Mobilfunkbetreiber müssen Kosten senken Handynutzer können auf billigere Gespräche hoffen

Für Mobiltelefonierer in Deutschland könnten die Gesprächspreise günstiger werden. Die Durchleitungskosten bei mobilen Telefonaten sinken. Das schreibt die Bundesnetzagentur vor. Die vier deutschen Mobilfunkanbieter dürfen sich nur noch maximal 1,85 Cent je Minute in Rechnung stellen.


Mobiltelefonbildschirm mit smiley
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Sinken jetzt die Handygebühren?

Am Freitag (16.11.2012) teilte die Regulierungsbehörde in Bonn mit, dass die sogenannten mobilen Terminierungsentgelte um fast die Hälfte gesenkt werden sollen. Damit werden die vier Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone, E-Plus und Telefónica O2 künftig mit der klassischen Sprachtelefonie noch weniger Geld verdienen. Die betroffenen Unternehmen hatten deutlich höhere Durchleitungskosten von bis zu 10,65 Cent beantragt. Aktuell liegt der Preis pro Minute bei 3,36 bis 3,39 Cent. Da die Terminierungsentgelte einen nicht geringen Anteil an den Gesprächsgesamtkosten haben, die dem Endkunden in Rechnung gestellt werden, könnte die Absenkung der Preise auch Luft schaffen für eine weitere Verringerung der Endkundentarife.

Mobiltelefonate verursachen geringere Kosten

Der Präsident der Behörde, Jochen Homann, begründete den Abschlag mit dem wachsenden Anteil des Datenvolumens im Mobilfunk. "Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht", sagte er. Durch die stark zunehmende Nutzung von Mobiltelefonen verschiebe sich das Verhältnis zwischen Daten- und Sprachverkehr. Die Kosten würden immer weniger durch den Sprachverkehr verursacht, sodass dieser einen entsprechend geringeren Anteil an den Gesamtkosten eines Mobilfunknetzes tragen müsse.

Mobilfunkbetreiber zeigen sich schockiert

Die Telekom kritisierte die Entscheidung als "schwer nachvollziehbar": Den Unternehmen werde ein Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro entzogen, sagte ein Sprecher. Die Absenkung sei ein schlechtes Signal für weitere Investitionen. Mit der Entscheidung folge die Aufsichtsbehörde der völlig verfehlten EU-Regulierungspolitik der vergangenen 10 Jahre. Auch Vodafone sprach von einer dramatischen Absenkung und einem völlig falschen Signal. Erneut werde Geld aus dem Markt gezogen, das für den Ausbau neuer digitaler Infrastrukturen dringend benötigt werde. "Absenkungen wie diese", so teilte die Eplus-Gruppe mit, seien "in der derzeitigen Hochinvestitionsphase beim Ausbau mobiler Breitbandnetze grundsätzlich das falsche Signal". Die Entscheidung der Netzagentur sei "kontraproduktiv" für das "politische Ziel einer Breitbandgesellschaft".

Bis zum 30. November gelten noch die alten Terminierungsentgelte, dann sinken sie auf 1,85 Cent, ein Jahr später nochmals auf 1,79 Cent. Ende 2014 wird die Regulierungsbehörde dann erneut über die Kostenobergrenze entscheiden.


Stand: 16.11.2012, 19.23 Uhr


Kommentare zum Thema (6)

