Bezahlen mit Karte - Wann PIN, wann Unterschrift?

Bezahlen mit Karte - Wann PIN, wann Unterschrift?

Von Peter Kuttler

"Eine Unterschrift bitte" oder "Geben sie bitte die PIN ein" – es kann unterschiedlich sein, wie wir mit der EC Karte unseren Einkauf bezahlen. Für uns Kunden besteht scheinbar kein Unterschied: Karte ins Lesegerät stecken und das Geld wandert zum Händler, mal mit Autogramm, mal mit den vier Ziffern.

Bezahlen mit Karte - Wann PIN, wann Unterschrift?

WDR 4 Kuttler digital | 23.08.2017 | 02:47 Min.

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Auswahl per Zufall

Meist entscheidet tatsächlich der Zufall, welche Bezahlmethode zum Zuge kommt. Der Computer an der Kasse wählt aus, ob mit EC-PIN oder per Unterschrift bezahlt wird. Es kann passieren, dass man im selben Kaufhaus an einer Kasse mit PIN und an der nächsten mit Unterschrift bezahlt. Neben dem Zufallsprinzip gibt es zwei weitere Kriterien, die über die Bezahlmethode entscheiden.

Der Kassierer bestimmt nach Ermessen, ob er den Kunden für mehr oder weniger vertrauenswürdig hält. Beide Methoden bieten einen unterschiedlichen Grad an Sicherheit für den Händler. Bezahlung mit Unterschrift wird auf jeden Fall gewählt, wenn das Kassensystem offline ist. Da es sich bei diesem Vorgang um eine elektronisch erstellte Einzugsermächtigung handelt, ist das ohne Netzverbindung möglich, funktioniert also immer.

Unterschiedliche Bezahlmethoden, unterschiedliche Kosten

Die Abwägung von Risiko und Kosten entscheidet über die Wahl der Bezahlmethode. Bezahlt der Kunde an der Kasse mit EC-Karte und PIN-Eingabe, wird im Hintergrund eine direkte Verbindung zum Bankserver aufgebaut – verbunden mit der Abfrage, ob das Konto gedeckt ist. Dieser Weg der Zahlungsabwicklung ist für den Händler sicher, aber gebührenpflichtig. Die Banken verlangen pro Transaktion bis zu 0,3 Prozent des jeweiligen Kaufpreis, was bei großen Umsätzen erhebliche Mehrkosten bedeuten kann. Und diese Kosten wollen die Händler verständlicherweise sparen. Bei der günstigeren Methode mit der Unterschrift handelt es sich um eine Abbuchungsermächtigung, für die dem Händler keine zusätzlichen Gebühren in Rechnung gestellt werden.

EC-PIN oder Unterschrift – die Wahrheit liegt in der Mitte

Indem der Handel zwischen Lastschrift- und PIN-Zahlung variiert, tariert er damit das Verhältnis zwischen Risiko und Kosten der beiden unterschiedlichen Bezahlmethoden aus. Die elektronische Einzugsermächtigung ist zwar gebührenfrei, birgt aber das Risiko, dass der anfallende Betrag nicht abgebucht werden kann, etwa wenn das Konto des Kunden nicht gedeckt ist. Im ungünstigsten Fall bleibt der Verkäufer auf seinen Kosten sitzen.

Das Variieren der Methoden bietet den Händlern die Möglichkeit, das Risiko zu streuen und das Kosten-/Risiko-Verhältnis in einer profitablen Balance zu halten. Auch für die Kunden bietet die Bezahlung mittels PIN mehr Sicherheit. Dann nämlich, wenn die EC Karte verloren geht, ein Fremder damit einkaufen kann und mit Unterschrift bezahlt. Mit ein bisschen Übung dürfte die einigermaßen glaubhaft nachzuahmen sein, zumal, im hektischen Alltag des Kassenbetriebs, die Unterschrift leider oft nachlässig kontrolliert wird. Noch leichter ist ein Missbrauch möglich, wenn die EC-Karte illegal kopiert worden ist – zum Beispiel an einem manipulierten Geldautomaten. Dann können sich die Gauner die Unterschrift frei aussuchen.

Stand: 23.08.2017, 00:00