Online-Regeln für Olympia-Teilnehmer Sportler dürfen twittern und facebooken

Von David Ohrndorf

Fotos vom Training, Berichte aus dem Olympischen Dorf - bei den Olympischen Spielen dürfen die Athleten in diesem Jahr so viel in den sozialen Medien machen wie noch nie. Die Regeln für die freiwilligen Helfer sind jedoch immer noch streng.


"Es werden die ersten Social-Media-Spiele sein", kündigt Alex Huot vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vollmundig an. Darunter versteht der Social-Media-Chef des IOC, dass Athleten bloggen, twittern oder Facebook benutzen dürfen. Bei den Spielen in London (27. Juli bis 12. August 2012) dürfen die Athleten über diese Medien so offen wie noch nie von ihrem olympischen Alltag berichten. Das IOC hat die Social-Media-Regeln für die Sportler in diesem Jahr gelockert.

Bei den Spielen in Peking gab es 2008 noch viele Verbote. So durften die Sportler beispielsweise keine Fotos veröffentlichen, die auf dem Olympia-Gelände entstanden waren. In den neuen Richtlinien heißt es ausdrücklich: "Das IOC fördert und unterstützt Athleten und andere akkreditierte Personen, während der Olympischen Spiele an 'Social Media' Aktivitäten teilzunehmen und ihre Erfahrungen zu posten, bloggen oder zu tweeten."

"Wir für Deutschland"


Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat bereits eine eigene Kampagne für die Deutschen Olympioniken ins Leben gerufen. Unter dem Motto "Wir für Deutschland" und dem Hashtag #WirfuerD sollen die Socialmedia-Aktivitäten aller Deutschen Teilnehmer der Olympischen Spiele zusammengeführt werden.

Was ist erlaubt?

Alles, was die Sportler veröffentlichen, soll dem Olympischen Gedanken entsprechen. Laut Richtlinie sollen alle Beiträge "ehrwürdig und geschmackvoll" gestaltet sein und "keine vulgären oder obszönen" Wörter oder Bilder enthalten. Erlaubt sind persönliche Beiträge in "Tagebuch-Format", die in Ich-Form geschrieben sind. Nicht erlaubt sind den Sportlern hingegen komplette Wettkampfberichte oder Artikel über Aktivitäten anderer Teilnehmer.

Die Wettkampfstätten und das Olympische Dorf dürfen fotografiert werden, Videos oder Audiobeiträge davon dürfen aber nicht veröffentlicht werden. Außerdem verbietet das IOC die kommerzielle Nutzung des Materials, das die Sportler erstellen.

Strenge Regeln für die freiwilligen Helfer

Für die rund 70.000 freiwilligen Helfer, die sogenannten Volunteers, sind die Regeln allerdings deutlich strikter. Sie dürfen nichts über ihre Aufgabe oder ihren aktuellen Standort schreiben und auch keine Posts über Athleten oder Promis verfassen. Fotos und Videos zu veröffentlichen, ist ihnen auch verboten. Die Veranstalter erlauben ihnen nur, die Mitteilungen des IOC zu den Olympischen Spielen bei Facebook und Twitter zu teilen.

In ihrer öffentlichen Facebook-Gruppe haben einige der Freiwilligen ihrem Ärger bereits Luft gemacht. Sie sprechen von Zensur und Bevormundung. Ein Sprecher des Organisationskomitees sagte der BBC, diese strikten Vorgaben seien notwendig, um Arbeitskraft und Ablauf der Olympischen Spiele zu gewährleisten.

DFB bittet die Fußballer um Zurückhaltung

Auch bei der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft sind soziale Medien ein Thema. So haben die dänischen Fußballer totales Schreibverbot, der DFB versucht nur, die Spieler zu sensibilisieren. Ein Foto auf der Hotel-Terrasse sei in Ordnung, erklärte Mannschaftsmanager Oliver Bierhoff, Details zum Training aber tabu.


Ein Beispiel dafür, was nicht geht, lieferte André Schürrle im November. Da teilte er vor einem Länderspiel bei Twitter mit, dass er wegen eines grippalen Infekts nicht spielen könne. Eine Information, die dem Gegner bei der Aufstellung helfen könnte. Verboten ist laut DFB-Sprecher Harald Stenger auch Kritik an den Schiedsrichtern, an Mitspielern oder gegnerischen Mannschaften. Diese Vorgaben würden aber nicht nur für soziale Medien gelten, sondern generell für alle Äußerungen während der Europameisterschaft.


Stand: 11.06.2012, 16.50 Uhr