Computerspiele: Elf Trends und Traditionen zur neuen Spielzeit

Computerspiele: Elf Trends und Traditionen zur neuen Spielzeit

Von Tobias Nowak

Der Kalender der Computerspielszene beginnt nicht an Neujahr, sondern im Sommer mit den großen Computerspielmessen der Welt. Wir stellen einige der mit Spannung erwarteten Titel vor.

Sea of Thieves (c) Rareware

1. „Sea of Thieves“ – Gemeinsam mit Freunden die sieben Weltmeere unsicher lachen (Xbox One, PC)

„Asymmetrische Koop-Spiele“ werden immer beliebter. Dabei geht es darum, mit einigen Mitspielern gemeinsam ein Ziel zu verfolgen, wobei die Spieler jeweils sehr individuelle Aufgaben übernehmen. In „Sea of Thieves“ gilt es, mit Freunden ein schnuckeliges Piratenschiff durch raue See und Gefechte mit anderen Spielern zu steuern. Dabei muss einer steuern, ein anderer die Segel setzen, der dritte die Kanone bedienen, usw. Das ist sehr lustig und komplizierter, als man denkt.

1. „Sea of Thieves“ – Gemeinsam mit Freunden die sieben Weltmeere unsicher lachen (Xbox One, PC)

„Asymmetrische Koop-Spiele“ werden immer beliebter. Dabei geht es darum, mit einigen Mitspielern gemeinsam ein Ziel zu verfolgen, wobei die Spieler jeweils sehr individuelle Aufgaben übernehmen. In „Sea of Thieves“ gilt es, mit Freunden ein schnuckeliges Piratenschiff durch raue See und Gefechte mit anderen Spielern zu steuern. Dabei muss einer steuern, ein anderer die Segel setzen, der dritte die Kanone bedienen, usw. Das ist sehr lustig und komplizierter, als man denkt.

2. „PlayerUnknown’s Battleground“ – Bis zum letzten Mann (Xbox One, PC, PS4)

„PlayerUnknown’s Battleground“ hatte niemand auf dem Schirm − bis plötzlich alle es spielten. Ein echtes Online-Phänomen. „Battle Royal“ nennt sich der Spielmodus, der hier perfekt zelebriert wird: 100 Spieler landen mit ihren Avataren per Fallschirm auf einer Insel. Zwischen verfallenen Fabriken, verlassenen Städtchen und leeren Bauernhöfen sucht man Kleidung und Waffen – und die anderen Spieler, um sie zu erschießen. Für „Ballerspiel“-Kritiker ein rotes Tuch, für sehr viele Spieler ein großer Spaß, denn „PlayerUnknown’s Battleground“ ist oft auch eine sehr lustige Angelegenheit.

3. „Star Wars: Battlefront II“ – Vor langer Zeit, in einer Galaxie … (Xbox One, PC, PS4)

Und noch ein Shooter: 2015 sorgte „Star Wars: Battlefront“ für Aufsehen: Noch nie hatte ein Star Wars-Spiel so gut ausgesehen − die Wälder auf Endor, die Eiswüste von Hoth, die Jedi, die Raumschiffe, die Waffen – und sich so „richtig“ angehört. Aber nachhaltig konnte es nicht begeistern, vor allem, weil es keine Kampagne gab, keine Story, die man durchspielen konnte. Das soll nun alles ganz anders werden. Und vor allem: Man spielt eine Imperiale Offizierin, also eine der Bösen! Man kann nur hoffen, dass die imperialen Blastergewehre im Spiel treffsicherer sind als die der Stormtrooper in den Filmklassikern…

4. „Shadow of the Colossus“ – Ein Klassiker ganz neu (PS4)

„Shadow of the Colossus“ von Fumito Ueda kam 2005 heraus und galt schnell als ein Kunstwerk, ein Meilenstein, ein Klassiker. Man spielt einen jungen Mann, der durch eine große, aber weitgehend leere Spielwelt reitet und 16 Kolosse erlegen muss. Das Endmotiv ist dabei zweitrangig, denn was alle Spieler erschütterte: für den Tod dieser Kolosse − gigantischen, fantastischen Halbtierwesen – verantwortlich zu sein. Die Ankündigung der technisch aktualisierten Neuauflage erfüllt alle Gamer mit Vorfreude.

5. „Destiny 2“ – Gemeinsam Aliens jagen (Xbox One, PC, PS4)

Destiny 2, genau wie sein Vorgänger, der Inbegriff des Koop-Shooters: Gemeinsam mit Freunden jagt man böse Aliens – ein „Freund“ kann dabei natürlich auch eine oberflächliche, spielzielorientierte Online-Bekanntschaft sein − und sammelt mit manischem Eifer zufallsgenerierte Beute. Das Ganze ist eine ziemlich heitere Veranstaltung – die Avatare haben sogar richtig gute Tanzmoves drauf! – und hat selbst in den gruseligsten Situationen den Charme einer Geisterbahn. Sogar die Outfits in Destiny scheinen sich eher an denen der Cosplayer zu orientieren, den kostümierten Paradiesvögeln, die auf der Gamescom herumlaufen, als umgekehrt.

