Interview mit einer Geburtshelferin "Hebamme ist ein teures Hobby"

Im Honorarstreit der Krankenkassen mit den freiberuflichen Hebammen gibt es ein erstes Ergebnis: Für die Mehrkosten durch die Berufshaftpflicht kommen künftig die Kassen auf. Für die Bielefelder Hebamme Barbara Blomeier sind noch Fragen offen.

Kommentare zum Thema (22)

letzter Kommentar: 14.07.2012, 10:25 Uhr

Selbstständiger schrieb am 14.07.2012, 10:25 Uhr:
Ich und meine freiberuflichen Kollegen müssen für die Beruftshaftpflicht auch selbst und alleine aufkommen. Diese Kosten können wir auch nicht an unsere Kunden weitergeben. Gejammert wird aber trotzdem nicht.
Westfälin schrieb am 12.07.2012, 19:05 Uhr:
Also, so einfach ist es ja mal nicht. Die Hebammen in Kliniken haben ja offenbar die gleichen Probleme, zumal das zum Teil auch Freiberuflerinnen sind. Offenbar wird da wie dort nach Fallpauschale bezahlt. Und die Haftpflicht brauchen Angestellte auch. Auf der Verbandsseite gibt es Zahlen. Au weiha! Ich bin keine Hebamme, aber selbstständig. Als Freiberuflerin 23.300 € Jahresumsatz, das heißt vor allen Abzügen und Kosten (Auto, Telefon...) , davon allein mehr als 10 % für die Haftpflicht. Und als Hebamme ist frau ja wohl ständig "stand by". Babys haben ja keine Verträge mit irgendwelchen Dienstzeiten...Na, danke. Im übrigen heißt es ja nicht, dass Mutti nach der Hausgeburt "extra" zahlt. Geburtskosten übernimmt die Krankenkasse. Ich denke, jemand der sich um die Gesundheit von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt kümmert, sollte doch genauso viel verdienen, wie ein anständiger Klempner.
JaneDoe schrieb am 12.07.2012, 14:32 Uhr:
Kinder nur noch in Kliniken zur Welt bringen, dort ist die Hebamme inbegriffen und muß nicht von der Mutter extra bezahlt werden. Sicherer ist es auch noch. Wenn die freien Hebammen meinen sie müssten gleich 30% mehr verdienen dann verdienen sie eben gar nichts mehr :-)) 30 % sind nicht einzusehen, da könne die Hebammen noch so ihre Leistungen in den Vordergrund schieben. Das beste ist wirklich zur Geburt in die Klinik.
IQ schrieb am 11.07.2012, 14:29 Uhr:
@ Polly , ich gebe Ihnen ja soo recht! Die Vorstände der Krankenkassen und der KV genehmigen sich horrende Gehälter und an der Basis ,dort wo das Geld am dringendsten benötigt wird, sparen diese "Herren" auf Teufel komm raus. Und diese Dummschwätzer, die überall ihren Schwachsinn kund tun müssen, sind schon erschreckend.
Westfälin schrieb am 11.07.2012, 12:53 Uhr:
Wie man bei 7,40 € Stundenlohn von Gier sprechen kann, verschließt sich mir. Darüber hinaus scheint mir totale Unkenntnis über den Beruf der Hebamme zu herrschen. Bei der Geburt als solcher macht die Hebamme - von der Gebärenden abgesehen - den Hauptteil der Arbeit. Selbst Ärzte im Krankenhaus sind da eher die "Techniker". Die Frage, ob angestellte Hebamme oder freiberuflich entscheidet sich für die Hebamme oft ja auch erst nach der Ausbildung. Gibt es überhaupt freie Stellen in einem Krankenhaus? - Das hat mit dem Bedarf nach der "Facharbeit" ja oft gar nichts zu tun. Die Vor- und Nachsorge-Hilfe der Hebamme ist von unschätzbarem Wert. Bei den 1000 Fragen und Schwierigkeiten, die nicht nur jungen Mütter vor- und nach der Geburt haben, kann die Hebamme zu Hause - ganz wichtig - Hilfe leisten, bei Problemen, die der Arzt nie sieht, bei Fragen, die er nicht beantworten kann oder will. (O-Ton: "Das ist nicht meine Baustelle"!!).
nobody schrieb am 11.07.2012, 00:51 Uhr:
Wie wäre es wenn die KV selbst auch Haftpflichtversicherungen für die Hebammen an bieten würden, dann könnten Sie ganz legal das innen von uns an vertraute Geld an sich selbst wieder auszahlen und die Vorstände hätten wieder einen Posten mehr auf dem Einnahmenkonto und könnten da Sie ja mehr einnahmen erziehlt haben auch eine Steigerungsprämie an sich selbst auszahlen ... Ist doch ne Superidee oder ... PS.: Warum für Gesundheit und Bildung Geld ausgeben ? Da können wir doch von den USA lernen, einfach gut ausgebildete Fachkräfte aus anderen Ländern einkaufen ... , die eigene Bevolkerung dumm halten (wenn zuviele klug sind nerven die nur, wollen gleiches recht für alle und so ... wo kommen wir den dahin ...), kommen vielleicht auf so was blödes wie Evolution und so ... Lassen sich dann nicht mehr so leicht lenken ... in diesem sinne keine macht für niemand ...
Polly schrieb am 10.07.2012, 22:21 Uhr:
selbst fest, Hebammen dürfen das nicht! Wir bekommen die Preise diktiert, werden dann unterbezahlt in die Selbstverwaltung entlassen und kämpfen als kleiner Berufsverband gegen die Krankenkassenlobby jahrelang um jeden lumpigen Cent, werden mit miesen Tricks von diesen ausgebootet und hingehalten. Von allen Politikerin hochgelobt und angefordert ( Beispiel Familienhebammen) aber hingehalten und vertröstet, was das Geld angeht. Dieser Staat krankt an etlichen Ecken und keiner traut sich mal den Saustall aufzuräumen! Ich hab es so dick! Und dann muß man sich Gier vorwerfen lassen! Informiert euch doch erst mal bevor ihr unqualifiziert rumquatscht. Und eines sollten sich alle merken: Einmal im Leben, bei dereigenen Geburt , hat fast jeder die Hilfe einer Hebamme bekommen. Und fragt mal eure Mütter : der Großteil wird froh gewesen sein, dass eine da war! wütende Grüße,, Polly
Polly schrieb am 10.07.2012, 22:11 Uhr:
Was ist denn hier für unqualifizierter Mist unterwegs? Einen Wirt kann man nicht mit einer freiberuflichen Hebamme vergleichen. Hebammen durchlaufen eine dreijährige Ausbildung... egal welcher Beruf, ich finde nach drei Jahren ausbildung sollte man seinen Lebensunterhalt incl. Altersabsicherung bestreiten können! Hebammen bewegen sich hier am Rande der Armut, denn von dem mickrigen Stundenlohn müssen ja auch sämtliche Versicherungen in voller Höhe bezahlt werden. Obwohl freiberuflich sind wir ja leider sogar gesetzlich rentenversicherungspflichtig! Kein Handwerker bewegt für so einen Stundenlohn sein Hinterteil. Die 30% sind weder unverschämt noch unangemessen sondern überlebensnotwendig, ansonsten stirbt dieser Berufsstand, um den uns halb Europa in dieser Form beneidet, kläglich aus. Die Arbeit macht nicht nur Freude sondern wird wirklich gebraucht, das belegen etliche Studien zur Gesundheitsvorsorge im Familenbereich. Auch der Vergleich mit Bäckern hinkt: Bäcker setzen ihr ...

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