Richtige Ernährung gegen Darmkrebs

Richtige Ernährung gegen Darmkrebs

Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, steigt um das Doppelte bis Dreifache, wenn ein Elternteil davon betroffen ist. Aber auch die Ernährung kann das Darmkrebsgeschehen beeinflussen. Bestimmte Lebensmittel erhöhen, andere senken das Risiko für Darmkrebs.

Die optimale Ernährung bei Darmkrebsrisiko

Folgende Empfehlungen basieren auf dem Leitlinien-Programm Onkologie zur Prävention von Darmkrebs.

Rotes und verarbeitetes Fleisch in Maßen essen

Rotes und verarbeitetes Fleisch sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden.

Studien zeigen, dass ein erhöhter Konsum von Rind, Kalb, Schwein und Lamm mit einem höheren Risiko für Darmkrebs verbunden ist.

Warum gerade rotes Fleisch riskant ist, begründen Wissenschaftler damit, dass das enthaltene Eisen des roten Blutfarbstoffes im Fleisch einen ungünstigen Effekt hat. Eisen kann zusammen mit Eiweißen krebsfördernde Moleküle bilden.

Rotes Fleisch führt aber auch zur Ausschüttung größerer Mengen von Gallensäuren. Ihre Abbauprodukte können das Krebsrisiko ebenfalls erhöhen.

Auch die Zubereitungsart von Fleisch spielt eine Rolle. Beim Grillen z.B. entstehen heterozyklische Amine, also kanzerogene Stoffe. Diese sind aber nicht für jeden gleich gefährlich. Manche werden leicht mit diesen kanzerogenen Stoffen fertig, andere schwerer. Das hängt von der genetischen Ausstattung ab und die ist bei jeder Person anders.

Aber wieviel Fleisch soll es denn nun sein? Wissenschaftler empfehlen zum einen "nicht jeden Tag" und insgesamt nicht mehr als 500 Gramm pro Woche.

Tipp: Wenn das Fleisch mit Gemüse, Salat und Hülsenfrüchten kombiniert wird, relativiert sich das Risiko durch die Ballaststoffe.

Ballaststoffe senken das Darmkrebsrisiko

Sie gehören zu den Faktoren, die das Risiko für Darmkrebs senken.

Die unverdaulichen Fasern kommen vor allem in Getreide und Hülsenfrüchten vor, in geringerem Maße auch in Obst und Gemüse. Sie regen den Darm an und sorgen für eine rasche Passage des Essens durch den Verdauungstrakt.

Deshalb vermindern ballaststoffreiche Lebensmittel das Darmkrebsrisiko. Die Leitlinien empfehlen 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Soviel ist z.B. in 200 Gramm Vollkornbrot und einer Portion Linsen enthalten.

Nüsse können vor Darmkrebs schützen

Nüsse zeigen in vielen Studien einen positiven Effekt auf verschiedene chronische und kardiovaskuläre Erkrankungen.

Neueste Erkenntnis: Nüsse können auch vor Darmkrebs schützen. Der Mechanismus wurde nun mit Walnüssen, Macadamia- und Haselnüssen sowie Mandeln untersucht. Wissenschaftler der Universität Jena fanden heraus: Die Inhaltsstoffe der Nüsse aktivieren die natürlichen Schutzstoffe des Körpers und kurbeln damit die Bekämpfung von Krebszellen an.

Doch Vorsicht bei der Menge! Da Nüsse wegen ihres Fettgehalts sehr viele Kalorien enthalten, ist von großen Mengen abzuraten. Eine Handvoll Nüsse am Tag reicht aus, damit man in den Genuss ihrer positiven Wirkung kommt.

6 Fakten zu Nüssen

Warum gelten Walnuss & Co. als gesund? Was hat es mit der Phytinsäure auf sich? Und wie lange sind Nüsse haltbar? Hier finden Sie Infos rund um die Nuss.

