Fakten rund ums Bio-Fleisch

Fakten rund ums Bio-Fleisch

Von Monika Kovacsics

Wer zu Bio-Fleisch greift wünscht sich bessere Qualität und, dass es von gut gehaltenen Tieren stammt. Spitzenköche bevorzugen Bio-Fleisch, weil es meist marmorierter ist, eine andere Konsistenz hat und deshalb besser schmeckt.

Die  Bio-Siegel der EU-Öko-Verordnung und der Bio-Anbauverbände garantieren eine artgerechte Tierhaltung mit genug Platz im Stall und viel Auslauf, sowie ökologisch erzeugtes Futter. Wissenschaftler haben belegt, dass Tiere, die ökologisch mit viel Auslauf, Platz und Grünfutter gehalten werden, auch mehr der wertvollen Omega-3-Fettsäuren und weitere wichtige Inhaltsstoffe in ihrem Fleisch haben.

Nachfrage steigt - auf niedrigem Niveau

Die Gunst für Bio-Fleisch wächst. Rund 2,4 Millionen Tonnen Bio-Rindfleisch haben die privaten Haushalte im ersten Halbjahr 2016 gekauft, bei Bio-Schweinefleisch waren es sogar 3,3 Millionen Tonnen. Das ist mehr als ein Jahr zuvor im gleichen Zeitraum.

Der Anteil von Bio-Fleisch am Gesamt-Fleischumsatz ist allerdings relativ klein, er liegt knapp unter 2 Prozent. Trotzdem nimmt der Verzehr von Bio-Fleisch in den letzten Jahren  leicht, aber stetig zu, von 1,4 Prozent in 2014 und 1,65 Prozent in 2015 auf 1,7 Prozent im ersten Halbjahr 2016.

Warum die Nachfrage nach Bio-Fleisch so gering ist, könnte folgenden Grund haben: Verbraucher, die großen Wert auf Tierschutz und Tierhaltung legen, verzichten lieber ganz auf Fleisch oder sind ohnehin Vegetarier. Während Personen, die viel Fleisch essen, sich nicht weiter um das Tierwohl oder um Bio kümmern, sondern lediglich darauf achten,  dass Fleisch günstig ist. So lässt sich erklären, warum der Markt für Bio-Fleisch sehr klein ist: Die einen verzichten auf Fleisch, weil sie damit auch die Tiere schützen wollen und den anderen ist es egal, welche Auswirkungen der Fleischverzehr auf Mensch, Tiere und  Umwelt hat.

Das Bild zeigt eine Kuh und einige Bio-Siegel.

Bio-Fleisch erkennt man an diesen Siegeln.

Woher kommt das Bio-Fleisch?

72 Prozent des hierzulande verzehrten Bio-Schweinefleisches stammten in den Jahren 2014 und 2015 aus Deutschland. Aus den Niederlanden wurden 16 Prozent Bio-Schwein importiert, aus Österreich 2 Prozent und aus Dänemark kamen 10 Prozent unseres Bio-Schweinefleisches. 

Bio-Rindfleisch stammt vorwiegend aus Deutschland, nämlich 91 Prozent. Der Rest kommt aus Dänemark (7 Prozent), Österreich (2 Prozent) und Argentinien (0,1 Prozent). (Quelle: Zentrale Markt- und Preisinformationen GmbH)

Große Preisunterschiede beim BioFleisch

Die Preisunterschiede beim Bio-Fleisch sind enorm. Sie variieren zum Beispiel beim Rinderhack zwischen rund 8 und 18 Euro pro Kilo. Wieviel der Verbraucher für Bio-Fleisch zahlt,  hängt davon ab, wo er das Fleisch kauft - ob im Supermarkt, beim Bio-Metzger, im Discounter oder im Bio-Supermarkt.

Was ist der Grund für diese riesigen Preisunterschiede? Fleischmarktexperte Bruno Jöbkes vom Naturverbund Niederrhein kennt die Strukturen im Fleischgeschäft. Und er verrät, ob konventionelles Fleisch eine Alternative zum teureren Bio-Fleisch sein kann:

Stand: 29.11.2016, 11:00