Neue Eigentümerstruktur im WAZ-Konzern: WAZ-Verkauf perfekt
Die Essener WAZ-Mediengruppe hat ihre Eigentümerverhältnisse neu geordnet. Die drei Erben des WAZ-Mitbegründers Erich Brost haben ihren 50-Prozent-Anteil verkauft, wie das Unternehmen am Montag (23.01.2012) mitteilte. Der bisherige Geschäftsführer Bodo Hombach räumt seinen Posten.

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Monatelang war über das Geschäft verhandelt worden
Die Verträge seien unterschrieben, der Testamentsvollstrecker der Brost-Erben habe dem Verkauf an Petra Grotkamp zugestimmt, teilte die Verlagsgruppe ("Westdeutsche Allgemeine") mit. Grotkamp ist eine der drei Töchter des zweiten Firmengründers Jakob Funke. Durch das Geschäft wächst ihr Anteil auf 66,7 Prozent. Um das Geschäft war monatelang verhandelt worden. Die WAZ ist die größte Regionalzeitung in Nordrhein-Westfalen.
Keine Angaben zum Kaufpreis
Das Bundeskartellamt hat der Transaktion den Angaben zufolge zugestimmt. Der Erwerb erfolgt rückwirkend zum 31. Dezember 2011. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben. Er soll laut Branchenkreisen bei etwa 500 Millionen Euro liegen.
Bodo Hombach wird Berater

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Hombach war zehn Jahre Geschäftsführer
Ex-Kanzleramtsminister Bodo Hombach, der für die Brost-Seite zehn Jahre lang WAZ-Geschäftsführer war, scheidet mit dem Abschluss aus dieser Position aus. Er werde der neuen Eigentümerfamilie Grotkamp, Schubries und Holthoff-Pförtner aber weiter beratend zur Seite stehen und die WAZ-Mediengruppe im Initiativkreis Ruhr repräsentieren.
Größte Regionalzeitung in NRW

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15.000 Mitarbeiter, 1,1 Milliarden Euro Umsatz
Der Sozialdemokrat Erich Brost und der Konservative Jakob Funke hatten 1948 die WAZ mit einer Lizenz der britischen Militärregierung gegründet. Daraus entstand eines der größten Medienunternehmen Europas. Die WAZ-Mediengruppe mit 40 Zeitungen und mehr als 100 Zeitschriften erwirtschaftete 2011 mit etwa 15.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. 2010 waren es noch 1,2 Milliarden Euro Umsatz.
Der international aktive Verlag fuhr jahrelang harte Sparrunden in den NRW-Redaktionen und zog sich in Osteuropa in Bulgarien und Rumänien aus dem Geschäft zurück. In Mazedonien steht der Verkauf von drei Zeitungen vor dem Abschluss.
Grotkamp will am Kurs der Zeitungen nichts ändern
Petra Grotkamp will den Kurs der Zeitungen beibehalten. Die Redaktion sei immer unabhängig von der kaufmännischen Verlagsleitung gewesen, erklärte Grotkamps Ehemann Günther in den Dienstagausgaben (24.01.2012) der Essener Verlagsgruppe. An der Ausrichtung der Blätter werde sich nichts ändern. Ein weiterer Stellenabbau ist nach Grotkamps Worten nicht geplant. Den Zukauf weiterer Zeitungen schloss er nicht aus.
Stand: 24.01.2012, 15.50 Uhr
Kommentare zum Thema (2)
letzter Kommentar: 25.01.2012, 21:47 Uhr
- Gund, 45 schrieb am 25.01.2012, 21:47 Uhr:
- vielleicht wird die Zeitung jetzt mal besser- aber ich werde mein Abo wohl kündigen die RP ist ein bisschen weniger linkslastig.
- heinzb aus nrw schrieb am 23.01.2012, 22:34 Uhr:
- Viel Geld, das den Besitzer wechselt, für den normalen Malocher sind diese Summen eigentlich unvorstellbar, ich bin schon vor Jahren aus dem Abbo raus als Kunde, die Leistungen und Informationen wurden weniger, die Preise zogen an, die Zeitung wurde immer dünner, die Informationen, die drin standen, standen tage vorher im Internet, alles Gründe, um auszusteigen, denn eine Trendwende war nicht zu erkennen.
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