Fünf Tipps gegen WhatsApp-Kettenbriefe

Fünf Tipps gegen WhatsApp-Kettenbriefe

Von Dennis Horn

Kettenbriefe sind uralt, aber selbst im Internet nicht totzukriegen. Erst haben sie die Runde per E-Mail gemacht, dann über Facebook - und heute vor allem im Kurznachrichtendienst WhatsApp. Dabei lassen sie sich mit ein paar einfachen Tipps schnell enttarnen.

"Wichtige Meldung: Dein geliebtes App WhatsApp wird in nächster Zeit kostenpflichtig, sprich es werden Monatliche Kosten anfallen! Um dies zu umgehen, hat die WhatsApp Gemeinde beschlossen, diesen Kettenbrief zu schreiben. Damit diese Warnung Anklang findet, soll sie so oft wie möglich weitergesendet werden. Dies ist auch der einzige Weg, um sich von den Zukünftigen Kosten zu befreien. Somit kannst du von Glück sprechen, wenn du überhaupt diese Nachricht lesen konntest. Nachdem du diese Nachricht erfolgreich (Doppelhaken) an 10 weitere Freunde versendet hast, wird dein WhatsApp Logo in roter Farbe aufleuchten."

Was ist dran an diesen Meldungen? Nichts.

Meldungen wie diese sind nicht mehr als eine Falschmeldung, eine Art Virus in Textform. Nutzer halten diese Meldungen immer wieder für wahr und leiten sie deshalb ungeprüft weiter. Dabei ist absolut nichts dran.

Bis heute macht die Meldung oben ihre Runde in WhatsApp. Dabei hat das Unternehmen schon Anfang 2012 gebloggt: "Wir würden lieber an coolen neuen Funktionen basteln, als uns um solch dumme Geschichten kümmern zu müssen." Und nicht nur WhatsApp ist betroffen. Auch Facebook-Nachrichten über an Krebs erkrankte Kinder, E-Mails mit Warnhinweisen der Polizei oder SMS der eigenen Bank stellen sich immer wieder als falsch heraus. Das beste Rezept: einfach sofort löschen.

Wie erkenne ich solche Kettenbriefe? Sehr schnell.

Die Zahl solcher Kettenbriefe steigt, und mit jeder neuen Möglichkeit, übers Netz miteinander zu kommunizieren, kommen neue dazu. Trotzdem lassen sie sich einfach enttarnen - mit den folgenden fünf Punkten, zusammengetragen vom Hoax-Infoservice der TU Berlin:

Enthält die Nachricht die Aufforderung, sie schnell weiterzuleiten?

Auch im Beispiel oben steht, die Nachricht solle "so oft wie möglich weitergesendet werden" - das deutlichste Zeichen für eine Falschmeldung.

Enthält die Nachricht die Überschrift "Warnung" oder ähnliches?

Journalisten nennen so etwas Eyecatcher: ein paar Worte zu Beginn, die den Nutzer sofort fesseln sollen - so wie das "Wichtige Meldung" oben.

Enthält die Nachricht einen Hinweis auf deutliche Konsequenzen?

Weiterleiten ist angeblich der "einzige Weg, um sich von zukünftigen Kosten zu befreien". Wahr ist: WhatsApp kostet seine Nutzer nichts.

Enthält die Nachricht eine ungenaue Quelle?

Wer ist denn diese "WhatsApp Gemeinde" - und wo kann sie überhaupt etwas beschließen? Unsinn - solange nicht auch auf den Webseiten des Unternehmens selbst etwas zum Thema zu finden ist.

Enthält die Nachricht ungenaue Zeitangaben?

WhatsApp soll "in nächster Zeit" kostenpflichtig werden. Oft enthalten solche Kettenbriefe ungenaue Angaben wie "gestern" oder "am Freitag", damit sie möglichst immer aktuell wirken und auch immer wieder weitergeleitet werden.

Whatsapp Kettenbriefe erkennen

Stand: 18.04.2017, 11:55