Tipps gegen Diebstahl in Bus und Bahn

Tipps gegen Diebstahl in Bus und Bahn

Von Michael Westerhoff

Ein Alptraum für Reisende – man will in Dortmund aussteigen, aber der Koffer hat schon in Duisburg den Zug oder den Fernbus "verlassen". Diebesbanden haben es vor allem auf Alleinreisende abgesehen. Was schützt, und wer haftet?

Die Zahl der Diebstähle in Bussen und Bahnen steigt rasant. Die Bundespolizei in Dortmund verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg um 27 Prozent. Hinter den Diebstählen sollen Banden stecken. Sich vor dem Kofferklau zu schützen, ist gar nicht so einfach.

Die Banden haben es neben dem Bargeld hauptsächlich auf Laptops, Smartphones und Koffer abgesehen. Speziell Alleinreisende können sich schlecht dagegen schützen. Die Diebe warten häufig darauf, dass diese Reisenden aufs Klo oder in den Speisewagen verschwinden, um dann die Wertsachen zu stehlen. Die Bahn haftet nicht für Diebstähle.

Tipps gegen Diebstahl in der Bahn

Die Polizei empfiehlt, Wertsachen wie das Portemonnaie direkt am Körper zu tragen. Der Koffer lässt sich relativ einfach schützen, indem der Reisende ihn beispielsweise mit einem Fahrradschloss am Gepäckfach festkettet. Ein Bahnsprecher warnt zudem vor Menschen, die Reisenden Hilfe beim Kofferschleppen anbieten. Dies sei ein beliebter Trick, um das Gepäck zu stehlen.

Diebstahl in Bus und Bahn

Die Zahl der Diebstähle in Bussen und Bahnen steigt rasant.

Taschendiebe im Zug

Ein zunehmendes Problem in Bahnen sind auch Taschendiebe. Sie rempeln andere Reisende an oder schütten ihnen ein Getränk über die Kleidung und versuchen dabei, Wertsachen zu stehlen. Die Bundespolizei rät zu besonderer Vorsicht. Die Bahn empfiehlt, sich aus allen Drängeleien beim Einsteigen in den Zug oder bei der Platzsuche im Abteil herauszuhalten und lieber zu warten. Verbrecher nutzen gerade die Zeit des Ein- und Aussteigens aus, um Beute zu machen.

Vorsicht beim Zwischenstopp im Bus

An den Haltepunkten der Fernbus-Linien mischen sich die Diebe häufig unter die Reisenden und schnappen sich einfach einen Koffer. Davor würden Gepäckzettel, die die Busunternehmen an Reisende ausgeben, schützen. Diese Zettel gibt es aber nur bei den wenigsten Linien. Fernbus-Betreiber verweisen gern auf die eigenen AGBs. Darin wird ein Ersatz des gestohlenen Gepäcks häufig ausgeschlossen. Nur bei einem Unfall oder grober Fahrlässigkeit ersetzen sie den Schaden.

Schlichtungsstelle hilft

Wer beim Busunternehmen nicht weiterkommt, sollte sich an die Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr (SÖP) in Berlin wenden. Sie versucht, mit dem Fernbusunternehmen eine Einigung zu erzielen. In den meisten Fällen bekommen die bestohlenen Bus-Kunden die Hälfte des Werts ihres Koffers samt Inhalt ersetzt. Die SÖP rät, das Gepäck vor der Abfahrt zu fotografieren, das hilft später bei der Ermittlung des Wertes.

Schutz gegen Diebstahl im Bus

Wirklich schützen können sich Bus-Reisende nicht. Schließlich müssen sie ihr Gepäck vor dem Einsteigen abgeben. Reise-Dokumente, Wertsachen und wichtige Medikamente sollten Reisende deshalb im Handgepäck mit an Bord nehmen. Darüber hinaus hilft es, bei Zwischenstationen einen Blick aus dem Fenster zu werfen oder einfach mit auszusteigen, um sein Gepäck im Auge zu behalten.

Versicherung gegen Diebstahl

Die Stiftung Warentest rät von den meisten Reisegepäck-Versicherungen ab. Sie springt nach Ansicht der Tester zu selten ein. So sind bei den meisten Versicherungsgesellschaften Diebstähle von Wertsachen ohnehin ausgeschlossen. Bei einigen werden nicht einmal Kontaktlinsen oder Hörgeräte ersetzt. Wer eine Hausratversicherung besitzt, benötigt häufig keine Reisegepäckversicherung. Bei vielen Policen ist der Schutz gegen Diebstahl im Urlaub eingeschlossen.

Hausratsversicherung springt ein

Ob das so ist, hängt von der einzelnen Versicherung ab. Es ist also sinnvoll, die Police zu checken oder den Versicherer zu fragen, ob die Hausratsversicherung auch Schäden im Urlaub übernimmt. Wer eine Kreditkarte besitzt, ist häufig auch über die gegen Diebstahl im Urlaub geschützt. Auskunft über die genauen Versicherungsbedingungen gibt die Hausbank oder das Kreditkarten-Unternehmen.

Stand: 12.02.2016, 14:17