Die besten Birnensorten

Die besten Birnensorten

Von Charlotte Schwalb

Die Birne ist einer der ältesten und edelsten Kulturpflanze Europas. Wir zeigen, welche Sorten sich für den Privatgarten besonders eignen. Denn jetzt beginnt die Pflanzzeit für die Birnenbäume.

Bei kaum einer anderen Obst-Art vereinigen sich Zucker, Säure und Aromastoffe zu einer solchen Fülle von harmonischen Geschmacksnuancen in zart schmelzendem, saftigem Fruchtfleisch. Auf Grund ihres geringen Säuregehalts sind Birnen zudem für viele Menschen verträglicher als beispielsweise Äpfel.

Die besten Birnensorten

Die Birnensaison ist in vollem Gange. Deshalb finden sich zurzeit in den Läden nicht nur die gängigen Sorten, sondern auch die ein oder andere Birnen-Rarität. Ein Überblick über bekannte und besondere Sorten, von "Abate" bis "Vereinsdechant".

Birnen der Sorte Alexander Lucas

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte ein gewisser Alexandre Lucas in einem französischen Wald eine Birnensorte. Sie trägt bis heute seinen Namen und gehört zu den Top Drei der in Deutschland angebauten Sorten. Birnen der Sorte "Alexander Lucas" haben saftiges, schmelzendes Fruchtfleisch, das allerdings leicht körnig sein kann. Die "Alexander Lucas" kann gut gelagert werden - am besten kühl, weil sie sonst schnell nachreift - und ist als Tafelobst, aber auch für Kompott oder zum Einlegen geeignet.

Übrigens kann man Äpfel und Birnen sehr wohl vergleichen: Birnen haben in der Regel einen niedrigeren Säuregehalt als Äpfel, das macht sie für viele Menschen verträglicher - und deshalb sind sie auch die bessere Babynahrung.

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte ein gewisser Alexandre Lucas in einem französischen Wald eine Birnensorte. Sie trägt bis heute seinen Namen und gehört zu den Top Drei der in Deutschland angebauten Sorten. Birnen der Sorte "Alexander Lucas" haben saftiges, schmelzendes Fruchtfleisch, das allerdings leicht körnig sein kann. Die "Alexander Lucas" kann gut gelagert werden - am besten kühl, weil sie sonst schnell nachreift - und ist als Tafelobst, aber auch für Kompott oder zum Einlegen geeignet.

Übrigens kann man Äpfel und Birnen sehr wohl vergleichen: Birnen haben in der Regel einen niedrigeren Säuregehalt als Äpfel, das macht sie für viele Menschen verträglicher - und deshalb sind sie auch die bessere Babynahrung.

Man kann aber auch Birnen mit Birnen vergleichen: Die "Conference" - ebenfalls eine der am häufigsten in Deutschland angebauten Sorten - ist deutlich knackiger und fester als die "Alexander Lucas", aber trotzdem saftig. Auch "Conference"-Birnen sind relativ lange haltbar, weshalb es sie fast das ganze Jahr über zu kaufen gibt. Sie werden als Tafelobst, aber auch zur Herstellung von Dörrobst, Most oder Schnaps verwendet. Das Holz der "Conference"-Birne eignet sich unter als Möbelholz und wird für die Papierherstellung verwendet.

Zu den beliebtesten Sorten gehört in Deutschland auch die "Williams Christ" - ihr französischer Beiname "Bon Chrétien" bedeutet "guter Christ". Die Birne wird auch als Tafelobst und zum Einlegen verwendet - ihr wichtigstes Einsatzgebiet ist aber die Spirituosenherstellung: In "Williams Christ"-Flaschen befindet sich nicht nur der meist etwa 40-prozentige Obstbrand, sondern in der Regel auch eine ganze Birne. Traditionell werden die Schnapsflaschen nach der Blüte über die winzigen Flüchte gestülpt, wo diese dann weiter wachsen und reifen.

