Daten futsch? So finden Sie einen seriösen Retter

Daten futsch? So finden Sie einen seriösen Retter

Von Dennis Horn

Fotos, Musik, Videos, Dokumente - ein wichtiger Teil unseres Alltags ist mittlerweile digitalisiert. Doch viele Nutzer leben gefährlich und fertigen keine Sicherungskopien ihrer Daten an. Wenn dann die Festplatte den Geist aufgibt, kann es teuer werden.

Wer seine Daten retten lassen muss, steckt oft in einer Notlage. Auf unseren Festplatten befinden sich heute schließlich viele wichtige Daten, die wir im Alltag immer wieder brauchen. Einige Unternehmen nutzen diese Notlagen aus und verlangen saftige Preise.

Wer sich auf die Suche nach einem Unternehmen zur Datenrettung macht, stößt auf viele schwarze Schafe. Eine ganze Reihe von Unternehmen sind besser darin, sich Platzierungen ganz vorne in den Suchmaschinen zu erkämpfen, als Daten zu retten. Einige Unternehmen verdienen ihr Geld außerdem nur als Vermittler - sie legen gar nicht selbst Hand an.

Wie also findet man zuverlässig einen seriösen Datenretter?

1. Lassen Sie sich Zeit
Wenn eine Datenrettung ansteht, muss es zwar oft schnell gehen. Aber es geht gleichzeitig um viel Geld und die Gefahr, dass die Daten unwiderruflich futsch sind, wenn ein Datenträger in die Hände eines unseriösen Unternehmens gelangt. Informieren Sie sich also trotz aller Eile in Ruhe, um ein seriöses Datenrettungsunternehmen zu finden.

2. Misstrauen Sie den Suchergebnissen
Gerade, wenn es um Datenrettung geht, befinden sich auf den oberen Plätze und in den Anzeigen vor allem bei Google schwarze Schafe. Fragen Sie zunächst Freunde und Bekannte nach Empfehlungen - vielleicht auch per Posting im sozialen Netzwerk. Und scrollen Sie in den Suchergebnissen auch weiter nach unten

3. Misstrauen Sie Lockangeboten
Datenrettung ist teuer. Das sollte ein seriöses Unternehmen auch von Anfang an einräumen - und nicht über Gebühr mit Nulltarifen locken. Es gibt Beispiele, bei denen Unternehmen nach der angeblich "kostenlosen Analyse" rund 150 Euro für die Bearbeitung oder die Ausstellung eines Angebots verlangt haben. Auch viele Tausend Euro für einzelne Festplatten sind zu viel.

4. Überprüfen Sie das Unternehmen
Steht ein deutsches Unternehmen mit Postadresse (kein Postfach!) und Umsatzsteuer-ID im Impressum? Gibt es keine Artikel im Netz, die von negativen Erfahrungen mit dem Unternehmen oder den Personen berichten, die es leiten? Wo sitzt das Unternehmen? In einem Gewerbegebiet, in dem es auch den nötigen Platz für ein mögliches Labor hat? Oder in einem Bürohochhaus, in dem es höchstens eine kleine Bürofläche angemietet haben kann?

5. Testen Sie das Unternehmen
Stellen Sie konkrete Fragen vorab per Telefon, gerne auch technischer Natur. Fragen Sie nach einem Techniker, sollte man Ihnen die Fragen nicht beantwortet können. Sprechen Sie von einem Notfall und testen Sie, ob die Festplatte innerhalb weniger Tage zu retten und noch schneller zu analysieren ist. Falls nicht, besteht die Gefahr, dass Sie nur an einen Vermittler geraten sind.

6. Bringen Sie Ihre Festplatte selbst zur Datenrettung
So erfahren Sie, ob Ihr Datenrettungsunternehmen auch wirklich eins ist - und nicht nur ein Vermittler, der Ihre Festplatte weiterschickt. Mit dem persönlichen Transport gehen Sie außerdem nicht das Risiko ein, dass Ihre Festplatte auf dem Versandweg einen zusätzlichen Schaden nimmt.

Vor- und Nachteile der gängigsten Speichermedien
SpeichermediumCD/DVD/Blu-RayExterne Festplatte (HDD)USB-Stick, SD-Karte, SSD-FestplatteCloud
VorteileGünstig und bei guter Lagerung recht langlebigViel Speicherplatz für wenig GeldBei seltener Nutzung sehr langlebigTheoretisch unbegrenzt Speicherplatz und Haltbarkeit, ortsunabhängig
NachteileKratzer, Sonne, Temperatur und Feuchtigkeit verkürzen LebensdauerSehr stoßempfindlichHäufige Schreibzyklen verkürzen die Lebensdauer, SSD-Festplatten noch recht teuerDatensicherheit, Internetverbindung nötig, viel Speicherplatz eventuell teuer
Lebensdauer10 - 30 Jahre5 - 10 Jahre10 - 30 Jahreunbegrenzt

Stand: 29.08.2017, 11:36