Angelschein und Co.

Angeln

Angeln für Anfänger

Angelschein und Co.

Von Kerstin Burlage

Vielleicht liegt es an einer größer werdenden Sehnsucht nach Ruhe und Natur. Sicherlich auch an Promis wie DJ Bobo oder Miroslav Klose, die schon vor Jahren ihre Liebe zum Angeln bekannt gemacht haben: Das Angeln-Gehen verliert sein altes Image, langweilig und spießig zu sein. Sogar Discounter haben längst komplette Ausrüstungen dafür im Angebot.

Aber wer gerne Angeln möchte, kann hierzulande nicht einfach irgendwo damit anfangen: Vorher braucht man einiges Wissen, das richtige Equipment - und natürlich auch etwas Bürokratie. Denn um sich legal mit der Angelrute an ein Gewässer zu stellen, muss man zunächst mal einen "Fischereischein" erwerben – die meisten kennen ihn eher unter dem Namen "Angelschein". Um ihn zu bekommen, muss man eine Fischerei-Prüfung ablegen. Das geht je nach Gemeinde beim Landesfischereiverband oder der Fischereibehörde. Vorher sollte man einen Vorbereitungskurs absolvieren: Dort lernt man alles, was man für die Prüfung wissen muss, z.B. über Gerätekunde, Schonzeiten oder das sachgerechte Töten von Fischen.

Wo und wann kann man Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung  machen?

Diese Kurse werden vor allem im Frühjahr und im Herbst angeboten – zum Beispiel von Angelsport-Vereinen oder Läden, die Anglerbedarf führen. Auch im Internet findet man Informationen zu den Anbietern solcher Kurse: Es gibt sie in jeder Stadt. Manchmal sind es Schnellkurse, die meisten verteilen sich aber zeitlich auf etwa 10 Abende. Je nach Angebot kosten sie zwischen 60 und 150 Euro.

Man findet die Kurse zum Beispiel, wenn man http://www.angelschein-machen.com/ oder http://handangeln.de/news/angelschein-nrw/ in den Internet-Browser eingibt.

Welches Angel-Equipment brauche ich für einen guten Einstieg?

Als Grundzubehör empfehlen die Angelsportvereine zunächst mal eine Angelrute (nicht mehrere) – und zwar keine teure mit Teleskoptechnik, sondern eine einfache zum Zusammenstecken. Dazu passen sollte die sogenannte Rolle: darauf wird die Angelschnur gespult. Es sollte eine Markenschnur sein, aber ruhig erst einmal eine kostengünstige. Außerdem bedarf es noch einigen Zubehörs: z.B. ein Kescher, ein spitzes Klappmesser, kleine Gewichte und einige Schwimmer. Die zeigen unter anderem an, ob gerade ein Fisch anbeißt, indem sie sich an der Wasseroberfläche bewegen.

Ist es empfehlenswert, solch eine Grundausrüstung einfach im Discounter zu kaufen?

Dazu antworten erfahrene Angler mit einem eindeutigen "Nein": Lieber ins Fachgeschäft gehen, um das Zubehör zu kaufen. Dort wird man richtig beraten, bekommt die Utensilien passend zusammengestellt und erwirbt gute Qualität – selbst wenn man die kostengünstigeren Teile wählt. Die reichen für Anfänger erst mal aus. Die Preisgrenze von hundert bis hundertfünfzig Euro braucht das Ganze nicht zu überschreiten.

An welchen Gewässern darf ich in Deutschland angeln gehen?

Egal, wo Sie angeln möchten: Sie benötigen dafür einen sogenannten "Fischereierlaubnisschein“, umgangssprachlich "Angelkarte" genannt. Die erlaubt das Angeln in einem bestimmten See, Teich oder Fluss – und ohne sie ist es auch tatsächlich strafbar dort zu angeln. In Nordrhein-Westphalen ist es das Einfachste, sich an einen der vielen Angelsportvereine zu wenden. Die haben ihnen zugeteilte Vereinsgewässer und stellen dafür Erlaubnisscheine aus: gleich für ein ganzes Jahr, wenn man Mitglied werden will. Manche Vereine vergeben aber auch tageweise Erlaubnisscheine – das ist gerade dann praktisch, wenn man erst mal rausfinden will, ob einem das Angeln auch wirklich Spaß macht.

Stand: 05.02.2016, 13:18