Daten richtig löschen

Daten richtig löschen

Von Peter Kuttler

Daten löschen, eine Festplatte formatieren und ab mit dem alten Computer zum Elektroschrott oder auf eine Online-Verkaufsplattform. Dabei wird unterschätzt, dass nur Daten löschen und formatieren nicht genügt, denn die Daten sind eigentlich nicht wirklich gelöscht.

Daten in den Papierkorb genügt nicht

Normalerweise bewegt man bei Windows nicht mehr benötigte Daten in den Papierkorb und löscht sie durch leeren des Papierkorbs. Scheinbar sind dann die Daten weg, aber das ist nur ein "Trick" des Betriebssystems: Eigentlich sind die Daten eher unsichtbar. Windows löscht nämlich nur eine Art Inhaltsverzeichnis auf der Festplatte, damit die Daten mit den "üblichen Bordmitteln" nicht mehr gefunden und zum Überschreiben frei gegeben werden können. Das gilt fürs einfache Löschen auf dem PC, aber auch fürs Formatieren. Das ist vergleichbar mit einer Stadt, zu der man Zufahrtswege und Verkehrsschilder entfernt hat. Die Stadt wird zwar nicht mehr gefunden, existiert aber noch. Experten, aber leider auch Kriminelle, können deswegen die gelöschten Daten auf dem Rechner sehr schnell wieder herstellen und sichtbar machen.

Löschen schafft Platz - Daten bleiben

Dadurch, dass man die erwähnten "Verkehrsschilder", die Wegweiser zu den Daten, wegräumt, signalisiert das Betriebssystem: "Dort ist nichts mehr – den Platz kannst du wieder für neue Daten nutzen." Und somit nehmen Stück für Stück neue Dateien den Platz ein, auf dem die nicht mehr sichtbaren, alten Dateien sich befinden. Diese werden sukzessive überschrieben und verschwinden dadurch letztlich tatsächlich.

Genau das ist ein wichtiger Punkt bei einer eventuelle Datenrettung. Etwa, wenn man versehentlich Daten oder eine ganze Festplatte gelöscht hat. Man sollte auf keinen Fall weiter mit dem Rechner arbeiten und zügig die Hilfe professioneller Datenrettungsdienste einholen oder, wer sich auskennt, mit einer Datenrettungssoftware arbeiten. Es gilt: Je schneller man aufhört, mit dem Rechner zu arbeiten, desto weniger neue Daten kommen hinzu, die die alten endgültig überschreiben.

Festplatte leeren, ohne das etwas übrig bleibt

Kurioserweise tilgt man alte Daten durch das Löschen also nicht wirklich, sondern durch mehrmaliges Überschreiben. Deswegen gibt es dafür spezielle Programme (siehe unten), die bestimmte, vorgegebenen Zeichen oder Zufallszahlen auf die Festplatte schreiben und somit die alten Daten überschreiben und damit endgültig verdrängen.                                                                                                     

Seit den Windows-Versionen ab Vista gibt es übrigens eine zusätzliche Option zum Formatieren, mit einer ähnlichen Funktionsweise. Dennoch empfiehlt es sich, auch eine Lösch-Software zu verwenden. All das gilt für externe Festplatten, USB-Sticks oder Speicherkarten. Und, sollte das Löschen durch Überschreiben per Software nicht möglich sein, dann hilft der große, dicke, schwere Vorschlaghammer ...

Daten-Löschprogramme

Darik's Boot And Nuke (DBAN) (kostenfrei/Freeware)
Parted Magic (kostenfrei/Freeware)
CCleaner (kostenfrei/Freeware, kostenpflichtige "Pro-Version")
PC Inspector e-maxx (kostenfrei/Freeware)
Eraser (kostenfrei/Freeware)

Stand: 13.09.2017, 00:00