Äpfel - der gesunde Lieblingssnack der Deutschen

Äpfel - der gesunde Lieblingssnack der Deutschen

Von Sabine Paertmann und Ina Schütz

Knackig, frisch und gesund - rund 24 Kilo Äpfel isst jeder Deutsche im Jahr. Besonders als kleiner Pausensnack sind sie beliebt, weil sie reich an Nährstoffen, kalorienarm und damit perfekte Energielieferanten sind.

Warum Äpfel gesund sind

Der Apfel ist ein richtiges Gesundheitspaket: Er enthält die Vitamine B, C und E, Kalium, Natrium, Magnesium, Calcium und Eisen. Besonders hervorzuheben ist der Ballaststoff Pektin: der sättigt lange und fördert die Verdauung. Dabei besteht der Apfel zu 85 Prozent aus Wasser und hat durchschnittlich nur rund 60 Kilokalorien.

Schale gerne mitverzehren - Kerne besser im Ganzen runterschlucken

70 Prozent der Vitamine und Nährstoffe stecken in und unter der Schale. Wer diese entfernt, schält also einen Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe weg. Was viele nicht wissen: auch das Kerngehäuse ist nährwertreich. Es enthält u.a. Jod und das ist wichtig für die Schilddrüse.  Aber Vorsicht! Kerne nicht zerkauen, sondern herunterschlucken. Der in den Kernen enthaltene Bitterstoff Amygdalin, wird im Körper zu Blausäure umgewandelt und die kann in großen Mengen zu Magen- und Darmbeschwerden führen.

Süßkartoffel-Apfelsuppe

Ein Teller voll mit Süßkartoffel-Apfelsuppe.

Süßkartoffeln liegen derzeit voll im Trend. Und passend zur Jahreszeit bietet es sich doch an, eine Süßkartoffel-Apfelsuppe zuzubereiten. Hier das Rezept! | mehr

Äpfel reinigen die Zähne

Der Apfel hat einen positiven Effekt auf unsere Zähne. Das knackig, feste Fruchtfleisch trainiert Zahn und Zahnfleisch. Fruchtsäure und Ballaststoffe haben zudem einen reinigenden Effekt. Gröberer Zahnbeleg wird entfernt. Äpfel ersetzen aber nicht das gründliche Zähneputzen.

Granny Smith Äpfel liegen in einem Korb.

Die Schale von frischen Äpfeln ist unbeschädigt, fest und hat keine Druckstellen.

Tipps zum Einkauf

  • Ein vertrockneter Stiel, Druckstellen und eine runzelige Schale weisen auf einen älteren bzw. falsch gelagerten Apfel hin
  • Gibt der Apfel nach, ist er schon etwas älter und schmeckt mehlig
  • Die Schale von frischen Äpfeln ist unbeschädigt, fest und hat keine Druckstellen

Tipps zur Lagerung

  • Äpfel niemals bei Zimmertemperatur lagern, dort reifen sie bis zu 10mal schneller nach
  • Äpfel gehören nicht in die Obstschale, denn sie verströmen Ethylen, ein Gas, das für die Reifung von Obst und Gemüse verantwortlich ist. Sie sollten deswegen immer abseits der Obstschale gelagert werden. Es gibt aber auch ethylen-unempfindliche Gemüse und Obstsorten. Das sind z.B. Blattgemüse, Lauch und Pilze.
  • Kühl, dunkel und sauerstoffarm lagern. Dafür eignet sich besonders der Keller. Alternativ können Äpfel auch im Kühlschrank gelagert werden. Am besten in einen Plastikbeutel mit kleinen Luftlöchern, denn eine sauerstoffarme Atmosphäre verlangsamt den Reifungsprozess.

Tipps zur Zubereitung

  • Äpfel im kalten Wasser zu waschen reicht nicht aus
  • Um die dicke Wachsschicht und die möglichen Pflanzenmittelrückstände zu entfernen, den Apfel mit warmem bzw. heißem Wasser waschen und anschließend mit einem Tuch gründlich abreiben

In der Küche gilt folgende Regel: Gegensätze ziehen sich an. Für süße Speisen wie Kompott, Pfannkuchen oder Apfelkuchen eignen sich säuerliche Äpfel. Für herzhafte Gerichte wie z.B. gebratene Leber sollte man lieber süßliche Sorten verwenden.

Eine Frau beißt in einen Apfel.

Nicht jeder verträgt den Biss in den Apfel.

Apfelallergie

Nicht jeder verträgt den Biss in den Apfel. Etwa vier Millionen Deutsche leiden unter einer Apfelallergie. Die wirkt sich bei jedem Allergiker unterschiedlich aus. Oft sind Juckreiz und Ausschlag die Folgen. Vor allem Menschen, die allergisch auf Birken, Haselnuss und Erlenpollen reagieren, haben Probleme mit Äpfeln. Es handelt sich dabei um eine Kreuzallergie. Die Pollen enthalten ähnliche Eiweiß-Allergene.

Die meisten Apfelsorten, die man kaufen kann, sind neuere Züchtungen. Ältere Sorten haben Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe, die das Fruchtfleisch schnell braun werden lassen und für eine unebene Schale verantwortlich sind. Da sich diese Äpfel nicht so gut verkaufen lassen, hat man bei den neuen Sorten die Polyphenole weggezüchtet. Doch ohne diesen Stoff reagieren viele Menschen allergisch auf den Apfelgenuss.

Apfelsorten für Allergiker

Allergiker müssen nicht gänzlich auf Äpfel verzichten. Ältere Apfelzüchtungen enthalten noch die Polyphenole, die die allergenen Stoffe im Apfel inaktivieren. Gut verträglich sind z.B. die alten Sorten 'Berlepsch', 'Boskop' oder 'Rubinette'. Alternativ können Allergiker auch zu den speziellen Sorten, wie den Santana greifen. Er ist eine Neuzüchtung, auf den nur wenige allergisch reagieren. Die älteren, aber auch die Allergiker-Sorten sind leider nur für kurze Zeit im Herbst erhältlich, da sie nicht lange lagerfähig sind.

Da jeder Allergiker individuell reagiert, sollte jeder für sich selbst herausfinden, welche Sorten gut und welche Sorten weniger verträglich sind. Wer nicht ganz sicher ist, ob er einen bestimmten Apfel verträgt, kann zunächst einen Lippentest machen. Dazu die Lippen an die Schale halten. Wenn eine Reaktion ausbleibt, kann der Apfel mit Vorsicht verzehrt werden.

Stand: 19.09.2017, 15:00