Protest der Edelstahl-Mitarbeiter IG Metall: Thyssen-Krupp löst "Alarmstufe Rot" aus

Rund 3.000 Mitarbeiter von Thyssen-Krupp haben am Freitag (27.01.2012) in Bochum gegen den geplanten Verkauf der Edelstahlsparte des Konzerns demonstriert. Die IG Metall forderte die Arbeitgeber auf, eine Garantie für Standorte und Arbeitsplätze auszusprechen.


Arbeiter pfeifen auf dem Husemannplatz in Bochum bei einer Kundgebung der IG Metall am 27.01.2012
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"Die Kundgebung mit etwa 3.000 Demonstranten ist absolut friedlich verlaufen", sagt eine Polizeisprecherin am Freitag zu WDR.de. Die Mitarbeiter der Thyssen-Krupp-Edelstahlsparte Inoxum kämpfen um den Erhalt ihrer Werke in Deutschland - neben Bochum sind das Düsseldorf-Benrath, Krefeld und das hessische Dillenburg.

Die IG Metall forderte im Rahmen der Kundgebung Standort- und Arbeitsplatzgarantien für den Fall des Verkaufs von Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu. "Kein Standort und kein Beschäftigter in Deutschland darf unter die Räder kommen", sagte Bertin Eichler vom IG-Metall-Bundesvorstand. Outokumpu müsse das im Falle einer Übernahme in "belastbaren Tarifverträgen festschreiben" und die bestehenden Mitbestimmungsstrukturen akzeptieren.

"Thyssen-Krupp will sich aus Verantwortung stehlen"


Außerdem müsse der Konzern ein "plausibles industrielles Konzept" vorlegen, so Eichler weiter. Das heißt, es müssten Aussagen zu zukünftigen Arbeitsplätzen und Investitionen getroffen werden. Der beabsichtigte Verkauf bedrohe mehr als tausend Arbeitsplätze. Damit habe Thyssen-Krupp "Alarmstufe Rot" ausgelöst. "Thyssen-Krupp will sich aus der Verantwortung stehlen. Das werden wir nicht zulassen", so Eichler.

Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Chef Oliver Burkhard sagte, ohne harte Zusagen gebe es harte Konflikte. Sollte es zum Verkauf kommen, müsse sich Thyssen-Krupp langfristig und maßgeblich an einem Gemeinschaftsunternehmen beteiligen. Eine Verkaufsentscheidung könnte bei einer Annäherung von Arbeitnehmern und Unternehmen schon nächste Woche fallen.

Verkaufsentscheidung steht noch aus

Derzeit laufen unter Hochdruck Verhandlungen zwischen der Arbeitnehmerseite und den Unternehmen. Eine Entscheidung ist nach Angaben der Beteiligten noch nicht gefallen. Für kommende Woche hat Thyssen-Krupp eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung mit dem Tagesordnungspunkt Inoxum einberufen. Die IG Metall betonte, dass es am Dienstag (31.01.2012) im Kontrollgremium zu einer Entscheidung kommen solle.


Stand: 27.01.2012, 17.56 Uhr


Kommentare zum Thema (39)

letzter Kommentar: 02.02.2012, 00:06 Uhr

Günter schrieb am 02.02.2012, 00:06 Uhr:
Da hilft doch alles nichts man muß immer an die ganz realen Ursachen der Probleme. Da Thyssen-Krupp Milliarden von EURO in Brasilien und USA versenkt hat fehlen diese Milliarden natürlich jetzt ihr. Das heißt die Ursache der Probleme sind nicht die zu hohen Stromkosten, auch nicht die zu strengen Umweltauflagen sondern ganz klar Managerfehler. Man sollte sich mal darüber klar werden das diese Milliarden von ERO schließlich von den Thyssen-Kruppabeitern erwirtschaftet wurden. Wären die Manager mit dem, von den Arbeitern erwirtschafteten Kapital wirtschaftlicher umgegangen dann ständ Thyssen-Krupp heute absolut topp da.
schwarzer Martin schrieb am 01.02.2012, 15:43 Uhr:
Dann träumen sie, mir ist Rüttgers egal, außerdem interessieren mich einzelne Politiker sowieso nicht, und noch weniger ob Guttenberg seine Dr. Arbeit abkupfert oder Wulf einen Kredit von seinem Geschäftfreund bekommt. Was mich aber interessiert sind Parteiprogramme und Gesetzesänderungen. Und noch mehr, ob ich morgen oder übermorgen noch einen Job habe, das zählt für mich. Und da glaube ich ist die Chance das zu erfüllen, unter der CDU noch am größten. Und wenn ich die BL Länder sehe, die Rot-Grün regiert sind, wie schlecht die in allem da stehen, dann sagt das alles. Und NRW wird genauso abstürzen. Aber jeder der das anders sieht, der soll das anders sehen, ist ja nicht verboten, vielleicht bekommen wir ja jetzt in NRW die " soziale Gerechtigkeit", ich brauche jedenfalls solche " Sprechblasen " nicht.
christlicher demokrantischer MS schrieb am 01.02.2012, 15:13 Uhr:
@schwarzer Martin, ja ,früher da war alles viel besser.Auch ICHflüchte mich mittlerweile in Tagträume: z.B. träume ich oft davon ,dass unsere CDU aus ihrem absoluten Umfragetief irgendwann wieder rauskommt.Oder ,dass unser allseits veehrter Herr Rüttgers wieder unser NRW regieren würde.
schwarzer Martin schrieb am 01.02.2012, 14:55 Uhr:
Walther -- Ich habe auch nichts gegen " soziales", warum auch. Hier ging es um die Wortklauberei " soziale Gerechtigkeit ", dafür steht rein Begrifflich die FDP, weil sie minimal sozial und max. Gerecht sein will. Die SPD will dadurch anscheinend " soziale Ungerechtigkeit " haben, weil sie für max. Sozial und minimal " Gerecht " sein will. Jetzt verstanden ? Nach dem Leistungsprinzip ist jede " soziale Leistung " Ungerecht , weil der Empfänger dafür keine ( Gegen) Leistung erbringt. Kann doch nicht so schwer sein, oder ? Nur um den Begriff ging es hier, sonst nichts. !!! -- Wenn sie meine persönlich. Meinung sonst dazu wissen möchten, ich bin mir darüber im Klaren, wenn ich z. B. schwer Krank werden sollte, das ich einen "sozialen" Abstieg im Zeitraffer machen werde. Ich bin Realist und kein Träumer. Und gebe mir auch keine Illusionen hin, das das jemals wieder besser wird, egal wer regiert.
schwarzer Martin schrieb am 01.02.2012, 14:38 Uhr:
Walther -Dann haben sie mich nicht verstanden. Ich beschreibe nur einfach wie die Uhren in diesen oder allen Unternehmen ticken. Ob ich das für Richtig oder Falsch halte, spielt keine Rolle, Fakt ist leider das es so ist. Und jeder der sich, der Illusion hingebt, das es nicht so ist, der ist ein Träumer. Und ich habe in meinem Leben schon soziale Unternehmer kennen gelernt, z. B. Max Grundig. Muss aber leider feststellen das fast alle diese Unternehmer längst Pleite sind. Und man wird auch im Kopf nicht so enttäuscht, wenn man das weiß, weil man damit auch besser umgehen kann. Einfach kurz gesagt " Alles geht nur ums Geld, und Geld regiert die Welt ". Und jeder der das nicht wahrhaben will, wird früher oder später die Erfahrung machen, leider.

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