Waffenteile aus Arnsberger Firma gestohlen?

Umarex verschärft Überwachung

Waffenteile aus Arnsberger Firma gestohlen?

Von Heinz Krischer

Aus der Produktion der Waffenfirma Umarex in Arnsberg-Neheim sind möglicherweise Bauteile entwendet worden. Daraus könnte illegal eine scharfe Waffe hergestellt worden sein. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln jetzt.

In Mönchengladbach hatte die Polizei vor wenigen Wochen bei Ermittlungen zu einer Straftat eine Waffe sichergestellt, die den Beamten merkwürdig vorkam, berichtete ein Sprecher der dortigen Polizei. Die Pistole sah aus wie eine Walther PK380, eine sogenannten Selbstladepistole mit acht Schuss im Magazin. Doch: Die Waffe trug weder eine Seriennummer, noch das Logo des Waffenherstellers, noch einen sogenannten Beschussstempel. Damit stammt die Pistole offenbar nicht aus offiziellen Verkaufskanälen der Firma Walther.

Umarex erstattet Anzeige

Flaggen wehen vor der Umarex-Zentrale

Waffenteile herausgeschmuggelt?

Carl Walther gehört zur Umarex-Firmengruppe mit Sitz in Arnsberg. Die Walther-Waffen, zu denen auch weit verbreitete Polizeipistolen gehören, werden in Ulm und teilweise auch in Arnsberg gefertigt. Mit der jetzt in Mönchengladbach entdeckten Pistole gibt es den Verdacht, dass aus der Produktion in Arnsberg Teile gestohlen wurden, mit denen sich scharfe Waffen zusammenbauen lassen. "Die Firma hat deshalb Anzeige erstattet", sagt der Arnsberger Oberstaatsanwalt Werner Wolff. Zusammen mit der Polizei werde man jetzt versuchen zu ermitteln, woher die Teile stammen. Der Verdacht: Sie könnten aus den Fabrikräumen von Umarex in Arnsberg-Neheim herausgeschmuggelt worden sein.

Sicherheitsunternehmen engagiert

Portal der Umarex-Zentrale

Externer Werkschutz wacht jetzt

Genaue Erkenntnisse dazu gibt es derzeit nicht – deshalb erhofft man sich von den Ermittlungen der Polizei Hinweise auf den Diebstahl und die Täter. Gleichzeitig hat Umarex reagiert. Auf dem Firmengelände wurden verschärfte Sicherheitsvorkehrungen eingeführt. Ein externes Sicherheitsunternehmen werde jetzt als Werkschutz eingesetzt, sagte ein Sprecher der Firma. Zu Details wollte er sich gegenüber dem WDR nicht äußern.

Auch bei der Polizei in Mönchengladbach gibt man sich zugeknöpft. So will man nicht erklären, bei welcher Straftat die rätselhafte Waffe sichergestellt wurde.

Beim Unternehmen Umarex selbst sagte man, die jetzt eingeführten verschärften Sicherheitsvorkehrungen seien schon länger geplant und für eine neue Zertifizierung notwendig gewesen. Angesichts steigender Terrorgefahr müsse geplant werden, wie scharfe Waffen, die in Neheim produziert oder zwischengelagert werden, noch besser gegen Zugriff von außen gesichert werden könnten.

Stand: 06.01.2016, 07:29