60 Tiere wurden auf der Autobahn eingeschläfert

Transporter umgekippt

60 Tiere wurden auf der Autobahn eingeschläfert

Von Christoph Hensgen

Es war eine Nacht, die selbst erfahrene Feuerwehrmänner und Polizisten nicht so schnell vergessen werden. Ein stundenlanger Einsatz begleitet von eisigen Temperaturen und dem qualvollen Quieken dutzender Schweine. 180 Tiere sind an Bord eines Viehtransporters, der am Morgen auf der A 59 verunglückt.

Fahrer und Beifahrer des Lasters bleiben unverletzt. 80 Schweine verenden, 100 überleben. Für diese 100 ist es aber nur ein kurzes Glück: sie werden verladen und von der Unfallstelle direkt zu einem Schlachter gebracht. In die menschliche Lebensmittelkette gelangen sie aber nicht mehr – sie werden später zu Tierfutter verarbeitet.

Fahrer des Viehtransporters verfährt sich

Einsatzkräfte an einem Unfallort

Das Gewicht der Tiere ist zu hoch, um den Transporter wieder aufzustellen

Um kurz vor zwei verliert der Fahrer die Kontrolle über seinen Schweinetransporter. Und zwar in einer scharfen Rechtskurve: der Verbindung von der A 59 auf die Autobahn 560 in Richtung Hennef. "Eigentlich sollten die Schweine zu einem Schlachter nach Wittlich in Rheinland-Pfalz", sagt Michael Schwarz von der Autobahnpolizei. "Doch weil der Fahrer einen Moment lang nicht aufpasst, nimmt er diese eine Ausfahrt zu früh – und ist dabei viel zu schnell."

Befürchtung: Tiere könnten auf die Autobahn laufen

Ein umgekippter LKW

Nur die Hälfte der Schweine hat den Unfall überlebt

Der Viehtransporter kippt um, fällt auf eine Beton-Trennwand. Zunächst will ein Bergungsunternehmen den Laster samt der 180 Schweine an Bord wieder aufstellen. Das ist ganz im Sinne von Hanns von den Driesch, Leiter des Veterinäramtes des Rhein-Sieg-Kreises. "Wenn wir die Tiere, die den Unfall unversehrt überstanden haben, nicht umladen müssten, wäre das am sichersten. Die Tiere sind sehr aufgeregt – und wenn sie ausbrechen würden, dann würden sie quer über die Autobahn laufen."

Feuerwehrmänner verladen die Tiere auf einen zweiten Laster

Ein paar Schweine umgeben von Menschen

Die unversehrten Tiere werden umgeladen

Doch nach ein paar Versuchen, den Transporter mit den Schweinen an Bord wieder auf die Räder zu ziehen, ist von den Drieschs Hoffnung dahin. Das Gewicht der 180 Tiere ist viel zu groß und die Seitenwand des LKW viel zu schwach. Also müssen Feuerwehrmänner mitten auf der Autobahn die gesunden Tiere über notdürftig konstruierte Rampen auf einen zweiten Transporter verladen.

Tangente könnte bis zum Nachmittag gesperrt bleiben

Zwei tote Schweine werden abtransportiert

Diese Schweine konnten nur noch tot geborgen werden

"Wir haben einen zweiten Viehtransporter angefordert. Zudem bringen uns Mitarbeiter des Bauhofes Absperr-Gitter, damit die Tiere nicht ausbüxen können", sagt Reimund Lindlahr von der Troisdorfer Feuerwehr. Es ist ein mühsamer Vorgang. Und es dürfte bis zum Nachmittag dauern, bis auch die toten Tiere aus dem Anhänger geborgen sind. Erst dann kann der Transporter wieder aufgerichtet und abgeschleppt werden.

Stand: 20.01.2016, 15:06

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