Verdi bestreikt Düsseldorf und Köln/Bonn Wieder Streik an NRW-Flughäfen

Die Fluggäste in NRW mussten sich am Freitag (13.03.2013) wieder auf Probleme einstellen: An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn wurde erneut gestreikt. Über 300 Flüge fielen aus. Der Streik sollte bis Mitternacht andauern.


Die Gewerkschaft Verdi hat die Streiks im Tarifkonflikt des privaten Sicherheitsgewerbes ausgeweitet. An den Flughäfen folgten nach Gewerkschaftsangaben rund 250 Kontrolleure ab vier Uhr morgens dem Aufruf. Der Streik an den Airports werde voraussichtlich bis Mitternacht dauern, so ein Verdi-Sprecher.

Besser auf Handgepäck verzichten


Der Flugbetrieb in Düsseldorf war bereits am Morgen stark beeinträchtigt, wie der Flughafen mitteilte. Von ursprünglich 609 Flügen seien 233 gestrichen worden, davon 185 Abflüge und 48 Landungen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden 75 von insgesamt 210 geplanten Flügen annulliert: 51 Starts und 24 Landungen wurden gestrichen.

Die beiden Flughäfen empfahlen den Passagieren, sich vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter über den aktuellen Flugstatus zu informieren. Beide Airports haben telefonische Hotlines geschaltet: Der Flughafen Köln/Bonn ist erreichbar unter 02203/404000, der Düsseldorfer Flughafen unter 0211/4210. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere wenn möglich auf Handgepäck verzichten.

Bis zu 30 Prozent mehr Lohn gefordert

Ungeachtet des geplanten Streiks wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach Angaben von Verdi am Montag (18.03.2013) wieder verhandeln. "Die Beschäftigten demonstrieren mit ihrem Ausstand noch einmal eindringlich ihre Entschlossenheit in diesem Tarifkonflikt. Wir erwarten am Montag den Durchbruch in den Verhandlungen und wollen vor den Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Die Osterferien im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland beginnen am 25. März. Die Arbeitgeber hätten seit Dezember kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. "Montag muss der Knoten durchgeschlagen werden", erklärte Becker.

Der Tarifstreit der Luftsicherheitsassistenten mit dem Bundesverband für Sicherheitswirtschaft (BDSW) ist festgefahren. Die Gewerkschaft verlangt für die 34.000 Beschäftigten der Branche in NRW bis zu 30 Prozent mehr Lohn. 2.000 der Beschäftigten arbeiten an Flughäfen. Die Luftsicherheitsassistenten sind Angestellte von Firmen, die Passagierkontrollen im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Die Arbeitgeber haben ihren Angaben zufolge für die Fluggast-Kontrolleure für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 13,7 Prozent mehr Lohn geboten und für die untere Lohngruppe insgesamt 9,2 Prozent.


Stand: 15.03.2013, 16.30 Uhr


Kommentare zum Thema (272)

letzter Kommentar: 18.03.2013, 18.56 Uhr

Egbert schrieb am 18.03.2013, 18.56 Uhr:
Das Ergebnis dieses Verhandlungstages sieht folgendermaßen aus: die normale Bewachung kriegt ein plus von 2 Cent und die aviation Leute am Flughafen nicht mehr als das bekannte. Die Arbeitgeber haben gar kein Interesse an einem Ende des Arbeitskampfes. Sie verhöhnen uns und die Passagiere und werden wohl auch die Schlichtung torpedieren.
aspire schrieb am 18.03.2013, 14.35 Uhr:
Varieté-Theater mit Herrn Felix Graffter Pseudo Name.... xDD
YKH schrieb am 17.03.2013, 23.05 Uhr:
@Egbert Ja das waren goldene Zeiten! Vorgesetzte die für ihre Mitarbeiter ein offenes Ohr hatten! Die sich auch ihre Sorgen und Probleme angenommen haben, wirklich wie eine Familie! Die die Mitarbeiter in den Vordergrund gestellt haben und nicht nur ihren Profit gesucht haben und trotzdem noch Geld verdient haben ! Ich vermisse die tolle Zeit !!! Tja, deutsche Sicherheitsunternehmen wollen ja nichts anderes als schnelles Geld verdienen und das auf Kosten Ihrer Mitarbeiter, da kann man nur sagen PFUI !!! Und für die Verhandlungen alles Gute ihr habt es verdient vernünftig bezahlt zu werden ! Und die anderen die hier nur Stimmung machen, arbeitet selber erstmal unter solche Bedingungen !
AB-B737-800NG schrieb am 17.03.2013, 22.46 Uhr:
Auch @Gast1000 möchte ich höflich bitten, mir zu verzeihen, wenn ich Ihnen Unrecht getan habe. Ich habe die Ausführungen im genannten LAG Urteil mit Entsetzen zur Kenntnis genommen und kann nur hoffen, das man wohl nicht einordnen will, was man den Mitarbeitern abverlangt. Hier muss bei den Arbeitgebern dringend ein Umdenken erfolgen und der Mensch vor Ort muss auch mit erhobenem Kopf als Mensch akzeptiert, geachtet und auch gefördert werden. Eine 8 oder 9 Stundenschicht die letztendlich durch die unbezahlten Zwangspausen aber einen viel längeren Arbeitstag bedeutet, ist eine Art und Weise, die ich in meinem Beruf - ich bin seit über 40 Jahren beim gleichen Arbeitgeber - beschäftigt noch nie auch nur im Ansatz erlebt habe. So etwas gibt es bei uns nicht und käme - so schätze ich es ein - der Führungsetage auch nie in den Sinn. z.B. werden bei uns mit einem Wiedereingliederungsmanagement Langzeitkranke wieder Schritt für Schritt eingegliedert. Bleiben Sie standhaft, viel Glück !
Egbert schrieb am 17.03.2013, 22.42 Uhr:
Ja Securicor ADI, das waren die Goldenen Zeiten an den Flughäfen Köln und Düsseldorf. Ich erinnere mich sehr gern an diese Zeiten., wir waren eine große Familie damals die durch dick und dünn ginge. Sogar FÜR das Unternehmen. Aber das war ein amerikanisches Unternehmen, was sich für seine Mitarbeiter eingesetzt hat, danach setze die Lobby durch das "Deutsche" Unternehmen kamen und alles war zerstört....Es ist schon paradox dass der Ami mehr die Mitarbeiter und seine rechte achtet, als das Deutsche Unternehmen dem die Gesetzgebung ein Klotz am Bein ist.

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