Auch die "Abate Fetel", auch bekannt als "Abbé Fétel", findet man relativ häufig im Laden. Große Mengen werden unter anderem in Italien und Südamerika angebaut. Auch diese Birne wurde in Frankreich entdeckt, und zwar, wie der Name schon sagt, von einem Abt namens Fétel. Die Früchte dieser Sorte werden sehr groß - und eignen sich ebenfalls zur Lagerung. Sie schmeckt roh, kann aber auch gut gebacken, gekocht oder gedünstet werden - als Kuchenbelag, Kompott oder im Dessert-Klassiker "Birne Hélène".

"Clapps Liebling" gehört zu den alten Birnensorten. Sie stammt ursprünglich von der Ostküste der USA. "Clapps Liebling" kann recht groß werden, hat eine relativ dünne Schale und ein feines Fruchtfleisch, das süß und sehr saftig ist. Sie eignet sich unter anderem für Kompott, Mus, Konfitüre oder als Kuchenbelag. Diese Sorte muss "hartreif" geerntet werden, das heißt, etwa zehn Tage, bevor sie genießbar ist.

Auch "Gellerts Butterbirne" ist eine alte Sorte. Mit ihrem schmelzenden, saftigen Fruchtfleisch ist sie beliebt als Tafelobst, wird aber auch zu Dörrobst, Saft und Konserven verarbeitet. Für eine längere Lagerung ist "Gellerts Butterbirne" dagegen eher nicht geeignet. Die Bäume dieser Sorte können mehr als 100 Jahre alt werden. Daran hätte wohl auch Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland seine helle Freude.

Ganz weit vorne in der Hitparade der Birnen mit dem schönsten Namen ist mit Sicherheit die "Köstliche von Charneux": Sie war Anfang des 20. Jahrhunderts eine der beliebtesten Sorten. Das feine schmelzende Fruchtfleisch ist sehr süß und würzig. Vor allem in Norddeutschland ist die "Köstliche" auch als "Bürgermeisterbirne" bekannt. Sie dient vor allem als Tafelobst.

Die "Gute Luise" hat gleich mehrere Namen: "Bonne de Longueval" in Frankreich, hierzulande etwa "Prinz von Württemberg", "Französische Rousselet" oder "William IV". Das Fruchtfleisch ist schmelzend, saftig und süß-säuerlich. Ihre Früchte können vielseitig verwendet werden und schmecken frisch ebenso wie im Obstsalat, als Kuchenbelag oder aus dem Einmachglas gelöffelt.

Die "Gute Luise" gehört zu den Sorten, die zu Dörrbirnen weiterverarbeitet werden. Dörrbirnen wurden und werden vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz hergestellt. Ihrem knittrigen Erscheinungsbild verdankt sie im Dialekt Namen wie "Kletze" (in Bayern und Österreich) oder "Hutze" (im Allemannischen). Früher sollte das Dörrobst während der Wintermonate ein wenig Abwechslung auf dem Speiseplan und die Versorgung mit Nährstoffen sicherstellen - heute werden Dörrbirnen zum Beispiel in Brot verarbeitet oder in Schnaps eingelegt.

Diese Sorte punktet mit inneren Werten: Die Früchte der "Madame Verté" sind klein und unscheinbar, aber lecker. Das Fruchtfleisch ist fest, saftig und würzig-süß. Baum wie Birne sind relativ robust, was sie eigentlich zu einer perfekten Birne für den Verkauf im großen Stil machen würde. Wenn da nicht das wenig ansprechende Äußere von "Madam Verté" wäre...

Die Sorte "Vereinsdechant" hielten viele Fachleute vor rund 100 Jahren noch für die beste Birne der Welt. Heute teilt diese feine, saftige und süß-würzige Birne das Schicksal vieler alten Sorten: Da sie häufig anfälliger sind als neuere Züchtungen, lohnt sich ihr Anbau weniger - und sie sind seltener zu finden. Dafür, dass die insgesamt mehr als 2.000 Birnen-Sorten, die man weltweit kennt, nicht vergessen werden, sind die Birnenforscher verantwortlich - in der Fachwelt übrigens auch als Pomologen bekannt.

