Was das Auto alles weiß

Das Bild zeigt ein loses Navigationsgerät in einem Auto.

Was das Auto alles weiß

Von Sebastian Auer

Moderne Autos haben allerhand Assistenzsysteme, um das Fahren zu erleichtern. Allerdings zeichnen sie auch viele Daten auf und geben diese zum Teil an die Hersteller weiter. Die Verbraucherzentrale fordert dafür klare Regeln.

Das Navigationssystem ist immer auf Empfang. Per GPS kann die Position des Autos metergenau bestimmt werden. Der Reifendruck wird gemessen und bei Bedarf kann der Wagen den Fahrer auffordern, die Räder aufzupumpen. Immer mehr Elektronik befindet sich in den Autos. Immer mehr Daten werden allerdings auch an die Hersteller weitergeleitet, hatte der ADAC in einer Untersuchung bereits im vergangenen Jahr herausgefunden.

Was das Auto alles weiß

WDR 2 Servicezeit | 14.09.2017 | 03:21 Min.

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Daten werden teilweise an Hersteller übermittelt

In seiner Untersuchung stellte der Automobilclub fest, dass beispielsweise einige Mercedesmodelle alle zwei Minuten den Standort und den Kilometerstand, sowie Verbrauch und Reifendruck an den Hersteller übermitteln. Auch wie häufig sich der Gurt strafft, beispielsweise nach einer starken Bremsung, wird aufgezeichnet. Mercedes ist kein Einzelfall. Laut ADAC ist es bei einigen Modellen von BMW und Renault ähnlich.

"Daraus entsteht ein komplettes Fahrerprofil. Von Privatsphäre im Auto kann dann keine Rede mehr sein", sagt Katja Legner vom ADAC. Zwar sind diese Daten verschlüsselt, doch Technikern des ADAC war es gelungen, die Daten trotzdem auszulesen. Auch Kriminelle könnten das also schaffen.

Verbraucherzentrale NRW fordert klare Regeln für das Datensammeln
Die Verbraucherzentrale NRW warnt: "Diese Informationen sind für Versicherungen Gold wert. Sie können erkennen, wer beispielsweise aggressiv fährt und Tarife erhöhen", so Miriam Rusch. Die Verbraucherzentrale fordert deswegen von der Bundesregierung, nach der Wahl das Problem schnell anzupacken: "Es muss klare Vorgaben geben, welche Daten wie gespeichert werden dürfen. Außerdem muss der Kunde darüber klar Bescheid wissen und die Möglichkeit haben, der Aufzeichnung zuzustimmen oder sie abzulehnen", sagt Rusch. In einer aktuellen Umfrage unter Autofahrern kam laut Verbraucherzentrale heraus, dass viele Fahrer wissen möchten, was mit ihren Daten passiert und gegen eine Weitergabe sind.

Schon beim Autokauf nachfragen

Die Verbraucherschützer raten Autokäufern, im Autohaus genau nachzufragen, welche Daten aufgezeichnet und an den Hersteller weitergeleitet werden. Und ob es eine Möglichkeit gibt, diese Funktion zu deaktivieren. Und wer sein Smartphone mit dem Auto koppeln will, um während der Fahrt über die Freisprechanlage telefonieren zu können, sollte sich zuvor beim Autohändler informieren, welche Daten vom Handy im fahrzeuginternen Speicher abgelegt werden und ob diese dort auch wieder gelöscht werden können.

Stand: 14.09.2017, 13:00