Goodbye Paint

Eine Frau arbeitet am 20.06.2011 am Strand von Santa Ponsa auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca mit ihrem Laptop am Wasser.

Goodbye Paint

Von Jörg Brunsmann

Mit der heftigen Reaktion hatte Microsoft nicht gerechnet. Als der Konzern letzte Woche verkündet, dass das Programm Paint künftig nicht mehr automatisch in Windows enthalten sein wird, gab es viele Reaktionen von Nutzern.

Kein Wunder, immerhin war Paint seit 32 Jahren in jeder Windows-Version enthalten. Microsoft beeilte sich, klarzustellen, dass man Paint weiterhin bekommen kann; man muss es nur nachträglich aus dem Windows Store herunterladen. Das Programm teilt damit ein Schicksal mit vielen anderen klassischen Programmen, die ebenfalls nach und nach aus unserem Alltag verschwinden.

Ein Bildschirmschoner

Pipelines überall: Ein Klassiker der Windows-Bildschirmschoner

Auch Bildschirmschoner auf der Streichliste

Was in dem Getöse um Paint ein bisschen unterging: Auch die Bildschirmschoner werden nach und nach aus Windows verschwinden. Keine fliegenden Buchstaben oder sich durch den Raum ausbreitende Pipelines mehr. Viele Nutzer werden das aber wohl gar nicht bemerken, denn technisch haben Bildschirmschoner schon lange ausgedient. Als Röhrenmonitore noch der Standard waren, machten die Programme Sinn: So wurde verhindert, dass sich Inhalte in dem Monitor einbrennen konnten. Das passierte, wenn ein Bild lange Zeit auf dem Monitor angezeigt wurde; Buchstaben und Grafiken blieben als eine Art Schatten dauerhaft auf dem Monitor zu sehen. Der Wechsel auf ein anderes Bild – den Bildschirmschoner – verhinderte das. Heute, im Zeitalter der Flachbildmonitore, machen die Programme keinen Sinn mehr; im Gegenteil. Die Bildschirmschoner verhindern sogar, dass der Monitor in den Energiesparmodus schaltet.

Goodbye Paint

WDR 2 Servicezeit | 02.08.2017 | 03:08 Min.

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Pac Man im Browser

Pac Man im Browser? Kein Problem – Google führt einen direkt zum Spiel.

Spiele-Klassiker: Nicht installiert, aber schnell erreichbar

Auch die Spiele in Windows sind mittlerweile andere geworden – und oft gar nicht mehr installiert. Vor allem auf Bürocomputern werden die kleinen Zeitfresser bei der Installation gerne ausgeklammert, um erst gar keinen Anreiz für spielerische Zeitverschwendung zu schaffen. Ändern kann man das schneller, als manchem Chef lieb ist, denn viele Spiele lassen sich heute ganz ohne Installation direkt im Browser spielen. So wie der Windows-Klassiker „Mine Sweeper“, der sogar eine eigene Internetseite hat. Ähnlich leicht erreichbar ist der 80er-Jahre-Klassiker „Pac Man“. Wer bei Google das Suchwort „Pac Man“ eingibt, bekommt das Spiel direkt angeboten; ein Mausklick mehr und man kann anfangen zu spielen.

Karl Klammer

Karl Klammer – der ungeliebte Assistent ist mittlerweile in Rente geschickt worden

Programme, die man gerne verschwinden sieht

Und dann gibt es noch die Programme, bei denen man froh ist, ihnen nicht mehr Tag für Tag zu begegnen. So wie "Karl Klammer". Der Assistent war in den Office-Programmen von Microsoft eingebaut. Und nervte durch seine penetrante aber meistens wenig intelligente Hilfe: "Anscheinend möchten Sie einen Brief schreiben. Kann ich Ihnen helfen?" – eine Frage, die viele schon aus Prinzip mit "Hau endlich ab" beantworteten. Was allerdings gar nicht so einfach war; man musste etliche Male klicken, um den klammernden Karl wirklich loszuwerden. Mittlerweile hatte auch Microsoft ein Einsehen und hat den Assistenten aufs Altenteil verbannt.

Stand: 02.08.2017, 00:00