Günstiger Schutz gegen Einbrecher

Günstiger Schutz gegen Einbrecher

Von Birgit Bonk und Birgit Brückner

Naht die Urlaubszeit, steigt die Sorge, dass Einbrecher in die Wohnung eindringen könnten. Doch Sicherheit vor Dieben ist oft mit Kosten verbunden. Gibt es Schutz vor Einbrechern auch für kleines Geld? Was taugen die preiswerten Sicherheits-Gadgets?

1. TV-Simulator - die Fernseh-Attrappe

Beim TV-Simulator erzeugen LED-Lampen Lichtstrahlen, die von außen in der Tat den Eindruck erwecken, als sei jemand in der Wohnung und würde fernsehen. Das könnte den Einbrecher abschrecken und dazu bewegen, lieber in die nächste Wohnung einzudringen, in der keine Lichtquelle zu sehen ist. Der Simulator schaltet sich automatisch bei Dämmerung ein und läuft auf Wunsch zwischen zwei und sieben Stunden lang. Vorteil: Das Gerät verbraucht weniger Strom als ein Fernseher und kostet rund 35 Euro.

Kriminalkommissar a. D. Bernd Uwe Fuchs findet die technische Spielerei in Zusammenhang mit anderen Lichtquellen hilfreich: Anwesenheit vortäuschen ist ein guter Schutz gegen Einbruch!

Servicezeit vom 19.10.2015:

Das Bild zeigt einen Simulator, der Licht wie ein Fernseher wiedergibt.

Die Fernseh-Atrappe funktioniert.

2. Elektronischer Wachhund

Ein elektronischer Wachhund mit Bewegungssensor ersetzt den lebendigen Hund. Wenn das Gerät eine Bewegung wahrnimmt, löst es Hundegebell aus. Und nicht vom Typ eines Pinschers, sondern vom Typ eines gefährlichen Schäferhundes. Möglich, dass ein Einbrecher sich davon abschrecken lässt. Der Hund aus der Dose kostet circa 58 Euro.

Eine durchaus lohnenswerte Investition, meint Kriminalkommissar a. D. Bernd Uwe Fuchs. Der bellende Hund macht Lärm und kann die Nachbarn alarmieren. Daumen hoch!

Das Bild zeigt einen Lautsprecher, der einen Wachhund simoliert.

Hungebell ertönt, sobald das Gerät eine Bewegung wahrnimmt.

3. Alarm-Türstopper

Beim Alarm-Türstopper  muss der Eigentümer in der Wohnung sein. Der Keil wird von innen unter die Tür geschoben. Wenn sie jemand öffnen will, ertönt ein ohrenbetäubendes, schrilles Alarmsignal. Der Bewohner wird auf den Eindringling aufmerksam. In dem Fall sollte er sich nicht in Gefahr bringen und den Täter stellen wollen. Besser die Polizei unter 110 anrufen.

Der Alarm-Türstopper kostet rund 12 Euro und bekommt Lob von unserem Präventions-Experten Bernd Uwe Fuchs: „Der Alarm-Keil  warnt nicht nur den Bewohner, sondern ist tatsächlich auch eine mechanische Sicherung, die verhindern kann, dass sich die Tür öffnen lässt. Daumen hoch!"

Das Bild zeigt einen Keil, den man von innen unter die Türe steckt.

Der Alarm-Türstopper wird von innen unter die Tür geschoben.

4. Aufkleber „Achtung Alarm gesichert“

Eine simple und günstigste Variante: die Alarm-Aufkleber. Die kosten nur ein paar Euro und können an der Haustür angebracht werden. Sie warnen vor Alarmsicherungen, die es gar nicht gibt. Aber das weiß ja keiner.

Unser Experte, Bernd Uwe Fuchs von der Kriminalpolizei, ist nicht überzeugt davon, dass sich durch einen Hinweis auf eine Alarmanlage der Dieb abschrecken ließe. Daumen runter!

Das Bild zeigt einen Aufkleber, vor Alarmsicherungen warnt.

Eine simple und günstigste Variante: die Alarm-Aufkleber.

5. Überwachungskamera mit Handykontakt

Die kostet 100 Euro und ein paar Nerven beim Konfigurieren. Aber, wenn die Kamera endlich filmbereit ist und mit dem Handy verbunden, funktioniert sie: Wenn sich ein möglicher Einbrecher im Raum bewegt, schickt die Überwachungskamera via Internet das Video ans Handy. Dann kann man den Einbruch im Urlaub oder im Büro live mit ansehen. Und sollte schnell die Polizei rufen.

Kriminalkommissar a. D. Bernd Uwe Fuchs hat dennoch Bedenken: „Einbruchschutz bedeutet, dass der Täter vor der Türe bleibt. Die Kamera zeichnet einen Täter auf, der aber schon in der Wohnung ist. Dann ist es leider zu spät.“ 

Das Bild zeigt eine Kamera.

Die Überwachungskamera überzeugt nicht, denn eigentlich soll der Einbrecher vor der Türe bleiben.

Fazit

Auch günstige Lösungen können Langfinger vertreiben. Alles, was es dem Einbrecher irgendwie schwieriger macht, in eine Wohnung einzudringen, ist besser als gar keine Sicherung!

Tipps für mechanische Sicherungen

Mit größerer Überzeugung empfiehlt unser Experte mechanische Sicherungen. Dazu gehören etwa Sperrriegel für die Türen, abschließbare Fenstergriffe und besondere Bolzen für Terrassen- oder Balkontüren. Dabei sollten Sie bei der Absicherung des Fensters nicht allein auf die Schlossseite achten, sondern auch an die Scharnierseite denken.

Für die Terrassentür empfiehlt sich ein stabiles Stangenriegelschloss. Da nur ausgesprochen geübten Heimwerkern die Selbstmontage zu empfehlen ist, kommen meist noch die Kosten für den Profi dazu. Anders als die meist nur abschreckenden Gadgets haben mechanische Sicherungen ihren Preis.


 

Stand: 15.10.2015, 09:00