Das Bild zeigt unterschiedliche Nüsse in einem Korb.

1. Was gehört alles zu Nüssen?
Botanisch gesehen gelten nur die Walnuss, die Haselnuss, die Marone und die Macadamianuss als Nüsse. Erdnüsse dagegen gehören eigentlich zu den Hülsenfrüchten. Mandeln und Pistazien sind eigentlich die Kerne von Steinfrüchten. Für alle gilt aber der Sammelbegriff Schalenobst.

1. Was gehört alles zu Nüssen?
Botanisch gesehen gelten nur die Walnuss, die Haselnuss, die Marone und die Macadamianuss als Nüsse. Erdnüsse dagegen gehören eigentlich zu den Hülsenfrüchten. Mandeln und Pistazien sind eigentlich die Kerne von Steinfrüchten. Für alle gilt aber der Sammelbegriff Schalenobst.

2. Warum sind Nüsse gesund?
Nüsse enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Außerdem wird damit nachweislich das Herz-Kreislaufsystem gestärkt, wodurch einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorgebeugt werden kann. Nüsse sind auch reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Magnesium, Kalium, Folsäure und Eisen. Die Walnuss gilt wegen ihrer Inhaltsstoffe als wahre Fitnessnuss für Körper und Geist, ist also besonders zu empfehlen.

3. Wie viele Kalorien haben Nüsse?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, täglich nicht mehr als 25 Gramm Nüsse zu essen, denn sie enthalten schließlich auch viele Kalorien. 100 Gramm Nüsse haben bis zu 700 Kalorien – und damit mehr als Schokolade. Besonders hochkalorisch ist die Macadamia-Nuss. Haselnüsse und Walnüsse sind mit circa 650 Kalorien pro 100 Gramm etwas Figur-freundlicher. Erdnüsse liegen bei 560 Kalorien pro 100 Gramm.

4. Worauf muss man bei Nüssen achten?  
Nüsse mit Schalen sollten nie in Plastik verpackt sein. Dort kann sich Feuchtigkeit und damit Schimmel bilden. Schimmelige Nüsse sind gefährlich, weil sie ein Gift enthalten, das Krebs auslösen und Nieren und Leber schädigen kann. Bei Nüssen in Schalen hilft der Schütteltest - klappert die Nuss, ist sie verdorben. Also: Finger weg. Außerdem sollte die Schale unverletzt sein und keine schwarzen Flecken aufweisen. Bei verpackten Nüssen ohne Schale hilft zum einen das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das ist aber in Deutschland sehr streng gefasst und häufig ist die Nuss noch gut, obwohl das Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Dann sollte man darauf achten, dass die Nuss nicht speckig aussieht, das Fruchtfleisch hell ist und kein muffiger Geruch auftritt – das alles sind Zeichen für verdorbene Nüsse und damit Schimmel.

5. Was hat es mit der Phytinsäure auf sich?
Immer wieder kursieren im Netz Berichte, man solle Nüsse in Wasser einweichen – wegen der Phytinsäure, die damit unschädlich gemacht werden soll. Phytinsäure bindet im Körper Calcium, Magnesium, Eisen und Zink an sich - und macht sie so für den Menschen wertlos. Linsen, Bohnen und manche Reissorten sollen deshalb tatsächlich in Wasser eingeweicht werden. Für Nüsse – ob botanisch echte Nüsse oder Hülsenfrüchte beziehungsweise Kerne von Steinobst – gilt das nicht. Ihr Anteil an Phytinsäure ist dafür schlicht nicht hoch genug. Sie können Ihre Nüsse also weiter trocken genießen.

