Virtuelle Welten für alle

Virtuelle Welten für alle

Von Dennis Horn

Virtuelle Welten sind nicht mehr nur ein Traum aus Science-Fiction-Serien. Mit Virtual und Augmented Reality kommen wir dieser Vision schon recht nah. Die Technik ist mittlerweile bezahlbar, während die Zahl der Apps und Videos für die Brillen explodiert. Aber wie steige ich in diese Technik ein?

Spiele, Filme, Reportagen, Städteführungen, Wohnungsbesichtigungen - mit Virtual-Reality-Brillen, kurz VR-Brillen, sind mittlerweile viele Dinge möglich. Dasselbe gilt für die Augmented-Reality-Technik, bei der wir nicht komplett aus dieser Welt verschwinden, sondern bei der sich die virtuelle Welt über die reale legt - und beide miteinander verschmelzen.

Virtual Reality per Smartphone

Es gibt zurzeit keine andere Technik, für die man so wenig zahlen und mit der man gleichzeitig so viel Spaß haben kann: Schon für 5 Euro gibt es Virtual-Reality-Brillen aus Pappe mit eingebauten Linsen, in die man sein Smartphone klemmt und so per App in virtuelle Welten reisen kann.

Etwas komfortabler sind Brillen aus Kunststoff ab rund 20 Euro. Besitzer bestimmter Smartphones können außerdem auf High-end-Varianten zurückgreifen: die Samsung Gear VR für die hauseigenen Galaxy-Smartphones kostet rund 200 Euro, das Google Daydream View für kompatible Smartphones wie das firmeneigene Pixel gibt es für 70 Euro.

Die "Head-mounted-Smartphone"-Technik macht dann aus jedem halbwegs aktuellen Gerät eine VR-Brille: Die in den Brillen eingebauten Linsen machen es möglich, aus nächster Nähe auf den Smartphone-Bildschirm zu gucken. Und die Sensoren im Smartphone messen die Bewegungen des Kopfes und setzen sie eins zu eins und oft verzögerungsfrei in Bewegungen in der virtuellen Welt um.

Das Bild zeigt eine Person, die eine Virtual-Reality-Brille trägt.

Dennis Horn probiert die neuen Virtual-Reality-Brillen aus.

Die Auswahl an Apps ist gerade für Android-Smartphones schon riesig. Auch mit der YouTube-App lassen sich spezielle 360-Grad-Videos im Virtual-Reality-Modus anschauen. Hier haben nur Besitzer etwas älterer iOS-Geräte das Nachsehen, auf denen die 360-Grad-Videos nicht laufen.

Virtual Reality per eigenständiger Brille

Smartphone-Displays haben einen Nachteil: Sie wirken zum Teil noch etwas pixelig, gerade wenn es sich um Geräte der nicht ganz aktuellen Generation handelt. Das dürfte in den kommenden Jahren zwar kein größeres Thema mehr sein. Wer aber schon heute Wert auf höchste Qualität legt, sollte zu einer eigenständigen VR-Brille greifen.

Zur Königsklasse dieser Brillen gehört zum Beispiel die PlayStation VR für knapp 400 Euro - als Erweiterung für die gleichnamige Spielekonsole. Die Oculus Rift, die von einem Tochterunternehmen von Facebook hergestellt wird, ist ab etwa 700 Euro zu haben, die HTC Vive für rund 800 Euro. Damit diese Brillen überhaupt funktionieren, müssen sie allerdings mit einem Hochleistungsrechner verbunden werden. Gespickt mit Sensoren und Kabelsalat sind sie vor allem eine Wahl für passionierte Gamer.

Wer also jetzt schon einsteigen möchte, greift am besten auf die billige Smartphone-Technik zurück, sucht sich unter dem Stichwort "VR" die entsprechenden Videos und Apps und kann sofort loslegen.

Augmented Reality kommt

Ähnlich spannend sind die Entwicklungen in der Augmented Reality (AR), die es erlaubt, digitale Inhalte und reale Welt gleichzeitig wahrzunehmen - im Gegensatz zur VR-Technik, die uns von der Außenwelt abschirmt.

Der bekannteste AR-Vertreter bisher ist die Microsoft HoloLens: eine Datenbrille, die erst einmal wie eine deutlich zu groß geratene Skibrille wirkt. Mit ihr sieht man zwar noch die normale Umgebung - allerdings abgedunkelt, während über kleine Glasflächen vor den Augen Infos zur Umgebung oder virtuelle Bilder eingeblendet werden.

Noch befinden sich die Anwendungen für AR-Brillen in der Entwicklung, und auch die Zahl der Geräte ist noch sehr übersichtlich. Einige Experten schätzen aber schon jetzt, dass Augmented Reality im Gegensatz zu Virtual Reality am Ende die wesentlich erfolgreichere Technik sein könnte.

Stand: 28.02.2017, 18:15