00:41 Min. – Zitat Abbas vor dem EU-Parlament

00:41 Min. – Zitat Abbas vor dem EU-Parlament

Filmtext:

Abbas vor dem EU-Parlament

Abbas vor dem EU-Parlament

"Doch sobald diese Besatzung endet, werden die Ausreden verschwinden. Dann werden der Terrorismus, die Gewalt und der Extremismus auf der ganzen Welt und im Nahen Osten sowie in Europa und in anderen Erdteilen enden.

Darüber hinaus möchte ich noch sagen, dass vor nur einer Woche einige Rabbiner in Israel ihre Regierung aufgefordert haben, unser Wasser zu vergiften, um Palästinenser zu töten. Ist das nicht eine klare Anstiftung zum Massenmord am palästinensischen Volk?" (O-Ton Mahmud Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde)

Standing Ovations. Parlamentspräsident Schulz twittert danach: "Eine inspirierende Rede!" Wie bitte? Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften, um deren Land zu rauben? Das ist eine der Ritualmordlegenden, die seit dem Mittelalter in Europa kursieren, um Juden zu enteignen, zu vertreiben und zu ermorden.

Zwei Tage später bezeichnet Abbas diese Lüge zwar als "unbegründet", aber sie ist in der Welt – und in Millionen Köpfen.

Gesagt hat er auch: Wenn die Palästinenser zu ihrem Recht kommen, endet der Terror in der gesamten Welt.

Da war doch was. Das sind doch Zitate bekannter Menschen.

(Es folgt der Ausschnitt aus einer Rede Julius Streichers)

Anmerkung dazu:

Der Kommentartext fügt dem Zitat von Abbas weitere Inhalte hinzu: "Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften."
Von "Brunnen" spricht Abbas hier jedoch nicht, auch nicht von "Plänen" der Rabbiner, das Wasser zu vergiften. Ebenso ist in den ausgestellten Zitaten keine Rede von "Landraub".

Aus dieser Interpretation wird die Behauptung abgeleitet, die Rede Abbas stünde in einer Tradition, die den Juden seit dem Mittelalter vorwirft, Brunnen zu vergiften, um sie dadurch "zu enteignen, zu vertreiben und zu ermorden".

Abbas spricht in seiner Rede, aus der die zuvor kommentierten Zitate isoliert wurden, zudem von dem Ziel einer friedlichen Koexistenz zweier Staaten Israel und Palästina.

Deshalb ist der Vergleich von Mahmud Abbas mit Julius Streicher aus unserer Sicht unangemessen.
Julius Streicher war Herausgeber des "Stürmer", einem antisemitischen Hetzblatt, das die Propaganda Hitlers unterstützte.
Von der "Lösung der Judenfrage" sprach Abbas in seiner Rede nicht, erst recht nicht in dem Sinn, wie es Streicher tat.

Stand: 21.06.2017, 12:00