Analoge Kabelprogramme werden abgeschaltet

Hand hält Fernbedienung. Im Hintergrund Fernseher.

Analoge Kabelprogramme werden abgeschaltet

Schwarzer Bildschirm, keine Tagesschau mehr, kein Tatort, kein WDR-Fernsehen – alle Programme weg! Genau dieses Szenario steht hunderttausenden Zuschauern ins Haus, die ihr Fernsehen über analoges Kabel empfangen.

Schon in ein paar Tagen schaltet der Anbieter Unitymedia alle analogen Programme ab. Der Süden von NRW ist als erstes dran, ab dem 20. Juni wird abgeschaltet. Und eine Woche später in den nördlichen Landesteilen.

Analoge Kabelprogramme werden abgeschaltet

WDR 4 | 14.06.2017 | 03:04 Min.

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Bildschirm bleibt schwarz

Ähnlich wie bei der DVB-T-Abschaltung im März, entfällt durch die Abschaltung des analogen Kabels dieser Empfangsweg vollständig und es werden darüber künftig keine Programme mehr angeboten. Das bedeutet tatsächlich: Alle bisher empfangenen Programm sind ab dem Umstellungstag weg – der Bildschirm bleibt schwarz oder "krieselig", je nach Fernseher.

Feststellen ob digitales oder analoges Fernsehen

Das analoge Kabelfernsehen ist Anfang der ab 80er Jahre nach und nach in Deutschland eingeführt worden. Man kann am besten an der Anzahl der Programme, die man empfängt, erkennen, ob es sich um einen analogen oder digitalen Anschluss handelt. Beim analogen Fernsehen sind es oft nur so um die 30 Programme.

In den digitalen Paketen sind es meist bis zu 100 Programme (oder mehr). Und wenn man einen älteren Fernseher nutzt (vielleicht sogar noch einen mit Bildröhre) und das Antennenkabel direkt (von der Antennensteckdose) dort angeschlossen ist, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um einen analogen Kabelanschluss.

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Wer mit einem älteren Gerät fern sieht und damit zufrieden ist, muss sich durch die Umstellung auf digitales Kabel nicht unbedingt einen neuen Fernseher zulegen. Die neuen Programme lassen sich nämlich auch über einen externen digitalen Kabelreceiver empfangen – einen "DVB-C Receiver" (Digitale Video Broadcast-Cable).

Ähnlich wie früher beim SAT-Empfang, handelt es sich dabei um ein kleines Zusatzkästchen, das zwischen Antennensteckdose und Fernseher angeschlossen wird. Allzu teuer ist des Spaß übrigens nicht. Ab 25 Euro sind einfache Modelle schon zu haben. Markengeräte, mit vielen Zusatzfunktion (zum Beispiel eine Festplatte zum Aufnehmen), gibt's ab rund 100 Euro.

Man sollte unbedingt darauf achten, dass der neue Receiver über einen für den jeweiligen Fernseher passenden Ausgang verfügt. Zum Beispiel einen Scart-Anschluss (das ist derselbe Anschluss, wie bei älteren Videorekordern) oder einen einfachen Antennenanschluss. Es gibt selbst für viele sehr alte Fernseher einen passenden Receiver. Man sollte allerdings beim Kauf genau nachfragen! Wer sich sowieso einen neuen Fernseher zulegen möchte, braucht in der Regel nichts weiter zu beachten, denn alle aktuellen Geräte sind normalerweise für digitales Kabel geeignet (meist auch zusätzlich noch für SAT oder DVB-T).

Umstellung beim Kabelbetreiber auf digitales Fernsehen?

Wer bisher, per Kabel, analoge Programme empfangen hat, muss meist nicht extra bei seinem Kabelbetreiber eine Umstellung auf digitalen Empfang beauftragen. In der Regel "liefern" fast alle Kabelbetreiber schon seit Jahren an die Steckdose sowohl ein analoges als auch ein digitales Signal. Der Parallelbetrieb ermöglichte es bislang jedem, nach seiner bevorzugten Art Kabelfernsehen zu schauen. Nach der Abschaltung entfällt lediglich das analoge Signal. Das digitale "läuft" ganz normal weiter.

Analog-Abschaltung als Standard

Auch wenn es im aktuellen Fall scheinbar nur um Unitymedia geht, ist das generelle Ende analoger Fernsehsignale trotzdem vorprogrammiert. Egal ob Kabel Deutschland, Vodafone oder regionale Anbieter (wie z.B.: NetCologne, NetAachen, Marienfeld oder STG in Bochum) – man kann davon ausgehen, dass die Abschaltung der analogen Programme bei allen früher oder später kommen wird.

Deswegen empfiehlt es sich in aller Ruhe, schon jetzt auf digitales Kabelfernsehen umzurüsten. Wie gesagt: Das digitale Signal liegt normalerweise bei den anderen Netzbetreibern schon jetzt der Steckdose an. Einfach sicherheitshalber kurz beim Anbieter checken und loslegen!

Ab 20. Juni: Abschaltung in Nordrhein-Westfalen. Südliche Landesteile:

  • Kerpen
  • Köln
  • Krefeld
  • Mettmann
  • Monheim
  • Mönchengladbach
  • Neuss
  • Ratingen
  • Siegen
  • Wuppertal

Ab 27. Juni: Abschaltung in nördlichen Regionen:

  • Bielefeld
  • Bochum
  • Bottrop
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Hagen
  • Münster
  • Oberhausen
  • Soest

Stand: 14.06.2017, 00:00