Ausgerechnet Eis: Wie setzt sich der Preis einer Kugel zusammen?

Ausgerechnet Eis: Wie setzt sich der Preis einer Kugel zusammen?

Von Peter Schneider

Ohne Speiseeis kein Sommer: Mit den ersten Sonnenstrahlen wächst auch die Lust auf den kühlen Genuss. Etwa einen Euro kostet eine Kugel Eis in diesem Sommer – doch wie setzt sich der Preis eigentlich zusammen?

2015 wurden in Deutschland etwa 646,9 Millionen Liter Eis abgesetzt. Ein profitables Geschäft bei einem Preis pro Kugel von einem Euro. Sollte man meinen. Doch wie setzt sich der Preis eigentlich zusammen?

Grafik zeigt, wie sich der Preis für eine Kugel Eis von einem Euro zusammensetzt

Michael Weiß betreibt eine Eisdiele in Bonn und rechnet vor: Die Kugel Eis kostet durchschnittlich einen Euro. Davon gehen 35 Cent für das Personal ab, 10 Cent sind Energiekosten und weitere 10 Cent sind für allgemeine Ausgaben wie Reparaturen, Anschaffungen und Instandhaltung. Bleiben dem Eisverkäufer nach Abzug der 55 Cent immerhin noch 45 Cent je Kugel. Doch das ist noch nicht der Gewinn.

Herstellung kostet etwa 12 Cent pro Kugel

Hinzu kommen noch die Kosten für Waffel, Becher, Löffel, Serviette, Soße und Streusel. Mario Annegarn ist Fachmann für Eisbedarf und versorgt mit seinem Großhandel nicht nur die Eisdielen in NRW, sondern auch Restaurants und Imbisse. Der Preis für die Zutaten ist natürlich abhängig von den gekauften Mengen. Bei einer durchschnittlichen Eisdiele rechnet Annegarn mit durchschnittlich 8 Cent je Kugel. Dem Eisverkäufer bleiben also immer noch 37 Cent je Kugel.

Was noch abgezogen werden muss, sind die Herstellungskosten. Hier kann die Deutsche Eisakademie helfen. Als Zutaten werden Magermilchpulver, die Zuckerarten inulin und Dextrose, Milchbase, ein natürliches Bindemittel, Milch und Schlagsahne benötigt. Für fünf Liter fallen dafür 5,20 Euro an. Die verrührten Zutaten kommen in die Eismaschine, werden zunächst auf 80 Grad erhitzt und dann unter null gekühlt. Aus den fünf Litern lassen sich gut 40 Eiskugeln portionieren. Nach Einschätzung von Guido Schmitz, dem Leiter der Eisakademie ist ein Herstellungspreis von 12 Cent pro Kugel realistisch. Unter dem Strich bleiben in diesem Fall also 25 Cent pro Kugel als Gewinn vor Steuern beim Eisdielenbetreiber hängen.

Eis

Geschmack bleibt subjektiv

Aber kann man Qualität auch wirklich schmecken? Bei einem Geschmackstest in einer Fußgängerzone in Bonn stehen drei Sorten Eis zur Auswahl: Billiges Eis vom Discounter, teures Eis aus dem Supermarkt und schließlich die handgemachte Variante aus der Eisdiele. Das Ergebnis: 40 Prozent der Befragten bevorzugen tatsächlich die luftige Billigvariante. Nur 20 Prozent entschieden sich für das teure Industrieeis und den restlichen 40 Prozent schmeckte das Eis aus der Eisdiele am besten.

9 verrückte Eissorten

Ungewöhnliche Farben, ungewohnte Geschmacksrichtungen: Bei diesen 9 neuen Eissorten gibt es keine Grenzen

Das Bild zeigt eine neue, besondere Eissorte: Beton-, Asphalt-Eis.

"Beton & Asphalt" heißt diese neue Sorte, die mit Speisekohle versetzt ist und nach Vanille schmeckt. Inspiration war eine Baustelle an der Eisdiele des Erfinders.

"Beton & Asphalt" heißt diese neue Sorte, die mit Speisekohle versetzt ist und nach Vanille schmeckt. Inspiration war eine Baustelle an der Eisdiele des Erfinders.

«Darkside», „Black Mamba“ oder „Coconut Ash“, schwarzes Eis ist total angesagt. Geschmacksrichtungen sind Vanille oder Kokosnuss.

Ob sich das durchsetzt? Weißbier-Eis. Prost!

Balsamico geht nicht nur im Salat, sondern auch im Eis: Erdbeer-Balsamico.

Sieht aus wie Pistazie, ist aber Matcha-Eis aus grünem Tee.

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Stand: 17.07.2017, 11:00

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