Schalkes Manager in der Kritik: Der tragische "Heldt"
Heute Abend spielt Schalke gegen die Bayern - und dann wird auch die Arbeit von Manager Horst Heldt wieder im Fokus stehen. Der Manager von Schalke 04 steht zunehmend in der Kritik, weil er zuletzt einige strittige Entscheidungen getroffen hat. Dabei war der 43-Jährige es bisher gewohnt, dass es aufwärts geht. Ein Porträt.
Sendung zum Thema
Sportschau | Morgen, 19. Mai 2013, 18.50 - 19.28 Uhr | Das Erste

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Schalkes Mananger Horst Heldt leidet unter der sportlichen Situation.
Die Augen sind klein, die Ränder darunter ungewöhnlich dunkel gefärbt. Die letzten Tage und Wochen haben Spuren hinterlassen bei Horst Heldt. Es läuft alles andere als gut beim FC Schalke 04. Und als dessen Manager wird auch Heldt für die häufigen sportlichen Misserfolge verantwortlich gemacht. Der 43-Jährige leidet sichtlich unter dieser Situation. Auch weil er sie so intensiv nicht kennt.
Als Horst Heldt vor gut zwei Jahren, im Frühjahr 2011, die Geschäfte von Trainer-Manager Felix Magath übernommen hat, da war es eine seiner wichtigsten und dringlichsten Aufgaben, wieder Ruhe in den Traditionsverein zu bekommen und so gut wie allen Mitarbeitern das Vertrauen in ihr Schaffen zurück zu geben. Die feindliche Übernahme, wie der "Spiegel" das diktatorische Wirken Magaths in Gelsenkirchen nannte, musste behutsam rückabgewickelt werden. Viele Positions- und etliche Personalwechsel hatten zu permanentem Misstrauen und persönlichen Verletzungen unter den Mitarbeitern geführt. Und Heldt war der Mann, der wieder Normalität in den Klub bringen sollte.
Der richtige Mann am richtigen Ort

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Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (l.) und Manager Horst Heldt
Horst Heldt stammt aus gutbürgerlichen Verhältnissen, aus dem rheinischen Königswinter. Er hat, bevor er selbst eine Karriere als Fußballprofi und Nationalspieler startete, den Beruf des KFZ-Mechanikers gelernt. "Ich weiß, wie die Menschen außerhalb des Fußballs ticken", sagt Heldt WDR.de. Er gilt als bodenständiger Mensch, der Karneval ist ihm nicht fremd. Mit all seinen Gesprächspartnern redet er auf Augenhöhe. Ihm ist es gelungent, den Verein sehr schnell zu befrieden und dort wieder eine professionell gelöste Stimmung zu verankern. Er war der richtige Mann am richtigen Ort.
Dieser Effekt zeigte dann auch auf dem Fußballplatz schnellen Erfolg. Die Mannschaft spielte sich in der Saison 2011/12 bis auf Platz drei vor und es herrschte allerorten Erleichterung über die Gesamtentwicklung. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der starke Mann auf Schalke, der Heldt vom VfB Stuttgart nach Gelsenkirchen gelotst hatte, ließ keine Gelegenheit aus, seinen Manager zu loben. "Horst Heldt hat einen sauberen Charakter", formulierte der Fleischfabrikant aus Rheda-Wiederbrück. Selbst den krankheitsbedingten Rücktritt von Ralf Rangnick im Herbst 2011 moderierte Heldt gekonnt und stellte unter Einflussnahme von Tönnies den Schalker Jahrhunderttrainer Huub Stevens ein. Ein lange Zeit gelungener Schachzug, wie sich herausstellen sollte.
Der Zauber ist verflogen
Heldt verabreichte dem stolzen Klub, wie in modernen Unternehmen gerade üblich, auch noch ein Leitbild. Das Glück schien unendlich zu sein, als auch noch die laufende Saison so prächtig begann und die Schalker noch im Oktober als Bayern-Jäger Nummer eins galten. Der Wunsch nach Kontinuität im Klub schien sich zu erfüllen. Endlich war mit Horst Heldt jemand gefunden, der nach den unruhigen Jahren wieder Verlässlichkeit, eine passende Mentalität und dauerhaften Erfolg zurückbringen sollte. Doch die Zweifel wachsen.
Dieser Heldtsche Zauber ist mittlerweile einer beginnenden Depression gewichen. Die Mannschaft rutscht in der Tabelle immer weiter ab. Heldt steht mittlerweile in der Kritik, weil seine Transfers wie Tranquillo Barnetta, Ciprian Marica oder Teemu Pukki nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Auch in der Torhüterfrage hatte der Manager keinen Handlungsbedarf gesehen, obwohl die drei Anwärter Timo Hildebrand, Lars Unnerstall und Ralf Fährmann selten überzeugten. Aber vor allem die Beurlaubung von Huub Stevens Mitte Dezember 2012 und seine Entscheidung, den bisherigen Schalker Jugendtrainer Jens Keller zu befördern, macht den Manager angreifbar.
Trainer Jens Keller darf weitermachen

