Wie schütze ich meine Daten?

Datenschutz- und Sicherheitssymbol sind auf einem PC-Bildschirm zu sehen

Computersicherheit

Wie schütze ich meine Daten?

Von Martin Rapp

Die Welt wird digital: Fast jeder Mensch hat mittlerweile einen Computer und sei es nur ein Smartphone. Doch je mehr Zeit wir mit den Geräten verbringen, desto mehr Daten fallen an. Und die sind bedroht, von Verfall, Dieben und Spionen. Man kann sich allerdings schützen.

Doppelt hält besser

Wenn es um die richtige Sicherung eigener Daten geht, haben Computerexperten grundsätzlich einen Rat: Doppelt hält besser. Das heißt, man sollte alles, was man speichert, auf zwei voneinander verschiedenen Systemen sichern. Der Grund: Jedes System ist in gewissem Maß ausfallgefährdet, doch die Wahrscheinlichkeit, dass gleichzeitig zwei Systeme den Geist aufgeben, ist gering. Die externe Speicherung eigener Daten ist deshalb nicht nur eine Platzfrage. Selbst wer noch genügend Platz auf seiner Festplatte im Computer hat, ist gut beraten, wichtige Dokumente oder Bilder auszulagern. Zu schnell wird doch mal die falsche Datei gelöscht oder das Betriebssystem macht schlapp.

Warten auf Flash

Nur: Wohin mit den Daten? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel CDs oder DVDs. Prinzipiell halten die Silberscheiben lange, aber nur unter idealen Bedingungen. Wer sie also nicht gerade in luftdichten Hüllen im dunklen Keller lagert, muss damit rechnen, dass nach ein paar Jahren Daten verschwunden sind. Außerdem dauert das Brennen großer Datenmengen doch recht lange. Besser sind externe Festplatten, die auch pro Stück deutlich mehr Daten speichern können. Momentan sind magnetische Platten weit verbreitet und recht günstig, aber ihre Haltbarkeit ist beschränkt. Nach sieben bis zehn Jahren ist mit Verlusten zu rechnen, deshalb raten Experten zu einem Überspielen der Daten alle fünf Jahre. Wer das jetzt macht, könnte beim nächsten Mal dann eventuell schon auf die neueren Modelle zugreifen, die mit Flash-Technologie arbeiten, aber zurzeit noch sehr teuer sind. Dort sollen die Daten dann dauerhafter gespeichert werden können. Wer nur wenig zu sichern hat, kann schon jetzt Flash-Speicher nutzen. USB-Sticks verwenden diese Technologie, aber die Datensammlung wird wegen der verhältnismäßig geringen Einzelkapazität schnell recht kleinteilig.

Speichern in der Cloud

Eine Alternative zu externen Medien ist die Nutzung fremder Computer. So genannte Cloud-Dienste bieten oft kostenlos Speicherplatz an, der dann gegen Zahlung erweitert werden kann. Auch hier besteht ein gewisses Restrisiko des technischen Ausfalls, aber bei den großen Anbietern sollten die Dateien zumindest in ihrem Bestand sicher sein.

Wer dort wichtige Dinge speichern will, die kein anderer zu Gesicht bekommen darf, sollte vor dem Hochladen die Dateien jedoch verschlüsseln. Bei Smartphones sind es meistens Bilder, die damit aufgenommen wurden und gesichert werden sollen. Die drei großen Betriebssysteme von Apple, Microsoft und Google bieten mittlerweile ein so genanntes Auto-Backup, das in regelmäßigen Abständen die Daten auf den Servern der jeweiligen Anbieter speichert. Andere Geräte, wie etwa der Heimcomputer, können sich dann damit synchronisieren. Wer das nicht möchte und auch den gelegentlichen Synchronisationsverlusten vermeiden will, sollte regelmäßig selbst das Smartphone an den Computer anschließen und die Daten übertragen. Einmal pro Woche ist ratsam, schließlich werden die Computer aus der Hosentasche häufig benutzt und sind damit schneller Verlust, Verschleiß und Verfall ausgesetzt.

Achtung, Viren!

Für Angriffe von außen ist vor allem das eigene Verhalten das größte Einfallstor. Die meisten Böswilligen wollen mit Spähprogrammen den Computer ausspionieren. Wer ihren Lockungen folgt und etwa Webseiten anklickt, die einem per Mail oder Textnachricht aus unbekannter oder unseriös scheinender Quelle angepriesen werden, muss sich über den Befall mit Trojanern nicht wundern. Ebenso ist das Öffnen von Email-Anhängen solcher Absender ein Gefahrenherd. Wer beides nicht tut, hat den Großteil der Risiken schon vermieden. Bei Smartphones ist darüber hinaus kein weiterer Schutz nötig. Die Apps in den offiziellen virtuellen Läden werden auf Schadsoftware geprüft und schädliche Programme werden schnell aus dem Sortiment entfernt. Apple-Computer sind wegen ihrer geringeren Verbreitung immer noch verhältnismäßig selten das Ziel von Viren. Deshalb reicht da das umsichtige Verhalten. Bei Windows-Rechnern ist das anders. Hier sollte die von den meisten Betriebssystemen mitgelieferte Firewall aktiviert werden. Dazu ist ein Antivirenprogramm Pflicht. Bei der Wahl des Schutzprogramms helfen Computerzeitschriften, die regelmäßig Tests durchführen.

Von einem Ende zum andern

In der Kommunikation dürfte mit den Enthüllungen Edward Snowdens auch dem Letzten klargeworden sein, dass im Internet fleißig mitgehört und -gelesen wird. Dagegen helfen nur Verschlüsselung und die Hoffnung, dass der Lauscher den Code nicht kennt. Doch ist Verschlüsselung nicht gleich Verschlüsselung. Nur der Code, den lediglich Absender und Empfänger den Code kennen, eine so genannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ist verhältnismäßig sicher. Sobald die Nachricht auf dem Weg zum Empfänger zeitweilig entschlüsselt wird, ist sie für fremde Augen lesbar. Bei Messengerdiensten haben sich Threema und Telegram mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einen Namen gemacht. Mittlerweile bieten auch WhatsApp und andere Anbieter diese Technologie an.

Nur stumm bleiben ist sicher

Bei Emails müssen Nutzer selbst Hand anlegen und Zusatzprogramme für die Verschlüsselung installieren. Hier gibt es mit PGP und S/MIME zwei Standards, die beide jedoch nur funktionieren, wenn auch das Gegenüber diese Art der Übertragung nutzt. Die von verschiedenen deutschen Unternehmen angebotene De-Mail ist ein vom normalen Mailverkehr komplett abgekoppeltes System. Hier lassen sich nur Nachrichten von De-Mail-Empfängern austauschen. Kritiker halten das System jedoch nicht für sicher. Außerdem ist die Zahl der Nutzer noch sehr gering, was diese Option unpraktisch macht.

Während beim schriftlichen Austausch die Schutzvorrichtungen weit entwickelt sind, ist die Lösung des Abhörproblems beim Telefonieren erst im Entstehen. Verschlüsselt zu telefonieren ist noch die Ausnahme.

Durch die Umstellung von Telefonanschlüssen auf die Übertragung via Internet („Voice over IP“) wird zudem ein zusätzliches Einfallstor zum Abhören geöffnet. Menschen mit Sicherheitsbedenken sollten in diesem Bereich die technische Entwicklung verfolgen und bis dahin lieber vorsichtig und über sensible Themen nicht am Telefon sprechen.

Stand: 12.01.2016, 13:17