühlschrankfach (bei normalen Kühlschränken ohne 0°C-Zonen o.ä.),  aber unbedingt abgekühlt - da sich sonst Schwitzwasser bilden kann - und abgedeckt, damit es nicht mit anderen Keimen in Kontakt kommt und vor dem Austrocknen bewahrt wird.
  • Einfrieren von Lebensmittelresten: Damit Reste, wie z.B. Rotkohl, im Tiefkühlfach besser gestapelt werden können, kann ein gefriergeeigneter Kunststoffbehälter zur Hilfe genommen werden. Die Lebensmittel in die Gefriertüte einfüllen, in den Behälter packen und mit Deckel ins Gefrierfach stellen. Sobald die Ware gefroren ist, kann der Behälter entfernt werden und die Lebensmittel bleiben in der Form. So ist auch ohne viele Kunststoffbehälter das Stapeln der Lebensmittel möglich. Datum des Einfrierens und Inhalt draufschreiben, um nicht zu vergessen was drin ist und wie alt es ist.

3. Backwaren

  • Schnittbrot schimmelt schneller, daher lieber ganze oder halbe Brotlaibe kaufen. Der Lagerungstipp von Prof. Bernd Sadlowsky: In ein Küchentuch einwickeln und ab in den Brotkasten. Der Brotkasten sollte regelmäßig ausgewischt werden, da die herumliegenden Krümel die Schimmelbildung fördern.
  • Einfrieren:  Wer Brot oder Brötchen einfrieren möchte, kann dies problemlos tun. Brot sollte hierbei in Scheiben eingefroren werden. Sie können schnell bei Zimmertemperatur, in der Mikrowelle oder auch im Toaster aufgetaut werden.
Die Grafik zeigt, in welche Fächer verschiedene Lebensmittelarten gehören.

Falsch gelagerte Lebensmittel verderben schneller als nötig.

4. Fisch und Fleisch

  • Fisch und Fleisch sollten kühl bei circa 2 bis 6 Grad Celsius, auf der untersten Ebene (über dem Gemüsefach) im Kühlschrank aufbewahrt werden. (Es sei denn man besitzt einen Kühlschrank mit speziellen Fleisch- und Fischfach.)
  • Kühlkette beim Einkaufen und Transport nach Hause möglichst nicht unterbrechen. Tipp: Kühltasche mit zum Einkaufen nehmen!
  • Frischen Fisch möglichst in Glas- oder Porzellanbehälter mit Frischhaltefolie abgedeckt aufbewahren. So hält er sich maximal einen Tag, geräuchert ca. zwei bis vier Tage. Bei rohem Fisch unbedingt das Verbrauchsdatum beachten.
  • Fleisch ist je nach Art des Fleisches unterschiedlich lange im Kühlschrank haltbar: Rindfleisch hält sich dort 3-4 Tage, Kalb- und Schweinefleisch 2-3 Tage, Geflügelfleisch 1-2 Tage.
  • Der Fleischsaft sollte nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen und vor dem Zubereiten weggegossen werden.
  • Hackfleisch ist besonders sensibel. Frisch gekauft sollte es möglichst noch am selben Tag verzehrt werden. Bei eingeschweißten Produkten aus der SB-Kühltheke sollte unbedingt das Verbrauchsdatum eingehalten werden. Der richtige Lagerplatz ist die unterste Ebene im Kühlschrank.

Tipps zum Einfrieren und Auftauen von Fleisch:

  • Das Fleisch möglichst luftdicht verpacken, um Gefrierbrand zu vermeiden.
  • Auftauen am besten ausgepackt und abgedeckt im Kühlschrank: das schont das Aroma und verhindert Keimbildung.
  • Wichtig: Die Auftauflüssigkeit regelmäßig abgießen oder ein Gefäß mit Abtropfsieb nutzen, so dass das Fleisch nicht im Auftauwasser schwimmt, denn darin sammeln sich die Krankheitserreger! Auch hier gilt wieder: Auftauwasser/Fleischsaft sollte nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen!

5. Milchprodukte

  • Milchprodukte sollten im mittleren Fach des Kühlschranks aufbewahrt werden.
  • Unterschiedliche Käsesorten sollten einzeln verpackt werden, damit sich die Gerüche nicht vermischen oder der Edelschimmel auf den Hartkäse übergreift
  • Nicht alle, aber einige Milchprodukte können eingefroren werden. Gut einfrieren lassen sich vor allem fettreiche Produkte wie: Butter, Frisch-, Weich- und Hartkäse mit hohem Fettgehalt
  • Das Auftauen der Milchprodukte sollte langsam im Kühlschrank erfolgen! Nicht in der Mikrowelle oder im Kochtopf. Hartkäse sollte nicht nochmal eingefroren werden, daher besser direkt kleinere Portionen einfrieren und nur so viel auftauen, wie benötigt wird.
  • Nicht einfrieren sollte man Produkte wie: Butter- oder Dickmilch, Joghurt, Kefir, Quark

Tipps zur Lagerung von Käse:

  • Ganze Käsestücke können bis zu drei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden, Damit sie saftig bleiben und nicht austrocknen, einfach in ein sauberes, in Salzwasser getränktes Geschirrtuch einschlagen (gut auswringen natürlich). Circa alle zwei bis drei Tage wiederholen.
  • Käse sollte nicht auf der Unterlage geschnitten werden, auf der zuvor Brot lag, die Heferückstände lassen den Käse schneller schimmeln.