Diät-Trend: Eiweiß- und Konjaknudeln

Diät-Trend: Eiweiß- und Konjaknudeln

Von Maike Busse

Sie heißen Diät-Nudeln oder "Slim"-Nudeln, werben mit "Low Carb"- oder sogar No-Carb. Die fehlenden Kohlenhydrate sollen beim Abnehmen helfen. Verlockend, aber irgendwie auch verdächtig. Woraus bestehen Nudeln, die so gut wie gar keine Kalorien haben? 

Unterscheid zwischen Low-Carb und No-Carb-Nudeln

No-Carb = keine Kohlenhydrate

No-Carb-Nulden besitzen keine Kohlenhydrate – und auch so gut wie keine Kalorien. Nur rund acht Kilokalorien pro 100 Gramm! Sie bestehen hauptsächlich aus Wasser und Konjakmehl. Das Mehl wird aus der Konjakwurzel gewonnen, das ist die Knolle der asiatischen Pflanze „Teufelszunge“.  

Konjakwurzelmehl besteht aus Glukomannan. Das ist ein Ballaststoff, der den Magen schnell füllt und lange satt hält. Der Körper kann Glukomannan nicht verdauen, deswegen wird gerne in Abnehmprodukten als Verdickungsmittel eingesetzt.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält es für erwiesen, dass die regelmäßige Einnahme von Glucomannan im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät beim Abnehmen helfen kann. Auch weisen wissenschaftliche Studien darauf hin, dass der Quellstoff die Cholesterinwerte im Blut günstig beeinflusst.

Eine zu hohe Verzehrmenge kann jedoch wie bei anderen Ballaststoffen auch zu Bauchschmerzen und Blähungen führen, gerade wenn man dazu nicht genügend trinkt.

Im Gegensatz zu normalen Nudeln sind Konjaknudeln hellweiß, fast durchsichtig. Sie sind in Wasser eingelegt und fühlen sich recht gummiartig an. Das verändert sich auch nicht - ob ungekocht oder gekocht. Dazu kommt ein gewöhnungsbedürftiger, leicht fischiger Geruch. Deswegen soll man sie auch vor dem Verzehr mindestens zwei Minuten lang abwaschen.

Damit Geschmack an die Nudeln kommt, ist eine gut gewürzte Sauce entscheidend. Bei einer Diät ist es sinnvoll, vitaminreiches Gemüse mit hinein zu schnibbeln und viel Wasser zu trinken. 

Das Bild zeigt unterschiedliche Nudelsorten.

Low-Carb und No-Carb-Nudeln.

Low-Carb = wenig Kohlenhydrate

In Low Carb-Nudeln ist der Eiweißanteil höher als in normalen Nudeln, sie haben deshalb weniger Kohlenhydrate. Das Eiweiß hat verschiedene Quellen, wie zum Beispiel Soja, Linsen oder Kichererbsen. Sie bestehen also größtenteils aus Hülsenfrüchten, die sehr eiweißhaltig sind.

Doch Vorsicht: Nur weil Low-Carb-Nudeln weniger Kohlenhydrate haben, haben sie nicht direkt auch weniger Kalorien! Durchschnittlich haben sie pro 100 Gramm rund 350 kcal, das ist sogar etwas mehr als in normalen Hartweizennudeln enthalten ist.

Ernährungsexpertin Dr. Brigitte Bäuerlein findet die Low-Carb-Nudelvariante trotzdem interessant: „Man muss wissen, dass Kalorien nicht gleich Kalorien sind. Kalorien aus Kohlenhydraten werden eher auch mal in Fett umgewandelt, das passiert beim Eiweiß nicht. Eiweiß macht eher satt und wird im Körper zum Beispiel zum Muskelaufbau "verbaut". Für eine Diät sind sie also durchaus geeignet.“

Die Spaghetti aus Eiweiß und Soja müssen im Vergleich zu normalen Spaghetti etwas kürzer kochen: nur fünf bis acht Minuten. Ansonsten kann man sie fast eins zu eins so benutzen wie Hartweizennudeln. Der Geschmack ist aber nicht der gleiche. Je nach Eisweißquelle schmeckt die Low-Carb-Nudel nach Kichererbsen, Linsen und Co..

Stand: 05.01.2017, 12:00