6. „Super Mario Odyssey“ – Ein alter Freund rennt weiter (Switch)

Die Einführung eines neuen Systems ist immer ein riskantes Unternehmen, aber Nintendo hat mit der Switch wieder mal alle überrascht: Eine einzigartige Architektur (halb Portable, halb Videospielkonsole) und ein unverzichtbares Spiel („Zelda: Breath of the Wild“) führten zum frühen Erfolg. Mit „Super Mario Odyssey“ wird nun eine weitere Spiel-Reihe auf die nächste Konsole geführt. Es geht wieder um Rennen und Springen, Monde und Münzen sammeln, Dinosaurier und Pilze, wie üblich im unvergleichlichen Nintendo-Stil.

7. „Assassin’s Creed: Origins“ – Meucheln wie die alten Ägypter (Xbox One, PC, PS4)

In Köln sagt man, dass etwas Tradition ist, wenn man es drei Jahre in Folge gemacht hat. Ubisoft hat seit  2007 jedes Jahr – außer 2016 − mindestens eine große Fortsetzung der „Assassin’s Creed“-Reihe veröffentlicht. Sie entführt die Spieler als Meuchelmörder in die Welt der Geheimbünde und Weltverschwörungen, vor allem aber in spannende Episoden der Geschichte. Nach Italien in der Renaissance, Paris in der Französischen oder London in der Industriellen Revolution ist nun das alte Ägypten dran. Ob das zuletzt etwas abgegriffene Konzept wieder an Leben gewonnen hat?

8. „Call of Duty: WWII“ – Ballern wie früher (Xbox One, PC, PS4)

„Call of Duty“ ist eine seit fast fünfzehn Jahren extrem erfolgreiche Reihe von militärischen Ego-Shootern, die die Spieler vom 2. Weltkrieg bis zuletzt in Science-Fiction-Szenarien entführte. Ein sehr hohes technisches Niveau gehörte dabei immer zum Markenzeichen der Reihe. Mit „Call of Duty: WWII“ geht es zurück zu den Wurzeln, d.h. in den 2. Weltkrieg. Man kämpft sich in einer aufwändigen Kampagne als Mitglied einer US-Einheit vom D-Day bis Deutschland durch. Activision betont die Sorgfalt bei der Rekonstruktion der Waffen, Uniformen und Umgebungen. Eine Auseinandersetzung mit den historischen Umständen steht da hinten an.

9. „Need für Speed: Payback“ – Vollgas und Action (Xbox One, PC, PS4)

Die Fortsetzung erfolgreicher Spielkonzepte und Spielreihen ist in der Games-Branche noch verbreiteter als im Kino. Und „Need for Speed“ war immer erfolgreich mit adrenalinpumpenden, Arkade-mäßigen (d.h. nicht sonderlich realistischen) Rennen, bei denen man sich schnell wie der Held in „The Fast & the Furious“ fühlt: Atemberaubende Stunts, Lachgaseinspritzung, lange Drifts und furchtbar-faszinierende Crashs. Ach ja, die Story, die das Motiv hinter all den Rennen liefert, wird wahrscheinlich wieder niemanden interessieren.

10. „Middle Earth: Shadow of War“ – jede Menge Orks verhauen (Xbox One, PC, PS4)

Als eine Art elbischer Ringgeist in Mordor für Ärger sorgen, dabei haufenweise Orks, Uruk-Hai und Trolle spektakulär entleiben, und sogar eine Armee „bekehrter“ Orks gegen Sauron aufstellen: Das ist der Kern von „Shadow of War“. Der Clou: Das geniale „Nemesis-System“ sorgt dafür, dass die zufallsgenerierten Gegner sich an den Spieler und die ausgefochtenen Zweikämpfe erinnern (wenn sie diese überlebten). So entwickelt sich eine einzigartige Beziehung zwischen Spieler und Ork-Gegnern.

11. „Mario + Rabbis Kingdom Battle“ – Mario als Stratege (Switch)

Games-Urgestein Nintendo ist immer für eine Überraschung gut, Branchenriese Ubisoft eher nicht. Aber „Mario + Rabbids“ war für beide ein Coup: Zwei erfolgreiche Franchises („Super Mario“ von Nintendo und „Raving Rabbids“ von Ubisoft) miteinander zu verschmelzen, und dann sogar noch das Spielgenre zu ändern, ist ein Risiko. „Mario + Rabbids“ ist nämlich kein „jump‘n run“ mehr, sondern ein rundenbasiertes Strategiespiel, noch dazu kein simples. Ob das dem Nintendo-Charme sonst erliegende Kinder-Publikum hier auf seine Kosten kommen wird?

Stand: 22.08.2017, 06:00 Uhr