Bäume jetzt pflanzen

Ähnlich wie bei Äpfeln sind auch bei Birnen die alten Sorten oft verträglicher für Allergiker. Da die meisten Birnensorten keine Selbstbefruchter sind, empfiehlt es sich noch eine andere Sorte in die Nähe zu pflanzen.

Hat man wenig Platz im Garten oder nur einen Balkon oder Terrasse bieten sich die sogenannten „Familienbäume“ (Mehrsortenbaum) an, auf denen bis zu vier Sorten an einem Stamm wachsen. Sinnvoll sind allerdings nur Sorten, die gleich stark wachsen, sonst wird mit der Zeit eine davon verdrängt. Und: sie sollten gegenseitig als Bestäuber geeignet sein.

Wenn man von Herbst bis Anfang des nächsten Jahres Birnen ernten möchte, einfach eine gelungene Mischung von Birnen mit unterschiedlicher Reifezeit pflanzen.

Blaue Kiste mit verschiedenen Birnensorten.

Aufgrund ihres geringen Säuregehalts sind Birnen für viele Menschen verträglicher als beispielsweise Äpfel.

Birnenbäume gibt es für den großen und kleinen Garten

Birnen können bis zu 20 Meter hoch werden, bei denen dann allerdings die Ernte schwer fällt. Praktischer sind kleinere Halbstammbäumchen, Buschbäumchen oder Spalierbirnenbäume.

Wer Spalier- oder kleinere Birnbäume ziehen möchte, braucht Sorten, die auf schwach wachsenden Wurzel-Unterlagen veredelt sind. Fragen Sie am besten im Fachhandel nach der richtigen Unterlage für Ihre Zwecke.

Birnen lieben die Wärme. Es bietet sich daher an, ihnen einen sonnigen Standort anzubieten. Optimal ist es, den Birnenbaum in südlicher Ausrichtung zu pflanzen.

Birnenbaum pflanzen

Birnenbäume werden am besten im Herbst bis zum zeitigen Frühjahr gepflanzt. Sollten mehrere Bäume in den Garten kommen, so ist ein Abstand zwischen mindestens drei Metern empfehlenswert.

  • Ein Pflanzloch, am besten so tief wie der Ballen ausheben.
  • Birnenbaum hinein, mit Erde das Loch auffüllen und festtreten - dabei sollte die Veredelungsstelle circa zehn Zentimeter aus dem Boden herausragen.
  • Einen Pfahl im Erdreich befestigen, an dem der junge Baum festgebunden werden kann.
  • In der Anfangszeit gut gießen, da sie nach dem Pflanzen einen hohen Wasserbedarf haben – später dann nicht mehr. Dann werden sie nur noch bei starker Trockenheit gegossen.
Von einem Birnenbaumstamm wird ein Zweig abgeschnitten.

Genauso wie bei Apfelbäumen sollte nur ein einziger kräftiger Trieb, der sogenannte Haupttrieb, senkrecht stehen bleiben.

Birnenbaum schneiden

Genauso wie bei Apfelbäumen sollte nur ein einziger kräftiger Trieb, der sogenannte Haupttrieb, senkrecht stehen bleiben. Oftmals wachsen bei Birnenbäumen „Wasserreiser“. Das sind lange dünne Triebe, die direkt in der Krone des Baums wachsen. Diese sollten unmittelbar nach dem Einpflanzen entfernt werden, da sie nur unnötig viel Energie verbrauchen und somit den Birnenbaum schwächen.

Wenn Sie eine hochwachsende Sorte haben, dann ist es sinnvoll fünfmal in den ersten 10 Jahren den Leittrieb zu kürzen. Dabei wird der Leittrieb mit einem sauberen Schnitt abgetrennt, um das Wachsen in die Höhe zu verhindern. Gleichzeitig sollten hierbei auch neu gewachsene Wasserreiser entfernt werden.

Stand: 12.09.2017, 18:15