Streiks an Flughäfen fortgesetzt Warten statt fliegen

Der Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn ging am Freitag (25.01.2013) weiter, erneut fielen zahlreiche Flüge aus. Am Nachmittag wurde bekannt, dass der Streik bis Mitternacht dauert. Am Wochenende soll der Flugverkehr allerdings normal laufen.


Die erste Bilanz am Freitag (25.01.2013) war ernüchternd: Düsseldorf meldete bis 15 Uhr 131 abgesagte Flüge. Und in Köln/Bonn wurden 21 Abflüge und 16 Landungen gestrichen. Das Tagesprogramm sieht für die beiden größten Airports in NRW eigentlich vor, dass in Düsseldorf mehr als 560 Maschinen starten oder landen und in Köln knapp 200. Immer noch können weitere Streichungen hinzukommen. Verdi hat angekündigt, dass in Düsseldorf am Freitag bis mindestens 22 Uhr gestreikt wird und in Köln/Bonn bis 20 Uhr. Am Nachmittag berichteten mehrere Medien, dass Verdi den Streik bis Mitternacht ausweiten willl. Fest steht, dass Samstag und Sonntag (26./27.01.2013) nicht gestreikt werden soll.

"Besser vorbereitet"

Anders als am Donnerstag konnten sich die Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn sowie die Fluggesellschaften auf den Streik am Freitag vorbereiten. Daher rechnet der Düsseldorfer Flughafensprecher Thomas Kötter mit einer etwas entspannteren Lage. Der Streikbeginn am Donnerstagmorgen um 4 Uhr kam überraschend. Man war jedoch davon ausgegangen, dass es irgendwann Ende Januar zu einem Streik kommen könnte.


Die Gewerkschaft Verdi will Lohnaufschläge von 30 Prozent für die 34.000 Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen durchsetzen. Nach Angaben der Gewerkschaft befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. An den Flughäfen liege der Stundenlohn zwar höher, Ziel der Gewerkschaft ist hier jedoch ein Stundenlohn von 16 Euro brutto. Für den unteren Tarifbereich sollen die Stundenlöhne auf 10,50 Euro steigen.

Unbefristete Streiks möglich


Infos vom Flughafen und den Airlines

Die Fronten im Tarifkonflikt sind verhärtet. Die Arbeitgeber hatten nach Gewerkschaftsangaben eine Frist für ein besseres Angebot verstreichen lassen. Deshalb werde der Streik am Freitag fortgesetzt. Laut Verdi seien auch unbefristete Streiks möglich. Die Arbeitgeber dagegen zeigten für die Streiks kein Verständnis. Verdi habe für die Fluggastkontrolleure eine Tariferhöhung von über neun Prozent ausgeschlagen und fordere über 30 Prozent Lohnaufschlag, so der Bundesverband des Sicherheitsgewerbes. Auch eine Notdienstvereinbarung habe die Gewerkschaft verhindert und das Einschalten eines Schlichters abgelehnt. In der vergangenen Woche war bereits der Hamburger Flughafen bestreikt worden. Diese Streiks treffen die Flughäfen auch finanziell: Der Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, schätzt den Schaden für den Airport auf 250.000 bis 300.000 Euro täglich. Er fordert eine gesetzliche Regelung, dass diese Streiks mit einem zeitlichen Vorlauf angekündigt werden müssen und es zwingend im Tarifstreit ein Schlichtungsverfahren geben müsse.

Service-Hotlines

Die Flughäfen haben Service-Hotlines für Reisende eingerichtet: Für Düsseldorf die 0211-4210, für Köln/Bonn die Nummer 02203-404000. Der Flughafen Düsseldorf rät allen Reisenden, sich bei den Airlines oder Reiseveranstaltern über den Status ihrer Flüge zu informieren.

Stichworte

Flughäfen Düsseldorf und Köln Bonn

Der Düsseldorfer Flughafen ist die Nummer drei in Deutschland. Etwa 44.500 Passagiere starten und landen täglich. Tendenz steigend: 2012 legte "Düsseldorf International" nach Passagieren weiter zu und kam auf 20,8 Millionen. Ein Grund ist, dass der Flughafen zunehmend ein Knotenpunkt wird, an dem viele Fluggäste umsteigen.

Der Köln/Bonner Airport liegt nur etwa 70 Kilometer entfernt. Mit 9,3 Millionen Passagieren landete er bundesweit auf Platz sechs. Rund 22.000 Fluggäste kommen täglich. Köln/Bonn hat sich zu einem Airport mit preiswerten Ferienflügen entwickelt. Der Frachtverkehr ist wichtig: Knapp 750.000 Tonnen Luftfracht werden umgeschlagen. Hier hält Köln/Bonn hinter Frankfurt und Leipzig Platz drei. Ein Nachtflugverbot gibt es nicht.


