Ausgerechnet Baby: Was kostet das erste Lebensjahr?

Ausgerechnet Baby: Was kostet das erste Lebensjahr?

Babyboom in Deutschland: 2014 wurden über 700.000 Babys in Deutschland geboren - fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Jedes Neugeborene ist nicht nur ein Wunder der Natur, sondern kostet auch Geld - Nahrung, Windeln, Kinderwagen oder Wickeltisch. Aber was schätzen Sie: Wie viel kostet ein Baby in den ersten zwölf Monaten?

Kinderwagen, Kinderzimmer und Co.

Einer der größten Kostenfaktoren ist die Grundausstattung. Die erste Station für Reporter Daniel Aßmann ist daher ein Baby-Fachmarkt. Auf über 7.000 qm findet sich hier angefangen vom Kinderwagen, über Bekleidung bis hin zum Zubehör alles für die Erstausstattung eines Babys. Mit Verkäuferin Janina Olschimke-Prinz macht er sich auf Erkundungstour und fragt nach: Was braucht man als werdende Eltern überhaupt?

Ausgerechnet - Baby

Gehört zur Grundausstattung einfach dazu: Der Kinderwagen.

Das Kind will transportiert werden. Daher steht auf der Liste ganz oben der Kinderwagen. Hier ist die Auswahl geradezu erschlagend und die Preisspannen je nach Zubehör riesig. Den durchschnittlichen Wagen gibt es für rund 600 Euro. Aber mit einem Wagen alleine ist es nicht getan. Hinzu kommen unter anderem die Bekleidung, Schnuller, Nasenpumpe, Fläschchen, Wickeleimer, Kindersitz, Tragegurt und das Kinderzimmer. Wie immer gibt es nach oben hin kaum Grenzen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Baby-Whirlpool mit integrierter Farbtherapie? Sicherlich kein Standard, aber mal etwas anderes. Die luxuriöse Wellness-Oase gibt es für stolze 1060 Euro. An der Kasse wird der Einkauf schließlich zusammengerechnet: Ein Kinderwagen für durchschnittlich 600 Euro, der Kindersitz für 259 Euro und das Kinderzimmer für 890 Euro. Mit dem restlichen Zubehör für 1045 Euro kommen so für die gesamte Erstausstattung eines Babys 2.794 Euro zusammen.

Hebamme, Kurse und Co.

Während der Schwangerschaft ist die Betreuung und Versorgung durch eine Hebamme ein absolutes Muss. Daniel Aßmann besucht als nächstes daher die freie Hebamme Andrea Fleißgarten in Ihrer Praxis. Seit 30 Jahren bringt sie Kinder zur Welt und klärt den Reporter über die anfallenden Kosten auf: Was zahle ich für die Untersuchungen? Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse? Welche Zusatzleistungen müssen selbst getragen werden?

Die Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen, die Geburtshilfe im Krankenhaus sowie die Teilnahme an einem Rückbildungskurs werden von den Krankenkassen übernommen und kosten den werdenden Eltern damit nichts. Wer jedoch eine Beleghebamme in Anspruch nimmt, die ab der 38. Woche jederzeit rufbereit ist, zahlt aus eigener Tasche rund 200 Euro. Zudem besuchen in der Regel werdende Eltern einen Vorbereitungskurs, denn das richtige Atmen soll vorab schon einmal geübt worden sein. Dieser kostet durchschnittlich 150 Euro. Die Krankenkassen beteiligen sich daran mit 90 Euro und somit liegt der finanzielle Eigenanteil bei 60 Euro. Insgesamt macht das für eine Beleghebamme und den Geburtsvorbereitungskurs 260 Euro.

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Eine Beleghebamme wird nicht von der Krankenkasse übernommen und kostet somit extra.

