Wenn schon "to go", dann im eigenen Becher

Wenn schon "to go", dann im eigenen Becher

Von Peter Schneider

60 Becher verbrauchen die Deutschen für Coffee-to-go pro Kopf und Jahr. Den 106.000 Tonnen schweren Müllberg kann man verkleinern - indem man den eigenen Mehrwegbecher nutzt.

Denn zahlreiche Kaffeeketten und Bäckereien bieten mittlerweile an, dass auch mitgebrachte Becher befüllt werden. Bei einigen wird das sogar belohnt: Mit einem Rabatt von bis zu 30 Cent. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit der Mehrwegbecher zum Einsatz kommen kann.

Wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt, entscheidet immer der Kaffee-Verkäufer, ob er einen mitgebrachten Becher mit Kaffee befüllt. Grund für eine mögliche Ablehnung sind meist hygienische Bedenken. Denn es sei zwar nicht gesetzlich verboten, einen Kaffee in den kundeneigenen Becher zu füllen, so die Verbraucherschützer. Sollten aber etwaige Verunreinigungen zu gesundheitlichen Bedenken führen, haftet immer der Verkäufer.

Sauberer Becher ist Pflicht

Mehrweg-Kaffeebecher wird befüllt

Problem Hygiene: Kundenbecher sollten immer gespült sein

Daher muss der Becher in jedem Fall sauber sein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, einen Becher mit heller Innenseite zu nutzen. Generell sollten die Becher eine glatte und leicht zu reinigende Oberfläche haben und möglichst auch spülmaschinengeeignet sein. Bruchsicherheit, ein funktionierender Überschwappschutz und ein sicher schließender Deckel sind ebenfalls Qualitätskriterien für einen guten Mehrwegbecher. Die Verbraucherzentrale hat dazu eine Aufstellung online zur Verfügung gestellt.

Ist man schließlich mit dem eigenen Becher im Laden, sollte man beim Befüllen die Berührung mit Armaturen der Kaffeemaschine vermeiden. Sinnvoll ist es gerade in Selbstbedienungsläden vor dem Einsatz des eigenen Bechers zu fragen, ob das dort erlaubt ist.

Hilfestellung für Anbieter

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will mögliche Bedenken der Kaffeeverkäufer zerstreuen. Eine Umfrage unter deutschen Hygieneämtern habe ergeben, dass dort die Befüllung von Mehrwegbechern als völlig unproblematisch eingestuft werde, so Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe. Als praktische Hilfe haben die Umweltschützer einen Leitfaden für Coffee-to-go-Anbieter herausgebracht, der Tipps dazu gibt, wie man ohne hygienische Probleme den Kaffee in Mehrwegbechern verkaufen kann. Wichtig sei vor allem, die Mitarbeiter zur hygenisch einwandfreien Befüllung der Becher zu schulen.

Es gibt allerdings auch Alternativen. Einzelne Kaffee-Shops setzen auf ein klassisches Austauschsystem: Man bringt den schmutzigen Becher mit und erhält einen neuen Becher mit frischem Kaffee.