Die Umweltzone kommt

Ein Straßenschild mit der Aufschrift "Umwelt Zone" und einer Abbildung von einer grünen Umweltplakette.

Erste Umweltzonenschilder an den Zufahrtsstraßen

Die Umweltzone kommt

Von Ingo Wagner

Ab dem 1. Februar kann man nur noch mit einer grünen Umweltplakette nach Aachen hineinfahren. Heute sind die ersten Hinweisschilder an den Zufahrtsstraßen aufgestellt worden. Die Einrichtung der Umweltzone ist nicht zuletzt auch eine Niederlage für die Aachener Politik: Sie hatte sich bis zuletzt gegen die Einrichtung einer Umweltzone gewehrt.

Der "Aachener Weg" ist gescheitert

Aus Sicht der Stadt trägt die Umweltzone nämlich langfristig nicht dazu bei, die Luftqualität in Aachen zu verbessern. Die Stadt hatte daher bereits 2009 einen eigenen Luftreinhalteplan erarbeitet. Dieser "Aachener Weg" setzte auf die Veränderung des Mobilitätsverhaltens und den konsequenten Ausbau der Elektromobilität in der Stadt. Das sollte nach Meinung der Experten der Verwaltung eine nachhaltigere Wirkung auf die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung haben als die Einrichtung einer Umweltzone. Und der Plan fand sogar Anklang: Die insgesamt 37 Maßnahmen des Plans durfte die Kommune als erste in Nordrhein-Westfalen überhaupt bei der Europäischen Union in Brüssel vorstellen. 

Umweltzone ließ sich nicht aufhalten

Ein Aachener Stadtplan mit Markierungen auf dem Außenring und verschiedenen Park and Ride Parkplätzen

Die Umweltzone gilt innerhalb des Außenrings

Doch schließlich halfen alle vorgeschlagenen Alternativen nichts: Aus Sicht der Kölner Bezirksregierung geht das Maßnahmenpaket der Stadt Aachen zwar in die richtige Richtung, kann sich aber nur mittel- bis langfristig positiv auf die Schadstoffbelastung auswirken. Nach einem Beratungstermin in Brüssel sah die Bezirksregierung daher keine Möglichkeit mehr, auf die Einführung einer Umweltzone in Aachen zu verzichten. Aachen ist damit neben Köln und Bonn die dritte Kommune im Regierungsbezirk Köln mit einer grünen Umweltzone.

Die grüne Plakette ist Pflicht

Ein Elektroauto an einer Aufladestation.

Aachen setzt auch in Zukunft auf Elektromobilität

Ab dem kommenden Monat gilt nun innerhalb des Außenrings: Fahrzeuge dürfen nur noch mit einer grünen Plakette in die Stadt fahren. Die Politik setzt aber zusätzlich weiter auf eigene Maßnahmen zur Luftreinhaltung. Die EU und Bundes- sowie Landebehörden haben in Aussicht gestellt, das städtische Umwelt-Programm zu unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel der Bau von so genannten Umwelttrassen für Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr oder die Förderung von Elektromobilität bei Behörden.    

Strenge Einhaltung der Umweltzone geplant

Die Stadt hat angekündigt, die Umweltzone streng zu kontrollieren. Dafür soll auch das Personal des Ordnungsamts aufgestockt werden. Ausnahmen kommen nach Angaben der Verwaltung nur selten in Frage: Zum Beispiel, wenn ein Gewerbebetrieb nachweisen kann, dass seine Existenz gefährdet wäre, wenn alle seine Fahrzeuge auf die grüne Plakette umgerüstet werden müssten. Auch 30 Jahre alte Oldtimer oder landwirtschaftliche Fahrzeuge sind ausgenommen, sowie selbstverständlich die Fahrzeuge von Polizei und Rettungsdiensten. 

Große Ausnahme Karneval

„Es gibt keine Ausnahmen, außer dieser“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp halb scherzhaft. Denn da die Umweltzone zur Karnevalszeit erst eine Woche alt sein wird, will die Stadt bei den Karnevalswagen sehr kulant sein. Das heißt, die Besitzer von Karnevalswagen, die sich die Plakette noch nicht beschaffen konnten, dürfen wohl damit rechnen, dass die Ordnungshüter dieses Mal noch beide Augen zu drücken.

 

Stand: 08.01.2016, 11:23