Vorsicht! Lockanrufe!

Vorsicht! Lockanrufe!

Von Peter Kuttler

Das Telefon klingelt, aber Sie haben keine Chance den Anruf anzunehmen. Es erscheint eine unbekannte Nummer im Display und die Frage taucht auf: "Wer hat da bloß angerufen?" Wahrscheinlich hat jeder das so oder so ähnlich schon mal erlebt.

Neugierde kann teuer werden

Die Kombination von kurzem Läuten und einer unbekannten Nummer auf dem Telefondisplay sollte einen stutzig machen. In der Regel handelt es sich um Lockanrufe, deren Läuten viel zu kurz angesetzt ist, als dass eine Chance bestünde, den Anruf entgegenzunehmen. Entscheidend ist, dass genau damit der Rückruf provoziert werden soll. Das Spiel mit der Neugierde des Angerufenen ist auch oft erfolgreich. Dann geht der Rückruf entweder über Satellitenanschlüsse oder zu teuren Auslandszielen.

Auf die Spitze wird die Abzocke gelegentlich mit Warteschleifen getrieben, in denen der Rückrufer eine Zeit festgehalten wird – mit Gesprächskosten von mehreren Euro pro Sekunde! Andere Varianten des Betrugs kassieren über eine Gesprächspauschale. Dabei kann dieser Rückruf von schon mal bis zu 30 Euro kosten.

Besonders fies ist die Masche mit den scheinbaren Gratisnummern. Dabei erscheint im Display des Angerufenen eine 0800er-Nummer. Ruft man die an, kommt häufig die Frage: "Möchten Sie verbunden werden? – Sagen sie 'Ja' oder drücken sie die '1'." Anschließend wird eine andere, kostspielige Verbindung aufgebaut.

Nicht auf Ansage eingehen

Handydisplay zeigt einen Anruf mit unbekannter Nummer an

Vorsicht bei unbekannten Rufnummern

Haben sie die kostenfreie Nummer (die 0800er Nummer) angerufen und werden dann gefragt, ob sie verbunden werden möchten, legen sie bitte sofort auf! Sagen Sie kein Wort und drücken Sie, außer der Taste zum Beenden des Gesprächs, keine weitere Taste am Telefon. Denn das Drücken einer anderen Taste kann unter Umständen als Zustimmung zum Aufbau des teuren Gespräches gewertet werden.

Bundesnetzagentur kämpft gegen Rückrufabzocker

Die teuren Satellitennummern erkennt man übrigens meist an der Vorwahl 0088 oder +88 und die Vorwahl von kostspieligen Auslandsnummern sieht manchmal aus wie bei einschlägigen Fernseh-Gewinnspielen: Etwa 0137 oder 0900. Diese Nummern kann man mieten und dadurch beim Anruf mitverdienen – zum Beispiel TV-Sender, die ihre Zuschauer zu Gewinn versprechenden Anrufen animieren und ihnen durch ergebnislose Warteschleifen Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Die Bundesnetzagentur verfolgt die Telefonabzock-Masche sehr aufmerksam. Im Betrugsfall werden die betreffenden Nummern abgeschaltet und den jeweiligen Betreibern verboten, die Rechnungen einzukassieren. Auf der Webseite der Bundesnetzagentur werden unter der Rubrik "Rufnummernmissbrauch" die aufgeflogenen Nummern aufgelistet und man kann dort Beschwerden gegen Anrufer einreichen. Allerdings kommen ständig neue Betrüger-Nummern hinzu. Bis die Netzagentur diese aufgedeckt und erfasst hat, ist das "Betrugsfenster" offen.

Grundsätzlich gilt: Wer bereits bezahlt hat, für den ist es schwierig, den Betrag wieder zurück zu bekommen. Vor allem, wenn man seinem Telekommunikations-Anbieter eine Einzugsermächtigung erteilt hat. Wer per Überweisung zahlt, kann die Rechnung überprüfen und das Geld für die Telefon-Abzocke zurückerhalten.

TIPP
Die Vorwahlnummern, die im Verdacht betrügerischer Rückruf-Abzocke stehen, können im eigenen Telefon oder beim Netzbetreiber gesperrt werden!

Stand: 27.09.2017, 00:00