EU-Roaming: Vorsicht bei "Day Packs" und "Partnertarifen"!

EU-Roaming: Vorsicht bei "Day Packs" und "Partnertarifen"!

Seit Mitte Juni sollen Verbraucher überall in der EU zu Inlandspreisen mobil telefonieren und surfen - eigentlich. Denn die neue EU-Roaming-Verordnung enthält Schlupflöcher, die im Urlaub teuer werden könnten.

Nicht alle Urlauber erhalten derzeit hinter der Grenze die erhoffte SMS mit dem Tarifinfo: "Sie telefonieren genauso günstig wie zu Hause". Wer etwa im vergangenen Sommer eine Tarifoption wie das "EU Day Pack" von O2 gebucht hat, steckt automatisch weiter in diesem Tarif - obwohl dieser nach der EU-Gesetzesänderung unverhältnismäßig teuer ist.

Achtung vor "unregulierten Tarifen"

Möglich ist dies, weil diese Option zu den sogenannten "unregulierten Tarifen" zählt, die einen Zusatznutzen zum reinen EU-Tarif bieten - in diesem Fall ist die Schweiz als Nicht-EU-Land enthalten. Da sich der Kunde den Tarif zu einem früheren Zeitpunkt freiwillig ausgesucht habe, stelle man keinen Kunden gegen seinen Willen auf das normale EU-Roaming um, heißt es bei O2 dazu.

Nur, den meisten Kunden dürfte nicht bewusst sein, dass ihr Urlaubstarif aus dem letzten Jahre womöglich dieses Jahr unnötig das Reisebudget belastet. O2-Kunden, die von den kostenlosen Roaming-Gebühren profitieren wollen, müssen daher womöglich erst früher gebuchte O2-Optionen kündigen.

Mobilfunkvertrag überprüfen!

Im Gegensatz zum Anbieter vertritt die Verbraucherzentrale NRW den Standpunkt, dass aus juristischer Sicht der Verbraucher aktiv die Beibehaltung des zuvor gebuchten Tarifs bestätigen müsse. Die Bundesnetzagentur schreibt den Anbietern lediglich vor, dass diese bei alternativen Tarifen über den Start von "Roam-like-at-home" und den damit verbundenen Vorteilen informieren müssen.

Grundsätzlich raten die Verbraucherschützer, vor dem Urlaub noch einmal den gültigen Vertrag zu überprüfen, auch hinsichtlich möglicher Einschränkungen von Zusatzleistungen im Ausland.

Community-Verbindungen

So haben Tarifvergleiche der Zeitschrift "Finanztest" ergeben, dass bei neun von 16 Anbietern Zusatzkosten entstehen, wenn Kunden das Handy im Urlaub wie zu Hause nutzen. Einige Anbieter erheben im EU-Ausland Gebühren für im Inland kostenlose Dienste: So telefonieren beispielsweise bei Aldi, Edeka, Rossmann und Tchibo die Kunden des Anbieters untereinander in Deutschland kostenlos, im Ausland jedoch nicht. Hier werden die Community-Verbindungen auf das gebuchte Volumen angerechnet.

Stand: 22.06.2017, 13:38