6. Wie lange kann man Nüsse aufheben?
In der geschlossenen Schale lassen sich die Walnüsse ein Jahr oder noch länger lagern, am besten an einem trockenen und kühlen Ort. Haselnüsse bleiben in der Schale bis zu neun Monate lang frisch. Am besten bewahrt man sie in einem luftigen Korb auf. Sie sollten erst kurz vor dem Verzehr geknackt werden, sonst verlieren sie Vitamine. Gehackte Nüsse lassen sich am besten im Kühlschrank aufheben, aber nicht länger als etwa vier Wochen.

Tipp: Ist eine Nuss mal schwer zu knacken, einfach eine Stunde ins Gefrierfach damit.

Wenig Alkohol trinken

Den negativen Einfluss von Alkohol führen Wissenschaftler zum Teil auf den hohen Kaloriengehalt von alkoholischen Getränken zurück. Vermutet wird außerdem, dass verschiedene Stoffe, die beim Abbau von Alkohol im Körper entstehen, eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen.

Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Krebsrisiko

Menschen, die sich regelmäßig körperlich bewegen und zum Beispiel wandern, schwimmen oder im Garten arbeiten, haben ein geringeres Krebsrisiko. "Bereits 30 bis 60 Minuten tägliche moderate körperliche Aktivität gehen mit einem verringerten Karzinomrisiko einher." – heißt es in den Leitlinien.

Täglich 10.000 Schritte zu gehen, ist ein von vielen Medizinern empfohlenes Bewegungsprogramm. Dabei geht es darum, die Bewegung in den Alltag einzubauen. Treppen statt Aufzüge nehmen. Eine Haltestelle früher aussteigen und ein bisschen länger nach Hause gehen. Kurze Wege zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegen.

Übergewicht reduzieren

Gerade bei Dickdarmkrebs sehen Wissenschaftler einen Zusammenhang mit dem Bauchumfang und dem Bauchfett. Übergewicht erhöht also das Darmkrebsrisiko. Regelmäßige Bewegung beeinflusst biologische Vorgänge und Faktoren, die an der Krebsentstehung beteiligt sind – beispielsweise Hormonspiegel und Entzündungsprozesse. Auch Übergewicht verändert diese Vorgänge, denn dadurch kommt es zu einer chronischen Schieflage des Stoffwechsels.  

Nicht Rauchen

Auch Rauchen steigert das Darmkrebsrisiko. Der Zusammenhang ist zwar nicht so stark wie bei Lungenkrebs. Vorliegende Studienergebnisse reichen jedoch aus, um auch zur Senkung des Darmkrebsrisikos den Verzicht auf Zigaretten und andere Tabakprodukte zu empfehlen.

Alkohol und Zigaretten auf einem Tresen

Ernährung, die Krebs verhindert, gibt es nicht

Trotz aller Erkenntnisse: Eine bestimmte Ernährung, die Krebs verhindert gibt es nicht. Alle Empfehlungen beruhen auf Studien an großen Bevölkerungsgruppen und damit auf statistischen Wahrscheinlichkeiten. Die Diagnose einer Darmkrebserkrankung bedeutet also nicht, etwas falsch gemacht oder übersehen zu haben oder gar "schuld" an der Erkrankung zu sein.

Ernährung nach Krebserkrankung erhöht Lebenszeit

Was sich schon lange angedeutet hat, wurde mit einer Meta-Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung untermauert:

Krebsüberlebende, die sich nach der Erkrankung gesund ernähren, haben eine höhere Lebenserwartung. Die sogenannten „Cancer Survivals“ standen lange nicht im Fokus der Wissenschaft. Jetzt ist klar – eine ballaststoffreiche Kost, wenig rotes Fleisch, stattdessen Fisch und Geflügel, sowie viel Obst und Gemüse haben – auch bei den "Cancer Survivals" – eine lebensverlängernde Wirkung.

Mediterrane Linsensuppe an Garnelen-Lachs-Spieß

Rote Linsensuppe

Für alle, die sich ballaststoffreich ernähren möchten, ist diese feine Linsensuppe an Garnelen-Lachs-Spieß ideal.

Stand: 16.05.2017, 18:15