Freifunker sollen gemeinnützig werden

Freifunker: Kostenloses Internet für alle

Freifunker sollen gemeinnützig werden

Wenn mehrere Menschen ihre WLAN-Router zusammenschließen und das Netz für die Öffentlichkeit freigeben, heißt das Freifunk. Das NRW-Kabinett will erreichen, dass Freifunk-Initiativen als gemeinnützig anerkannt werden.

Die Grundidee von "Freifunk" ist simpel: Statt vieler einzelner Netze schließen beispielsweise mehrere Nachbarn ihre Internet-Einwahlknoten zusammen und schaffen so ein größeres lokales Netz, das von vielen anderen Usern mitgenutzt werden kann. Über Richtfunk können so sogar ganze Stadtteile untereinander verbunden werden.

W-LAN für Flüchtlinge

Mit dem Handy die Verbindung zur Heimat halten

Immer mehr solcher Bürgernetze entstehen derzeit, und oft steckt dahinter auch ein sozialer Gedanke: Menschen, die sich keinen eigenen Internetanschluss leisten können, haben so die Möglichkeit, kostenlos an einem Freifunknetz teilzuhaben. Beispielsweise für Flüchtlinge kann das von großer Bedeutung sein.

Gemeinnützigkeit soll Anreiz zum Spenden schaffen

Doch für Freifunker entstehen auch Kosten. Communities wie freifunk.net, die auf eigenen Internetseiten über vorhandene Netze und lokale Gruppen informieren, sind daher auf Spenden angewiesen. Um deren Unterstützung zu fördern, will das NRW-Kabinett auf Bundesebene anregen, Freifunk-Initiativen als gemeinnützig anzuerkennen. Spenden an solche Initiativen wären dann steuerlich begünstigt.

Entscheidung muss im Bundesrat fallen

"Freifunk-Initiativen leisten hervorragende Arbeit im Bereich der Medienkompetenz und engagieren sich uneigennützig im Ausbau einer modernen Infrastruktur", sagt Medienminister Franz-Josef Lersch-Mense. Dieses gesellschaftliche Engagement müsse als gemeinnützig anerkannt und durch eine steuerliche Begünstigung von Spenden gewürdigt werden – genauso wie andere Formen ehrenamtlicher Tätigkeiten auch. Mit dem Beschluss, den das Kabinett auf einer Sondersitzung am Samstag (21.01.2017) gefasst hat, wolle NRW eine Bundesratsinitiative anstoßen, sagt eine Ministeriumssprecherin. Voraussichtlich im März müsse dann der Bundesrat darüber beraten.

Stand: 21.01.2017, 17:00