WDR erhält Grimme-Preis für HIER UND HEUTE-Film "Nordstadtkinder – Lutwi“

Nordstadtkinder erhält Grimmepreis

WDR erhält Grimme-Preis für HIER UND HEUTE-Film "Nordstadtkinder – Lutwi“

Der WDR erhält in der Kategorie Kinder und Jugend für "Nordstadtkinder – Lutwi" aus der Redaktion HIER UND HEUTE einen Grimme-Preis. Den Sonderpreis Innovation gewinnt die Produzentin Gabriela Sperl für das Konzept der ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU". Der WDR hatte beim zweiten Teil mit dem Titel "Die Opfer - Vergesst mich nicht" die Federführung.

"Nordstadtkinder – Lutwi", ein Film von Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier, erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Lutwi aus der Dortmunder Nordstadt. Seine Familie stammt aus dem Kosovo. Luwti hat Angst vor einer Abschiebung. Der Zuschauer erlebt Lutwis Alltag - zwischen enormer Belastung und kindlicher Leichtigkeit - konsequent aus der Perspektive des Jungen erzählt (Schnitt: Gerhard Schnick, Redaktion: Emanuela Penev).

Für die Jury unterscheidet sich "diese Perle aus der WDR-Reihe von den meisten dokumentarischen Versuchen, jungen Menschen Fluchtbiografien näher zu bringen". In der Begründung der Jury heißt es weiter: "Es gelingt den beiden Regisseuren Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier, den ambivalenten Alltag eines jungen Menschen nicht zu behaupten oder nur anzureißen, sondern in all seinen Facetten sinnlich und glaubwürdig zu vermitteln." 

Der Film ist Teil des crossmedialen Gesamtprojektes "Nordstadtkinder". Das Projekt  – bestehend aus zehn Filmen und einer Web-Doku  –  arbeitet die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen aus der Dortmunder Nordstadt dokumentarisch auf. Aus diesem Projekt der Redaktion HIER UND HEUTE war im vergangenen Jahr bereits der Film "Nordstadtkinder  – Stefan" (Buch/Regie: Bettina Braun, Redaktion Maik Bialk und Dorothee Pitz) für den Grimme-Preis nominiert.

In der ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" geht es um die Mordserie des sogenannten NSU, dessen Opfer und die Rolle der Ermittler (Teil 1: "Die Täter - Heute ist nicht alle Tage"/SWR, Teil 2: "Die Opfer - Vergesst mich nicht"/WDR, Redaktion Dr. Barbara Buhl, Götz Bolten, Corinna Liedtke, Teil 3: Die Ermittler - Nur für den Dienstgebrauch/BR).

Die Jury der Kategorie Fiktion war überzeugt: "Dieses anspruchsvolle Großprojekt ist zum großen Teil Verdienst der Produzentin Gabriela Sperl. Sie führte die Künstlerinnen und Künstler zusammen für drei höchst unterschiedliche Filme. Wir stehen am Anfang der Aufarbeitung und wohl auch am Anfang einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den Morden des NSU und den gesellschaftlichen Folgen. ‚Mitten in Deutschland – NSU‘ hat dafür einen Maßstab gesetzt." Drei Jahre haben WDR, BR und SWR an der Entwicklung und Produktion gearbeitet, hinzu kamen die Partner ARD Degeto und MDR.

Die Grimme-Preisverleihung findet am 31. März 2017 im Theater der Stadt Marl statt.

Stand: 08.03.2017, 11:45