Exotische Früchte: Tipps für Einkauf und Verzehr

Exotische Früchte: Tipps für Einkauf und Verzehr

Von Ina Schütz

Die Auswahl an exotischen Früchten im Handel wird immer größer. Wir liebäugeln gerne mit den Neuheiten, sind aber oft hilflos, wie man die Früchte überhaupt isst. Wir geben Tipps für Einkauf und Verzehr.

Die stachelige Kiwano

Beim Einkauf sollte man immer auf eine gelb-orange leuchtende Schale mit festen Stacheln achten. Sind die Stacheln weich, sind die Früchte etwas älter und überreif.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Kiwanos halbieren und auslöffeln. Das Fruchtfleisch ist grünlich, weich und geleeartig. Geschmacklich erinnert es an eine Gurke - etwas wässrig und weniger süß. Zurecht werden sie also "Hornmelone" oder "Horngurke" genannt - sie gehören zu den Kürbisgewächsen.

Die mexikanische Kaktusfeige

Auch wenn sie bei uns im Handel meist nur "stachelfrei" angeboten werden, überlebt hin und wieder doch der ein oder andere winzige Stachel. Also Vorsicht beim Zugreifen.

Und so geht's: Kaktusfeige mit einer Gabel (oder mit einer Fleischgabel) aufspießen, beide Enden mit einem Messer kappen und die Haut einmal der Länge nach aufschlitzen.

Kaktusfeige

Die Kaktusfeige enthält nicht so viel Zucker wie andere exotische Früchte und ist zudem besonders calcium- und vitaminreich.

Die Arbeit lohnt sich in jedem Fall, denn die Südfrucht besteht aus viel Calcium und Vitaminen. Die schwarzen Kerne kann man einfach mitessen und machen den Genuss zu einem knusprigen Erlebnis.

Außerdem schmeckt die Kaktusfeige nicht so süß und enthält nur wenig Zucker, somit sind sie besonders für Figurbewusste und Sportler geeignet.

Der beliebteste Exot ist die Ananas

Frische Ananas verströmt einen vanilleartigen Duft, der stimmungsaufhellend wirkt. Eine frische Ananas erkennt man außerdem an den dunkel-grünen Blättern. Verlieren sie an Farbe, ist die Ananas schon etwas älter. Die Farbe der Frucht gibt dagegen keinen Hinweis auf die Frische – die ist von der Sorte abhängig.

Tipp: Das eiweißspaltende Enzym Bromelain sorgt dafür, dass man frische Ananas nicht mit Milchprodukten kombinieren sollte. Das Enzym führt in Kombination mit Molkereiprodukten schnell zu einem bitteren Geschmack. Wer das lieber vermeiden möchte, greift zum konservierten Produkt. Die Ananas wurde dort bereits erhitzt, das Enzym ist inaktiv ist – der bittere Geschmack bleibt aus. Ähnliches gilt übrigens für Kiwi und Papaya.

Schon lange hält sich der Mythos, dass Ananas hilft, Fett zu verbrennen. Das stimmt allerdings nicht! Denn das Enzym Bromelain – das dafür verantwortlich gemacht wird – wird beim Verdauungsvorgang inaktiviert. Es trägt also nicht zur Fettverbrennung bei.

Die Avocado als Superfood

Ob im Salat, auf dem Brot oder als Dip - die Avocado ist äußerst vielseitig. Mit einem Fettanteil von bis zu 30 Prozent gehört die Avocado aber auch zu den kalorienreichsten Gemüse- und Obstsorten.

Trotzdem unbedingt zugreifen: Denn dabei handelt es sich um einen guten Mix an einfach ungesättigten Fettsäuren. Dieser Mix hilft Entzündungen in Schach zu halten und Nährstoffe besser zu verwerten. Daher wird die Avocado auch oft als Superfood gehandelt.

Tipp: Die Braunfärbung einer aufgeschnittenen Avocado lässt sich übrigens mit Hilfe von Zitronensäure verhindern. Wer noch eine Avocadohälfte übrig hat, sollte den Kern nicht entfernen! Die Enzyme des Kerns bremsen die Oxidation – das Fleisch bleibt grün.

Den Kern bitte nicht wegwerfen, denn er ist besonders nährstoffreich und steckt voller Antioxidantien. Tipp: Aus den Kernen lässt sich ein Topping für Müsli oder Salate herstellen. Dazu wird der Kern zwei bis drei Tage getrocknet und mit einer feinen Reibe zerrieben und verleiht jedem Gericht einen leicht-nussigen Geschmack.

Der im Kern enthaltene Stoff Persin ist ein Mäusegift, aber für Menschen bei normalen Mengen unbedenklich. Es gibt keine Nachweise oder Studien, dass durch den Verzehr von Avocados oder Teile des Kernes Menschen daran ernsthaft erkrankt oder sogar gestorben sind. Im Gegenteil: Persin wird in der Forschung in der Bekämpfung von Krebszellen eingesetzt.

Die würzigen Papayakerne

Die Papaya enthält viele kleine, schwarze Kerne. Die vorhandenen Senföle sorgen für einen scharfen, pfeffrigen Geschmack. Dementsprechend empfiehlt es sich, die Kerne als Pfeffer-Ersatz zu verwenden. Dazu die Kerne ordentlich vom Fruchtfleisch lösen und für ca. zwei Stunden bei 50 Grad im Ofen trocknen.

Übrigens: Papaya kann wie Gemüse gekocht, gebraten oder gedünstet werden.

Papaya

Die würzigen Kerne der Papaya lassen sich getrocknet auch gut als Pfeffer-Ersatz verwenden.

Transport und Ökobilanz

Exoten sind in Deutschland ganzjährig frisch erhältlich. Sie haben auf dem Globus verteilt das ganze Jahr über Saison; die Transportwege sind allerdings oft sehr lang.

Die Exoten werden per Schiff oder Flugzeug transportiert. Flugware ist in der Regel teurer, da sie schon wenige Tage nach der Ernte erhältlich ist. Die Schiffware braucht allerdings deutlich länger.

Damit die Früchte auf dem Transport nicht nachreifen, werden sie in den Herkunftsländern unreif geerntet und auf dem Transport entsprechend kühl gelagert. Die Kälte verhindert, dass das natürliche Reifegas ausströmt und die Früchte weiterreifen.

Der Nachteil: Transport und Kühlung verursachen hohe CO2-Emissionen und schaden dem Klima. Im Gegensatz zur heimischen Ware haben exotische Früchte deshalb eine schlechte Ökobilanz.

Deshalb sollten wir die exotische Frucht als etwas Besonderes sehen und sie nur hin und wieder und sehr bewusst konsumieren.

Tipps zur Lagerung und Einkauf

Südfrüchte immer bei Zimmertemperatur lagern. Im Kühlschrank verlieren sie schnell an Aroma. Davon ausgenommen sind angeschnittene Exoten. Die sollten aber möglichst schnell verzehrt werden.

Reife Exoten verströmen einen aromatischen Duft. Beim Einkauf also unbedingt der Nase vertrauen! Die Schale von reifen Früchten gibt bei leichtem Fingerdruck etwas nach.

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Stand: 10.01.2017, 14:08