Handwerker-Stichprobe: Schutz vor Einbrechern

Handwerker-Stichprobe: Schutz vor Einbrechern

Von Marco Jankowski

Speziell in der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Konjunktur, entsprechend steigt die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche. Allein in NRW erwarten Experten dieses Jahr rund 65.000 Einbrüche, ein trauriger  Rekord. Allerdings gibt es auch Schutzmaßnahmen.

Wer gerade neu baut oder aufwändig Türen und Fenster austauscht, bekommt in der Regel schon eine entsprechend gute Einbruchssicherung gleich mitgeliefert. Aber wie sieht es mit älteren Fenstern und Türen aus? Auch da gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten nachzurüsten. Doch wie sauber und seriös das gemacht wird, hängt wie so oft von einem entscheidenden Faktor ab: Den Handwerkern, die die Arbeit durchführen.

Die Testanordnung

Wir wollten die Qualität dieser Arbeiten einmal auf die Probe stellen und haben drei Fachbetriebe beauftragt, in einem Haus in Königswinter die Fenstertüren  nachzurüsten. Im  Wohnzimmer befinden sich gleich drei Zugänge nach außen, die alle schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben: darunter zwei Terrassentüren in den Garten – eine der beliebtesten Einstiegsmöglichkeiten bei Langfingern, weil man dort in der Regel unbeobachtet ist.

Einbruchschutz

Die Polizei bietet nützliche Tipps zum Stand der Technik und den Anforderungen an modernem Einbruchschutz.

Die alten Beschläge und Schließplatten sollen durch moderne, stabilere Getriebe ersetzt werden. Zudem wird jetzt mit sogenannten Pilzzapfen gearbeitet, die die Tür nicht nur schließen, sondern sich auch in der Schließplatte so verhaken, dass sie nicht  ausgehebelt werden können. Auch die alten Türgriffe weichen neuen, abschließbaren Griffen mit Sperrverriegelung.

Fazit

Nur eine einzige Firma präsentiert sich wirklich tadellos. Die Kollegen enttäuschen nicht nur durch ihren sehr unvorsichtigen Umgang mit dem Eigentum der Kunden. Viel wesentlicher: Der Fensterrahmen wird am Ende nicht durch zusätzliche Verdübelungspunkte mit dem Baukörper verbunden – so ist die ganze Konstruktion nur unzureichend abgesichert. Auch die alte Schere am Flügel bleibt drin, sodass wir nachher einen Mix aus alter und neuer Technik haben.

Bei der Expertensuche hilft die Polizei!

Die Polizei bietet nicht nur mittlerweile selbst nützliche Tipps zum Stand der Technik und den Anforderungen an modernen Einbruchschutz an, sondern hat auch als besonderen Service sogenannte „Errichterlisten“ auf ihren Homepages gesammelt. Das sind Listen von Fachunternehmen, die nachweislich alle Anforderungen erfüllen, um eine fachgerechte Aufrüstung durchzuführen. Aber Vorsicht: Das ist natürlich keine Garantie, dass jeder Auftrag auch tatsächlich optimal ausgeführt wird, denn darauf hat die Polizei keinen Einfluss. Jedoch sind diese Listen in jedem Fall schon einmal ein guter Anhaltspunkt, welche Firmen in Ihrer Umgebung schon einmal den Nachweis ihrer Kompetenz erbracht haben. Nehmen Sie das als Ausgangspunkt, versuchen sie, weitere Informationen über die Firma zu sammeln, überprüfen sie die Homepage – Wirkt das professionell? Werden Referenzen angegeben? – durchforsten Sie das Internet nach Erfahrungsberichten, etc.

Ein Mann schließt eine Balkontür ab.

Terrassentüren sind eine der beliebtesten Einstiegsmöglichkeiten bei Einbrechern.

Im Zweifelsfall: Den Sachverständigen rufen!

Wer nachrüsten lässt, der muss ordentlich Geld in die Hand nehmen – selbst bei einer einzigen Terrassentür im Test wurden gut 500 Euro fällig; da kann man in etwa hochrechnen, was das bei mehreren Türen und Fenstern kostet. Heißt: Wer so viel investiert, will am Ende auch sicher sein, dass es trotz Nachrüstung nicht zum Einbruch kommt und die Versicherung nicht zahlt, weil sich  herausstellt, dass die Nachrüstung nicht fachgerecht durchgeführt wurde. Wer also sicher sein will, spart nicht am falschen Ende, sondern holt sich vor Abnahme der Arbeiten einen Sachverständigen hinzu, der die Arbeitsleistung abnickt. Der kostet zwar Geld, aber schafft am Ende auch Sicherheit.

Geld sparen – Fördern lassen!

Jeder Haus- oder Wohnungseigentümer – unter Einschränkungen sogar Mieter – kann bei einer Nachrüstungsmaßnahme einen Förderantrag stellen und sparen. Je nach Größenordnung der Maßnahme gibt es dabei entweder Investitions-Zuschüsse oder günstige Darlehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bietet Förderprogramme an, Informationen zu den Förderungsformen findet man aber auch zusammengefasst auf der Homepage der KfW-Bankengruppe.

Stand: 17.11.2015, 09:00