Ralf Raspe

Ralf Raspe

Moderation

Ralf Raspe

Arbeiten, wo man lebt. Leben, wo man arbeitet. Das ist in meinem Beruf etwas ganz Besonderes. Denn so kann ich immer nah dran bleiben und mittendrin. Als Mensch, der hier lebt, und als Journalist, der über die Ereignisse der Region berichtet. Nicht von oben draufgucken, sondern auf Augenhöhe dabei sein.

Gott Sei Dank kam ja alles ganz anders! Denn wenn alles so gekommen wäre, wie ich das geplant hatte, dann wäre ich wahrscheinlich heute ein mittelmäßiger Steuerberater irgendwo in einem kleinen Büro. Aber der Reihe nach: Nach Abi und Bundeswehr stand 1982 die Frage nach meinem weiteren Werdegang spürbar im Raum. Sprachen zu studieren hätte Spaß gemacht, die programmierte Arbeitslosigkeit hinterher als halbfertiger Lehrer wohl weniger. Also entschied ich mich nach einigem Hin und Her für Betriebswirtschaftslehre in Aachen.

23 muntere Semester quälte ich mich durch Umsatzsteuer und Investitionsrechnung. Dabei lagen meine wahren Interessen längst klar auf der Hand. Als der Belgische Rundfunk in Eupen weitere Mitarbeiter suchte, sah ich meine Stunde gekommen. Ich bewarb mich, wurde getestet und siegte. Und so moderierte ich im April 88 herzrasend meine erste Sendung.

Es folgten drei Jahre Morgenmelodie auf WDR 4 und dann der Mitaufbau von "Radio Aachen". Fünf Jahre war ich Anchorman für die Morgensendung und zum Schluss zudem Chef vom Dienst.

Dass ich als alter Radiohase trotzdem den Quereinstieg ins Fernsehen geschafft habe, mag ich bis heute noch nicht so recht glauben. Am Elften im Elften 1996 durfte ich aber tatsächlich beim Sprechen zum ersten Mal auch das Gesicht in die Kamera halten. Ein unglaublich spannender Beruf, denn trotz Kamera und Technik zwischen uns glaube ich, dass unsere Zuschauer spüren: wir wollen nah dran sein - nicht zuletzt nah dran an Ihnen!