Standort-Apps können Leben retten

Standort-Apps können Leben retten

Von Lars Burkschat

Im Alltag dient das Smartphone vielen Menschen als nützlicher Helfer. Im Falle eines Unglücks, kann es sogar das eigene Leben retten. Denn bei einem Unfall im Wald kann der Verunglückte oftmals nicht genau beschreiben, wo er sich befindet.

  • Irrglaube: Genaue Handyortung
  • Feuerwehr Hagen empfiehlt Standort-Apps
  • Notlösung: WhatsApp

Standort-Apps können Leben retten

Im Alltag dient das Smartphone vielen Menschen als nützlicher Helfer. Im Falle eines Unglücks, kann es sogar das eigene Leben retten. Denn bei einem Unfall im Wald beispielsweise kann der Verunglückte oftmals nicht genau beschreiben, wo er sich befindet.

Standort-Apps können Leben retten

WDR 2 Quintessenz | 16.05.2017 | 03:50 Min.

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Irrglaube - Genaue Handyortung

Die Vermutung, dass die Feuerwehr den Standort des Handys auf wenige Meter orten kann, ist ein Irrglaube. Auf dem Computer-Bildschirm der Notruf-Leitstelle blinkt lediglich der nächste Funkmast auf, und der kann mehrere Kilometer vom eigentlichen Anrufer entfernt sein. Eine genaue Ortung ist nicht so einfach möglich, erklärt Martin Gust, Leiter der Notruf-Leitstelle in Hagen.

Standort-App beschleunigt die Suche der Feuerwehr

Besonders in Wäldern gibt es für Verunglückte oftmals nur wenige Anhaltspunkte wo sie sich genau befinden. Deshalb empfiehlt z. B. die Feuerwehr Hagen, eine Standort-App herunterzuladen und sich für den Ernstfall mit der Handhabung vertraut zu machen. Im Notfall zählt oft jede Minute. Die Standort-Apps zeigen dem Nutzer die genauen GPS-Koordinaten an. Gibt man diese telefonisch bei der Notruf-Leitstelle durch, wissen die Retter exakt, wo sich der Hilfesuchende befindet.

Welche Standort-Apps gibt es und was ist mit dem Datenschutz?

In den App-Stores ist die Auswahl riesig. Viele Anbieter stellen die Standort-Apps kostenlos zur Verfügung. Einmal heruntergeladen funktionieren sie dann für den Notfall auch ganz ohne Internet. Generell gilt: Es gibt keine App an der nicht irgendjemand etwas auszusetzen hat. Manche Apps haben in der Praxis den Standort nicht genau wiedergegeben. Deshalb sollte nach dem Download die App unbedingt getestet werden.

Für Apple-Nutzer gibt es beispielsweise die App "Einfach hier". Die App ist sehr einfach zu bedienen, kostenlos und hat im Selbsttest auch recht schnell und sehr genau funktioniert. Für Smartphones mit Android ist die App "Standort" von "Idevelop.com" positiv aufgefallen. Ebenfalls gute Noten gibt es für die App "Map Factor" – eigentlich eine Navigations-App. Karten für alle Regionen der Welt lassen sich einfach kostenlos herunterladen und garantieren so ein internetfreies Navigationsgerät – mit GPS Funktion. Einziges Manko: Die Handhabung ist gewöhnungsbedürftig. Dafür haben aber verschiedene Technikportale gerade diese App mit einem sehr geringen Risiko beim Thema "Datenschutz" bewertet. Denn ähnlich wie bei vielen anderen Programmen, verlangen auch die Standort-Apps viele Berechtigungen für das eigene Smartphone.

Immer mehr Feuerwehren setzen auch auf Whats App

Die Zahl der Smartphone-Nutzer mit installierter Standort-App hält sich noch in Grenzen. Deshalb setzt die Feuerwehr in Hagen auch auf den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp. Kann ein Verunglückter seinen Standort nicht genau beschreiben, schickt die Feuerwehr eine WhatsApp-Nachricht an den Anrufer. Dieser muss dann lediglich seinen Standort zurücksenden. Bei Android-Smartphones einfach oben auf das Büroklammer-Symbol drücken und dann auf "Standort", bei Apple-Geräten unten auf dann Plus-Symbol drücken und dann ebenfalls "Standort" auswählen. Auch in anderen Städten wie Düsseldorf und Krefeld funktioniert die Übermittlung per WhatsApp bereits reibungslos. Allerdings weist die Feuerwehr darauf hin, dass WhatsApp nicht den eigentlichen Notruf 112 ersetzt. Zudem hat der Messenger-Dienst einen Schönheitsfehler: Was passiert wenn der Verunglückte im Wald keinen Internetempfang hat? Denn nur so funktioniert WhatsApp. Hier haben die GPS-basierte Standort-Apps einen klaren Vorteil.

Stand: 16.05.2017, 00:00