Starker Umsatz nach Weihnachten Bescherung für den Einzelhandel

Von Markus Rinke

Die falsche CD, das Buch doppelt oder das Hemd zu klein - nach Weihnachten wird immer noch vieles umgetauscht. Und das obwohl Geschenkgutscheine immer beliebter werden. Zwischen den Feiertagen haben die Verkäufer viel zu tun, denn jetzt beginnt auch der Schlussverkauf.


Das Kaufhaus in der Dortmunder Innenstadt hat seit gut einer Stunde geöffnet. Noch ist es relativ ruhig. In der Miederwaren-Abteilung stöbern Kundinnen in den Auslagen, ein Herr begleitet seine Frau. Verkäuferin Petra Hentschel hat noch Zeit für ein kurzes Gespräch. Im Laufe des Tages erwartet sie aber noch viele Kunden, die Waren umtauschen wollen. "Viele Männer, die hier was gekauft haben, kennen die Größen ihrer Frauen nicht genau", sagt die Verkäuferin schmunzelnd. Ganz so viel wie früher werde aber nicht mehr umgetauscht, sagt Hentschel. Der Trend geht auch bei Damenwäsche zum Gutschein.

Mehr Gutscheine, weniger Umtausch


Auch der Einzelhandelsverband NRW bestätigt, dass sich immer mehr Kunden auf Gutscheine verlassen. Und die würden vor allem in den ersten Wochen nach Weihnachten eingelöst. Diese Zeit gehört zur umsatzstärksten im Jahr, sagt der Einzelhandelsverband. Insgesamt würden durch das Weihnachtsgeschäft in NRW rund zwanzig Milliarden Euro umgesetzt. Jetzt, nach Weihnachten, verschwindet allerdings die festliche Stimmung. Die Festbeleuchtung wird durch große Plakate ersetzt, die auf den Schlussverkauf hinweisen, am riesigen Dortmunder Weihnachtsbaum werden bereits die Kerzen abmontiert.

In der Innenstadt bilden sich derweil lange Schlangen vor den Parkhäusern und in den Geschäften. Eher männlich ist das Publikum in einem großen Technikkaufhaus. Ein Kunde berichtet vom problemlosen Umtausch seines neuen Blue-Ray-Players. Der sei nicht netzwerkfähig gewesen. Der Umtausch habe problemlos funktioniert.

Gutschein, Bargeld und EC-Karte


Besonders häufig gehen am Donnerstag (27.12.12) Computer und Tablet-PCs über den Ladentisch. Richard Kuske bezahlt mit Gutschein, Bargeld und EC-Karte. Den Gutschein hat der Student von der Mutter bekommen, Geld von den Verwandten und mit der Scheckkarte hat er die fehlende Differenz bezahlt. Dafür hat er jetzt den Wunschcomputer, den er für das Studium benötigt.

Beim Modediscounter im neuen Einkaufzentrum wühlen sich vor allem junge Mädchen durch die Angebote. Jugendliche und junge Erwachsene stehen gut zehn Minuten vor einem Modeladen, das die Kleidung einer amerikanischen Trendmarke verkauft. Fast alle haben viel Geduld mitgebracht. Deutlich ruhiger geht es dagegen nebenan im Kaufhaus bei Petra Hentschel in der Dessous-Abteilung zu. Vielleicht ist das aber auch der langjährigen Erfahrung der Verkäuferin zu verdanken: "Wenn hier Leute ganz hektisch reinkommen, dann kann man die auch ganz schnell wieder beruhigen."


Stand: 27.12.2012, 15.50 Uhr


Kommentare zum Thema (1)

letzter Kommentar: 29.12.2012, 11.34 Uhr

Computermodell Konsumklima schrieb am 29.12.2012, 11.34 Uhr:
Wo bleiben nun die echten(desillusionierenden) Zahlen. Bitte echte Pegelstände und nicht die Hochrechnungscomputermodelle für das Konsumklima