Stand: 25.01.2013, 15.28 Uhr


Kommentare zum Thema (76)

letzter Kommentar: 28.01.2013, 14.42 Uhr

Thomas schrieb am 28.01.2013, 14.42 Uhr:
Wie geht man nun mit den Betroffenen um aus Sicht der Airline? Am 24.01.2013 stand ich wie viele andere an einem Service Schalter von Air Berlin, da mein flug auch annulliert wurde. Spät abends wurde mir ein Bahnticket angeboten, der IC fährt aber erst am nächsten Tag! Um Kosten zu minimieren, fuhr ich zurück nach Essen Hbf, von dort zurück im Taxi in mein Appartement und am nächsten Tag wieder um 4:00 Uhr zum Hbf Essen um den IC um 04:28 nach Nürnberg zu nehmen. Das Ticket für den IC war bezahlt, nicht aber die Taxi Rechnungen un die Bahnfahrt zurück. Diese Kosten wollte ich heute zurückholen (ges. 45,50€). Die Antwort war: "Ich bitte Sie um Verständnis, dass wir weitere Erstattungen wie Bahnfahrkarten oder Taxirechnungen ablehnen müssen, da die Flugstreichung aufgrund höherer Gewalt erfolgte." Ich fliege jede Woche 2 mal mit Air Berlin. Nun aber wohl nicht mehr! Laut EU-Recht hätten mir Verpflegung, sowie Telefonate und 1 Hotelübernachtung zugestanden, was wohl teuerer geword ...
Roland Mayer schrieb am 27.01.2013, 18.32 Uhr:
Hier wird wieder einmal der Unsinn von Warnstreiks dokummerntiert. Frage: Gibt es auch Warn- Aussperrungen. Man sollte dies auch einmal überlegen.
Melli schrieb am 27.01.2013, 18.07 Uhr:
Hans Kolowski, (Teil 2) 4. Bevor Sie irgendwas äußern, machen Sie diesen Job selber, denn wer will denn immer nur ein Jahresvertrag haben? Wissen Sie eigentlich, was diese Leute Tag für Tag durch machen müssen??? Schlecht gelaunte Paxe ist noch das harmloseste, womit sich diese Leute auseinander setzten müssen. Es kommen Realteste dazu, verhaut man diese, ist man weg vom Fenster. Stehen sie doch mal um 1 Uhr auf, weil Sie um 4 Uhr anfangen müssen. Aber nein es ist in Ordnung das Politiker ihre Diäten selber erhöhen, scheisse bauen und dann abtretten mit einer fetten Abfindung und Rente und all sowas bekommen was machen diese denn?? SICH DEN ARSCH PLATT SITZTEN UND DAS LAND KAPUTT MACHEN! Ahja un das ein Manager Geld ohne ende bekommt und dann noch mehr verlangt ist ok ja??? Aber diese Leute dürfen noch nicht mal Leben?? Tolle Weltansicht haben Sie, erst mal informieren dann reden. Sie sind bestimmt auch einer der schon genug hat und noch mehr will. Diese Leute wollen auch ...
Melli schrieb am 27.01.2013, 17.59 Uhr:
An Herr Hans Kolowski, (Teil 1) 1. Finde ich es eine Frechheit, dass Sie diverse Arbeiter des Flughafens als Kofferschubers und Sicherheitsgehilfen beleidigen und so darstellen, als wenn sie nichts wert wären. 2. Bevor Sie eine Äußerung zu diesem Thema machen, informieren Sie sich doch bitte erst mal etwas genauer, denn normaler Weise kommt man mit einem etwas weiteren Horizont weiter im leben. 3. Ich stelle jetzt einfach mal die (grausame und traurige) Realität vor: diese minderwertigen Sicherheitsgehilfen verdienen gerade mal zwischen 8-9€ am DUS Flughafen (!) und wenn sie Glück haben kommen diese 150 Stunden und da kommt gerade mal 1.100- 1200€ raus!!! DA BEKOMMT JEMAND DER IN SEINEM LEBEN NIE GEARBEITET HAT MEHR!!! Davon darf er dann Miete, Strom, Gas, Lebensmittel, Beförderungskosten, Telefon (man muss ja für die Firma erreichbar sein) bezahlen. Ahja nicht zu vergessen, sehr viele Kollegen haben eine Familie, die sie mit diesen Almosen versorgen müssen. Willkommen im ...
Eifelyeti schrieb am 27.01.2013, 17.01 Uhr:
An alle, die hier auf die Streikenden schimpfen, schaut mal bei anderen Medien rein, dort werdet ihr eine Aussage der Bundespolizei lesen: Zitat"Zudem seien ihre Beamten in der Regel für diese Tätigkeiten nicht ausreichend qualifiziert". Na wenn dem wirklich so ist, wieso verdienen selbige Beamte dann erheblich mehr als die zivilen Sicherheitskräfte? Sollte sich die Bezahlung nicht auch nach der Qualifikation richten? Nur mal so als Frage in den Raum gestellt.

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