Olympia-Schwimmer Christian vom Lehn: Erfolg ist planbar
Wenn Christian vom Lehn ins Wasser springt, will er nicht nur mitschwimmen, dann will er gewinnen. Auch bei den Olympischen Spielen reicht ihm das Motto der Spiele "Dabei sein ist alles" nicht.

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Christian vom Lehn in seinem Element
"Ich quäle mich doch nicht vier Jahre lang, um dann nur dabei zu sein. Ich will in London etwas reißen“, sagt der 20-Jährige. Über 200 Meter-Brust will er mindestens ins Finale. "Da ist dann alles möglich", sagt er. Die Spanne reicht von "baden gehen" bis Gold. Der Wuppertaler schließt ganz bewusst auch einen möglichen Sieg nicht aus. Er hat bereits gezeigt, dass er mit den ganz Großen der Szene mithalten kann. Erst im vergangenen Jahr schwamm er sensationell zu Bronze bei der Weltmeisterschaft in Shanghai. Das war sein größter Erfolg bisher. Und doch war es nur ein Baustein aus seinem Masterplan für London. Ein Plan, den er vor vier Jahren gemeinsam mit seinem Trainer Farshid Shami aufgestellt hat.
Ein Ziel für jedes Jahr
"Für jedes Jahr bis zu den Olympischen Spielen haben wir uns Ziele gesetzt", erklärt Shami. 2009 sollte vom Lehn bei der Junioren-Europameisterschaft erfolgreich schwimmen. Er holte Gold. 2010 sollte er dort seinen Titel verteidigen. Das gelang. 2011 sollte er an der WM teilnehmen und über seine Paradestrecke, die 200 Meter-Brust, mindestens ins Finale kommen. Der damals 19-Jährige holte die Bronzemedaille. Und 2012 stand die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Plan. Auch das ist gelungen. Sogar auf beiden Bruststrecken über 100 und 200 Meter. Und wer weiß, vielleicht kommt noch ein dritter Start in der Lagenstaffel hinzu.
Die Geschichte von Christian vom Lehn vermittelt den Eindruck, dass Erfolg planbar ist. Zumindest dann, wenn die Voraussetzungen stimmen. Und das ist bei Christian vom Lehn der Fall, obwohl er zwischendurch auch immer mal wieder längere Verletzungspausen einlegen musste. "Christian bringt sehr gute Voraussetzungen für seinen Sport mit", sagt Trainer Shami. Und damit meint er nicht nur die körperlichen. "Christian ist sehr zielstrebig. Er ist ein Siegertyp, der ein Rennen bestreitet, um es zu gewinnen", sagt Shami.
2.000 Kilometer schwimmen, schwimmen, schwimmen

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Christian vom Lehn mit WM-Bronze
Dafür ist der junge Mann bereit, sich zu quälen. In den ersten beiden Jahren auf dem Weg nach London standen mehr als 2.000 Kilometer im Wasser auf dem Trainingsplan. Immer wieder Bahnenziehen. Nichts als Kacheln und Chlorwasser. Eintönig und anstrengend. Er selbst empfindet das gar nicht so. "Ich weiß ja, wofür ich meinen Körper schinde", sagt er. Einen Großteil der Kilometer hat er in Wuppertal gefressen. Dort ist seine Heimat. Dort steht auch seine Trainingshalle. Dort fühlt er sich wohl. „Wir haben hier in Wuppertal optimale Trainingsbedingungen“, sagt vom Lehn. Wann immer er eine Bahn fürs Training benötigt, kann er diese bekommen.
Auch die Atmosphäre in London will er genießen
Christian vom Lehn wirkt sehr fokussiert. Er scheint sich durch nichts von seinem Ziel ablenken zu lassen. Und trotzdem genießt er seine Wettkämpfe. Vor allem das Drumherum registriert er ganz genau. "Bei der WM in Shanghai war schon ein wahnsinniger Lärm bei der Vorstellung der Athleten. Das war eine super Atmosphäre", sagt er. In London wird es ähnlich, wenn nicht gar noch lauter sein. Auch das will er genießen. Erst wenn er ins Wasser gesprungen ist, blendet er alles andere aus. Dann geht es nur noch darum, möglichst schnell zu schwimmen. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Nur nach vorne. "Im Rennen schaue ich nicht nach links oder rechts. Uns Brustschwimmer würde das bremsen", sagt er. Stattdessen zieht er durch. Bis zum Anschlag. Erst wenn er den Kopf aus dem Wasser hebt, weiß er, auf welchem Platz er gelandet ist.
Der Plan geht auf
Der Abiturient ist ein Einzelsportler durch und durch. Er will von niemandem abhängig sein. Er will sich auf seine Leistung konzentrieren und wenn es schief geht, will er nur auf sich sauer sein. Dazu hatte er in der Vergangenheit aber ohnehin nur wenig Grund. Denn es lief. Auch die relativ schlechten Ergebnisse des letzten Vorbereitungswettkampfes auf die Olympischen Spiele Anfang Juli in Paris haben ihm nicht die Stimmung verdorben. Dort konnte er keine guten Zeiten schwimmen und auch die Platzierungen waren alles andere als gut. Über 100 Meter Brust reichte es sogar nur zu einem 22. Platz.
"Ich lasse mich davon nicht verrückt machen", sagt vom Lehn. Er ist den Wettkampf aus dem intensiven Training heraus geschwommen. Im Übrigen sehe das sein Trainer genauso unproblematisch wie er selbst. "Wir sind optimistisch, dass wir unsere Ziele in London erreichen werden", sagt Farshid Shami. Warum sollten die beiden auch nicht optimistisch sein? Schließlich ist der vor vier Jahren gefasste Plan bisher ja auch voll aufgegangen. Welches Ziel für die Wettkämpfe in London im Plan formuliert ist, will vom Lehn nicht verraten. Vielleicht rückt er damit ja nach den Spielen heraus.
Stand: 16.07.2012, 06.00 Uhr
Kommentare zum Thema (1)
letzter Kommentar: 16.07.2012, 21:24 Uhr
- Trainer schrieb am 16.07.2012, 21:24 Uhr:
- Go , Christian , Go, Go , Go ..............!!!!!!!!!!!!!!!!
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