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Schalkes Trainer Jens Keller (l.) und Manager Horst Heldt
Heldt wollte sich nicht dem Mainstream beugen und einen der großen Namen im Trainergeschäft verpflichten. Er wollte innovativ sein und Jens Keller, einem alten Bekannten aus Stuttgarter Zeiten, eine Chance geben. "Weil ich von seinen Fähigkeiten überzeugt bin. Man vergibt doch in Unternehmen keine Führungspositionen aufgrund von persönlichen Vorlieben. Es geht doch vor allem um die Qualifikation desjenigen, den man beschäftigen will", wehrt sich Heldt gegen den Vorwurf der möglichen Kumpanei und will den glücklosen Trainer bis zum Saisonende weiterbeschäftigen.
Dass Keller bisher noch keinen Aufbruch versprühen konnte und einige Misserfolge hinnehmen musste, macht die Situation für den Manager aber nur noch prekärer. Und auch den von Heldt nicht verhinderten Abgang von Talent Lewis Holtby Ende Januar zu den Tottenham Hotspur sehen viele Fans kritisch.
Horst Heldt macht derzeit einen Wandel durch. Vom Schalker Hoffnungsträger zum tragischen "Heldt". Noch ist es nicht zu spät, diesen Wandel aufzuhalten. Mit einem guten Ergebnis im Bundesligaspiel beim FC Bayern München könnten die Schalker die Talfahrt abbremsen. Horst Heldt könnte dann erst einmal tief durchatmen.
- Über Horst Heldt
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Horst Heldt wurde am 9. Dezember 1969 in Königswinter geboren. Der 42-Jährige ist mit einer Rechtsanwältin verheiratet und hat ein Kind. Nach einer Lehre als KFZ-Mechaniker wird Heldt Fußballprofi und spielt für den 1.FC Köln, 1860 München, Eintracht Frankfurt, Sturm Graz und den VfB Stuttgart. Zudem absolviert Heldt zwei Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Nach Ende seiner aktiven Karriere wird er im Januar 2006 Sportdirektor des VfB Stuttgart und gewinnt im Jahr 2007 die deutsche Meisterschaft. Im Juli 2010 wechselt er in den Vorstand des FC Schalke 04, seit Frühjahr 2011 ist er für die Bereiche Sport und Kommunikation des Klubs verantwortlich.
Stand: 09.02.2013, 08.00 Uhr
Kommentare zum Thema (5)
letzter Kommentar: 09.02.2013, 18:12 Uhr
- Borsig schrieb am 09.02.2013, 18:12 Uhr:
- Schalke 04 hat über Jahre eine immer gute Jugendarbeit geleistet. Diese jungen Leute gehören in den Kader. Sie werden abgegeben und erfreuen andere Vereine mit ihrer guten technischen und taktischen Ausbildung. Ein wenig mehr langer Atem müsste auf Schalke gezeigt werden. Keine kurzfristigen Erfolge sondern nachhaltig und mit Erfolg. Der käme mit eigenen Leuten und würde nicht Millionen an Ablösesummen usw. kosten. Dies schreibe ich als BVB-Fan, der Pott benötigt TopTeams für gute sportliche Unterhaltung auf dem Platz und am Montag auffe Schicht. Da kann ich mir am Montag schön einen anhören, dennoch drücke ich den Blau-Weißen für gleich die Daumen.
- Spott Bild schrieb am 09.02.2013, 12:29 Uhr:
- Nach der Saison wird man schreiben das Keller die Mannschaft vor dem Abstieg gerettet hat, und Schalke 04 mit einem königsblauem Auge davon gekommen ist.
- T.Weber schrieb am 09.02.2013, 12:17 Uhr:
- Wie ich schon meinen Bekannten ( allesamt Schalker ) immer wieder sagte: der Heldt ist nicht der Held und muss weg.
- Ohne Keller aus dem Keller? schrieb am 09.02.2013, 12:00 Uhr:
- Teemu Pukki ist von den den Schalkern Trainern einem Huntelaar geopfert worden, also die Zukunft für Vergangenheit, Schnelligkeit gegen Spieler der in Niederländischen Nationalauswahl zu Recht nie zum Zuge kommt und auf Schalke von Genialität eines Raul abstaubte und zu hoch bewertet wurde. Statt das System auf schnelle Jugendliche Draxler und Pukki gepaart mit dem "noch" schnellen Farfan auf rechtem Flügel nach Dortmunder und vormals Mönchengladbacher Art und Weise zu modernisieren wurde zu lange am rebellierenden Holtby und Bremsklotz Huntel. (warum wurde bei ihm verlängert, teuer und ....?) festgehalten, statt Mittelfeld mit Jurado als Ideengeber und Pässe auf die schnellen Leute aufzubauen. Dann kommt die Deckung nicht unter Druck, die zu langsam und behäbig:Matip, Höwedes für internationalen Standard ist. Nur Fuchs und Pap. sind internationaler Standard der oberen Klasse! Jones u. Neustädter im Mittelfeld sind o.k.!
- königsblau schrieb am 09.02.2013, 11:08 Uhr:
- Hier macht sich der Autor zum Handlanger der "ewig gestrigen" Fraktion in der Schalker Anhängerschaft. Einige Statements sind so direkt aus dem offiziellen Fan-Forum abgeschrieben. Es ist genau diese traditionelle Asi- und Chaotenfraktion, die eine langfristige Modernisierung unseres Clubs verhindert und tief im innersten mit Leuten für max. 5000 € monatlich lieber gegen Meppen und RWE antreten würde. Auch Herr Heldt hat den Fehler gemacht, dem Druck der Straße bzw. Kurve bzw. BILD nachzugeben und Huub Stevens unnötig dem Pöbel zum Fraß vorgeworfen. Heute Abend gibts eine richtige Klatsche. dann in Mainz genauso, dann wird Clemens Töniies wie gewohnt die Notbremse ziehen und einen neuen Sportdirektor und Trainer suchen. Mit großen Glück bebendet man die Saison auf Platz 13 und steht vor einem Trümmerhaufen. Vielleicht muss es uns erst richtig dreckig gehen so wie einst unserem ungeliebten Nachbarn, damit diese Brandstifter aus der Fanschar endlich aufhören, den Verein zu zerstören.
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