Journalistenpreis Münsterland Gleich zwei Preise für das WDR Studio Münsterland

Düsseldorf, 31.10.2012 - Gleich zwei Mal hat die Lokalzeit Münsterland beim diesjährigen Journalistenpreis Münsterland gewonnen. Unter 114 Einsendungen aus ganz Deutschland setzten sich Hannah Meloh in der Kategorie Kultur/Wissenschaft und Markus Schröder in der Kategorie Sport durch.


Gleich zwei Preise für das WDR Studio Münsterland
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Hannah Meloh gewann den Preis mit ihrem eindrucksvollen und sensiblen Portrait „Wie geht es Philipp?“, eine Geschichte über eine Familie, die erleben musste, wie ihr 14-jähriger Sohn Opfer eines tragischen Busunfalls wurde. Philipp ist seitdem schwer behindert und kämpft sich ins Leben zurück. Hannah Meloh hatte vor zwei Jahren aktuell über das Unglück berichtet. Die Familie fasste Vertrauen zu der Autorin und erzählte ihr von ihrem Alltag mit einem Kind, das womöglich nie wieder ein unbeschwertes Leben führen wird.

Hannah Meloh ist es nach Ansicht der Jury gelungen, den schmalen Grat zwischen Anteilnahme und professioneller Distanz zu gehen und dabei ein sehr persönliches Bild dieser Familie zu zeichnen. Aus der Laudatio: „Um einen Blick in den oft schweren Alltag der Opfer zu gewinnen, ist viel Vorarbeit gefragt: Einfühlungsvermögen, Mut und Geduld schaffen die nötige Vertrauensbasis zwischen den Menschen vor und hinter der Fernsehkamera. Nur so kann gelingen, was Hannah Meloh perfekt gelungen ist: Eine Gratwanderung zwischen neutraler Informations¬beschaffung und eigener emotionaler Betroffenheit, zwischen Nähe und Distanz zu einer Familie, deren Schicksal sie zurückhaltend und würdig, dabei zu keiner Zeit kitschig oder anrührend erzählt.“

In der Kategorie Sport gewann Lokalzeit-Autor Markus Schröder. In seinem Film „Der Preußen-Fluch“ ließ er, als die Fußballmannschaft Preußen Münster wieder einmal recht glücklos in der vierten Liga vor sich hindümpelte, eine Wahrsagerin die Karten legen. Die Frau sagte große Zeiten voraus – tatsächlich stieg Preußen in die dritte Liga auf und setzte sich da gleich an die Tabellenspitze. Aus der Laudatio: „Der Preußen-Fluch“ … bietet nicht nur solide aufbereitete Fakten zum Auf und Ab des heutigen Drittligisten, sondern auch einen höchst unterhaltsamen, höchst originellen Blick auf tausend Mal Gesehenes, Gehörtes, Gelesenes. Das Vereinsschicksal in der Hand einer Kartenlegerin: Was hier leicht skurril erscheint, zeigt im Ergebnis eine überzeugende Übertragungsleistung des Autors. Perfekt recherchiert, neu interpretiert und mit einem Augenzwinkern gekonnt in Szene gesetzt: „Der Preußen-Fluch“ hat die Jury überzeugt!“

Die Lokalzeit Münsterland wurde insgesamt acht Mal für die verschiedenen Kategorien nominiert. Der Journalistenpreis Münsterland für Wirtschaft und Tourismus ging an Freddy Langer von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für seinen Beitrag „Träume im Ohr“. Den Preis für Politik gewann Christoph Klemp von der Münsterschen Zeitung für seien Berichtererstattung über das Fracking im Münsterland. Den Preis für den besten Bildjournalismus gewann Marc Geschonke von der Grevener Zeitung.

Mit dem Journalistenpreis Münsterland fördern der Münsterland e.V., der Presseverein Münster-Münsterland e.V. und die Sparkasse Münsterland-Ost als Sponsor die Präsenz des Münsterlandes in regionalen und überregionalen Medien. Er ist in jeder Kategorie mit 2.000 und insgesamt mit 10.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre vergeben.