Bombardier-Werk in Aachen schließt: Druck auf Bombardier wächst
600 Arbeitsplätze würden wegfalllen, wenn der Zughersteller Bombardier wie geplant das Aachener Werk schließt. Dagegen hat die Belegschaft am Freitag (19.10.2012) Widerstand angekündigt. Unterstützung bekommt sie von der Landesregierung, die zwei Minister nach Aachen geschickt hat.

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Wie steht es wirklich mit der Auslastung?
Arbeitsminister Guntram Schneider und Wirtschaftsminister Garrelt Duin (beide SPD) trafen sich im Werk mit der Geschäftsleitung zu Gesprächen, nachdem Bombardier am Donnerstag (18.10.2012) die Schließung des Traditionswerkes angekündigt hatte. Er habe den Eindruck gewonnen, dass es "nicht ganz so düster aussieht wie vor dem Gespräch", erklärte Schneider anschließend. Die Werksleitung zeige sich gesprächsbereit, "aber wir sind noch nicht überm Berg". Es müssten umgehend Gespräche mit dem Betriebsrat und der Industriegewerkschaft Metall geführt werden. Sein Parteifreund Duin sekundierte: "Wir werden gemeinsam für das Bombardier-Werk kämpfen. Ich kann nicht erkennen, was dafür sprechen sollte, den Standort zu schließen." Aachen mit seiner Nähe zu den Kunden weise "sehr gute Bedingungen" auf, das Werk sei auch gut ausgelastet. Duin: "Die Unternehmungsleitung sollte ihre Entscheidung überdenken."
Ausgelastet oder nicht?
In Aachen produziert der älteste noch bestehende deutsche Hersteller Schienenfahrzeuge, unter anderem für die S-Bahn in Stuttgart, Köln und Krefeld . Das 1838 als "Waggonfabrik Talbot" gegründete Unternehmen wurde 1995 vom kanadischen Mischkonzern Bombardier aufgekauft. Anders als der Wirtschaftsminister hält die Konzernleitung das Werk für nicht ausgelastet: "Aachen hat gute Arbeit gemacht, aber zu wenig Aufträge", sagte ein Sprecher am Donnerstag (18.10.2012). Das Werk hängt seinen Angaben zufolge vom niederländischen Markt ab, der zur Zeit stagniere. Der Konzern habe versucht, die geringe Arbeitsauslastung durch Übertragung von Aufträgen aus anderen Werken zu kompensieren. "Aber wir müssen feststellen, dass diese Maßnahmen nicht zu Verbesserung der Gesamtsituation beigetragen haben", sagte der Sprecher.
Nur noch Dienst nach Vorschrift
Bis Mitte 2013 sollen noch laufende Aufträge abgewickelt werden, so der Sprecher. Der Betriebsrat hat aber schon angekündigt, Sand ins Getriebe streuen zu wollen: "Wir werden Dienst nach Vorschrift machen, es wird keine Mehrarbeit mehr geben und keine Zustimmung für die Einstellung von Leiharbeitern", sagte der Betriebsratsvorsitzende Josef Kreutz. Es werde auch nicht über einen Sozialplan verhandelt. Die Belegschaft hatte vor zwei Jahren mehr gearbeitet und auf Sonderzahlungen verzichtet, um ihre Jobs zu erhalten.
Stand: 19.10.2012, 17.56 Uhr
Kommentare zum Thema (35)
letzter Kommentar: 24.10.2012, 12:13 Uhr
- Dieter schrieb am 24.10.2012, 12:13 Uhr:
- @Bochumer Opelaner: Träumen sie ruhig weiter! Ab 2016 gehen bei Opel endlich die Lichter aus. Was im übrigen das beste ist was GM mit Opel machen kann. Gerade die Bochumer mit ihrem Betriebsrat sind dafür zu einem nicht unerheblichen Teil mit verantwortlich. Eine solchen Belegschaft kann sich kein Konzern der Gewinne einfahren will auf Dauer leisten. Dazu kommt das kaum jemand diese Opel Autos kaufen möchte. An eurer Stelle, liebe Opelaner, würde ich mich schon mal nach etwas neuem umsehen. Denn eines ist sonnenklar, Steuergeld um eure überflüssigen Jobs temporär noch einmal zu halten gibt es keines mehr!
- Anonym schrieb am 24.10.2012, 10:30 Uhr:
- @Joachim Brüll: Es waren doch Sie der sich für die real Namen der hier komentierenden User interessierte und anderen vorwarf Angst zu haben sich hier mit richtiem Namen zu outen! Also den Ball mal schön flachhalten mein lieber Joachim Brüll ;-)
- Joachim Brüll schrieb am 23.10.2012, 16:07 Uhr:
- Zum Anonym Kommentar Solltest Du jedem selber überlassen mit welchem oder mit was für einem Namen hier geschrieben wird.
- Bochumer Opelaner schrieb am 23.10.2012, 13:05 Uhr:
- @R.Hast, @P.Heyer, da spricht doch der pure Neid aus Ihnen.Unsere Arbeitsplätze sind noch bis 2016 gesichert.Dann springt hoffentlich Frau Merkel wieder ein!
- Anonym schrieb am 23.10.2012, 11:35 Uhr:
- Man kann nur hoffen das nicht irgend ein beschränkter Politiker auf die Idee kommt diese Arbeitsplätze mit Steuergeld halten zu wollen. So etwas hat noch NIE funktioniert. Jedenfalls nicht auf Dauer. @Joachim Brüll: Nur einfache Gemüter nennen Hier und anderswo im Netz ihren realen Namen! Statt dessen werden sog. "Nicknames" verwendet. Das ist allgemein üblich.
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