letzter Kommentar: 19.11.2012, 09:44 Uhr

wer die noch versteht schrieb am 19.11.2012, 09:44 Uhr:
Witzige Politiker fordern die Telekomfirmen auf, die Kostensenkungen weiterzugeben. Dabei werden bei den Personalfirmen die Kosten hoch und somit auch die erforderlichen Tarife bleiben, wohingegen die Firmen mit riesiger Werbung aber ohne Personal Gewinne gern mitnehmen werden.Sie sollten die ruinöse Subventionierung von Apple-oder Samsungprodukte durch Telekomfirmen unterbinden(Geräte verbilligt mit Vertrag, der aber weniger einspielt als die Geräte kosten),einen Schröder von Telekom-ver.di auffordern,seine Behauptungen(von denen er selbst sagt, dass die Maßnahmen bei T-Mobile mit US-Gesetzen konform seien?) über T-Mobile einzustellen, weil er deutsche Gewerkschaftsrechte auch bei T-Mobile einführen möchte, die aber von anderen T-Firmen nie und nimmer wettbewerbsschädigen nach US-Recht so umzusetzen sind! Im Klartext fordert ein deutscher ver.dianer inmitten einer Fusion mit "angeblichen" Rechtsbrüchen der deutschen Tochter einen Wettbewerbsnachteil medienwirksam ein? Das kostet..
Pseudomärkte , Privatgewinne u. Arbeitsplatzverlust schrieb am 18.11.2012, 18:53 Uhr:
hmm, den Telekomkonzernen werden die Millionen fehlen, das ist wohl klar, wenn man bedenkt wie viel Personal allein bei der Dt.Telekom politisch gehalten werden muss, wohingegen den anderen Firmen mit geringstem Personalaufwand die Gewinne zugeschoben werden. Aber protestiert die ver.di-Führung für Chancengleichheit der Dt.Telekom in Brüssel oder bei Regierung oder ist ver.di Frontmann bei Dt.Telekom lieber, T-Mobile als Unternehmen mit einer Schlagzeile wie:""das brutalen Psychoterror auf seine Mitarbeiter ausübt", im Spiegel bei einer leicht zum Scheitern zu bringenden Fusion zu begleiten? Vieles im Telekomsektor erscheint nur noch verwirrend und unverständlich. Die Grundversorgung sollte prinzipiell im Besitz der Staaten bleiben, während die Dienste durchaus dann privat zeitlich vergeben werden dürften, das habe ich aus diesen "marktgerechten" Privatisierungen gelernt.
maiale-grasso schrieb am 17.11.2012, 14:43 Uhr:
"Wer profitiert wirklich?" "Populistisches Gehabe." Recht habt ihr! Es profitieren Beamte und Emporkömlinge in den Bürokratien Deutschlands und Europas. Sie gaukeln Verbrauchern vor, dass sie alles ehrlicher und günstiger machen, damit sie wiedergewählt werden und ihre gut dotierten Posten behalten dürfen. Bestes Beispiel ist Neelie Kroes aus den Niederlanden. Sie hat auf allen Ebenen der Entstaatlichung versagt und jede Menge Arbeitslose säumen ihren politischen Weg in den Niederlanden. Und eines ist ganz klar: Wenn Unternehmen nichts mehr verdienen dürfen, werden sie auch nichts mehr investieren. Die Folge: Veraltete Netze in Telekommunikation und Energie. Wer die Zeche letztenendes zahlt, dürfte jedem klar sein.
Wer profitiert wirklich schrieb am 17.11.2012, 13:01 Uhr:
Die Entlastungen sind äußerst gering für die Verbraucher und hätten vor Jahren schon festgelegt werden müssen, um die irrsinnige Verschuldung der Telekombranche zu verhindern, die mit diesen Traumtarifen auch die Geschäftsidee ihrer Firmen unterlegten. Nun platzen die Träume und Ratings, die Schulden sind aus den laufenden Kosten jedenfalls für die personallastigen Firmen wie Dt.Telekom so nicht mehr finanzierbar?Und dann kommt noch der LTE-Ausbau, neue Frequenzauktionen (auch für alte D-und E Netze) auf sie zu. Das wird übelst ausgehen und zu Pleiten der Grundversorger in Telekommunikation führen, wohingegen Kleinstanbieter ohne nennenswertem Personal unnötiger Serviceangebote an jeder Stelle z.B die Telekom auf irrsinnige Schadenersätze verklagt und noch Geld dafür an paar Aktionäre ausschüttet. Auf Telekommarkt ist die Privatisierung alles in allem schief und teuer verlaufen, nun droht ähnliches über Energieversorger? Die Regulierung verläuft asymmetrisch zugunsten weniger.
Südstädter schrieb am 16.11.2012, 21:05 Uhr:
Was sind denn diese Durchleitungskosten/Terminierungsentgelte? Wo entstehen die und wer bezahlt da wen wofür?

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