Windeln, Brei und Pflegeprodukte

Nachdem das Baby dann da ist, geht es erst richtig los: Wickeln, Essen, Cremen. Ein Kreislauf, der nie zu enden scheint. Dabei reißen besonders Nahrung, Windeln und Pflegeprodukte ein tiefes Loch in den Geldbeutel der jungen Eltern. Aber wie viele Windeln braucht ein Baby durchschnittlich im ersten Jahr? Wie viele Gläschen? Und vor allem: Was kostet das alles? Um seine Fragen zu beantworten, macht sich Reporter Daniel Aßmann auf den Weg in einen Drogeriemarkt. Dort bekommt er Unterstützung und einen Überblick von der Verkäuferin und zweifachen Mutter Sabrina Kaiser. Schnell füllt sich der Einkaufswagen und Daniel Aßmann rechnet zusammen: In den ersten zwölf Monaten verbraucht ein Baby im Durchschnitt 2.200 Windeln, 6.600 Feuchttücher, 210 Gläschen, 44 Milchbreipackungen. Insgesamt betragen die Kosten für Essen, Windeln und Pflege in den ersten zwölf Monaten etwa rund 800 Euro.

Die Theorie ist das eine, die Praxis etwas ganz anderes. Nach den bisherigen Experten kommt deshalb nun auch eine junge Familie zu Wort. Ausgestattet mit Babybrei besucht Daniel Aßmann Familie Rieger in ihrem gemütlichen Zuhause in Brühl. Die gelernte Erzieherin Maike und der Koch Reza Rieger sind vor 8 Monaten Eltern eines Sohnes geworden. Der kleine Emil hält die beiden ordentlich auf Trapp und freut sich auf die bevorstehende Essensverkostung. Babykleidung und Schuhe haben die Riegers zumeist neu gekauft, die Möbel aber überwiegend gebraucht. Die Familie macht deutlich, dass es nicht immer neu sein muss, denn so lässt sich erheblich Geld sparen.

Kinderarzt, Babyschwimmen und Co.

Auch die medizinische Versorgung der Kleinen darf nicht vergessen werden. Daniel Aßmanns nächste Station ist ein Kinderarzt. Wenn das Baby auf der Welt ist, ist dieser nicht mehr wegzudenken. Dr. Christian Asholt stellt sich in seiner Kinderpraxis den Fragen des Reporters. Welche Untersuchungen sind Standard? Was wird dabei genau untersucht und wer übernimmt die Kosten für die Behandlungen? Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden die Körperfunktionen, Reflexe und das allgemeine Verhalten des Kindes auf den Prüfstand gestellt. Und was die Kosten angeht, gilt in Deutschland: Die medizinische Versorgung für Babys und Kinder wird vollkommen von den Krankenkassen übernommen. Hier fallen also keine Kosten an.

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Die Kosten für den Kinderarzt werden von den Krankenkassen komplett übernommen.

Ander sieht es bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung aus. Es soll schließlich niemandem langweilig werden – weder dem Kind, noch den Eltern. Um ins Gespräch mit anderen jungen Müttern und Vätern zu kommen und den Alltag mit dem Baby abwechslungsreich zu gestalten, werden gerne verschiedene Freizeitangebote wahrgenommen. Besonders Schwimmkurse erfreuen sich größter Beliebtheit, denn machen wir uns nichts vor: Wer keinen Baby-Schwimmkurs besucht hat, war nie wirklich dabei. Daniel Aßmann schaut sich das Wasserspektakel vor Ort an und besucht einen Kurs. Die Schwimmlehrerin Yvonne Anger bringt die Vorteile und Kosten eines Baby-Schwimmkurses auf den Punkt: Neben dem starken Gemeinschaftsgefühl, wird durch die Bewegung im Wasser der motorische Apparat des Kindes gefördert und ausgebildet. Ein Schwimmkurs kostet 120 Euro.

So viel kostet das erste Lebensjahr

Ausgestattet mit neu gewonnenen Erkenntnissen, einem schicken Kinderwagen und dem Jahresbedarf an Windeln ist Reporter Daniel Aßmann am Ende seiner Recherchereise angekommen und trägt noch einmal die einzelnen Kosten zusammen: Die Erstausstattung betrug 2.749 Euro. Die Zusatzkosten bei einer Hebamme beliefen sich auf 260 Euro. Für Essen, Windeln und Pflegeprodukte kamen 800 Euro zusammen und der Baby-Schwimmkurs kostete 120 Euro. Für ein Baby geben Eltern damit im ersten Jahr 3.974 Euro aus. Das Ganze ist aber ein Durchschnittspreis, denn nach unten und vor allem oben, sind keine Grenzen gesetzt.

Ausgerechnet - Baby

Auf durchschnittlich 3.974 Euro kommt Daniel Aßmann für das erste Lebensjahr eines Babys.

Stand: 27.05.2016, 10:50