Hooligan rief bei Domian an: Initiator von Kampagne gegen Pezzoni identifiziert
Der Kölner Abwehrspieler Kevin Pezzoni wurde beleidigt und bedroht und löste daraufhin seinen Vertrag auf. Nun hat sein Ex-Verein herausgefunden, dass der Vorsitzende eines Fan-Clubs eine Rolle spielte.

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Hooligan rief bei Domian an
Der 1. FC Köln hat nach eigenen Angaben den Gründer einer gegen seinen Ex-Profi Kevin Pezzoni gerichteten Internetkampagne ausfindig gemacht und mit Strafen belegt. "Es handelt sich um ein FC-Mitglied, gleichzeitig Vorsitzender eines kleineren Fan-Clubs. Wir haben gegen diese Person ein sofortiges Mitgliederausschlussverfahren in Gang gesetzt, werden ein maximales Stadionverbot verhängen und den Fanclub-Status entziehen", teilte der Fußball-Zweitligist am Freitag (07.09.2012) mit. Abwehrspieler Pezzoni war von mutmaßlichen Hooligans massiv bedroht worden und hatte daraufhin seinen Vertrag mit den Kölnern aufgelöst. Danach setzte eine intensive Diskussion über Fehlverhalten von Fans im Fußball ein.
21-Jähriger meldete sich bei Domian
Der vom Verein Beschuldigte hatte am Donnerstagabend in der WDR-Talksendung Domian behauptet, die Störer zu kennen, die vor dem Haus von Pezzoni am 28. August 2012 beleidigend und ausfällig geworden waren. "Ich kenne die Leute, die ihm vor der Tür aufgelauert haben. Da sind Beleidigungen gefallen - auch Drohungen. Da wurde auch ein Zettel auf die Autotür geklebt mit der Aufschrift 'Kevin Pezzoni, wenn du die Stadt nicht verlässt, zicken wir dich'. Der war ziemlich verängstigt, glaube ich", sagte der Anrufer.
Der 21-Jährige bezeichnete sich als "Initiator" einer inzwischen vom Netz genommenen und gegen Pezzoni gerichteten Facebook-Gruppe, war nach eigenen Angaben aber nicht an der Aktion vor der Tür von Pezzonis Wohnung beteiligt. "Mir kam die Idee, dass man ein paar Anreize setzen kann, um die Spieler darauf hinzuweisen, dass es in der Form nicht geht, dass man sich so lasch präsentiert", sagte der Anrufer.
Verein hat Anrufer ermittelt
Claus Horstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, verurteilte die öffentlichen Äußerungen: "Das Gespräch hat offenbart, mit welchem Zynismus manche Chaoten psychische und physische Aggressionen gegen Spieler und Mitarbeiter im Profifußball in Kauf nehmen. Das ist widerwärtig und kann auch nicht mit Emotionen im Fußball erklärt werden. Wir gehen davon aus, dass die Ermittlungsbehörden jetzt weitere Anhaltspunkte erhalten, um die Vorgänge am Dienstagabend vor der Wohnung von Kevin Pezzoni aufzuklären." Man habe den Anrufer "durch einen Abgleich mit unseren Daten" ermittelt.
Der FC hatte schon in der vergangenen Woche Strafanzeige gegen eine Facebook-Gruppe gestellt, die Pezzoni in dem Internet-Portal bedroht hatte. Für diese Maßnahme des Zweitligisten brachte der Anrufer wenig Verständnis auf: "Ich habe eine Anzeige am Hals - nicht zu recht."
Stand: 07.09.2012, 19.08 Uhr
- Nach Vertragsauflösung: FC wehrt sich gegen Pezzoni-Vorwürfe (09.09.2012) [sportschau.de]
- Fall Kevin Pezzoni: "Attacken auf Fußballer werden Schule machen" (04.09.2012)
- Pezzoni-Vertrag "nicht wegen ein paar Chaoten" gelöst : FC-Klubspitze verteidigt Vorgehen (04.09.2012) [sportschau.de]
- Sicherheit in den Stadien
Kommentare zum Thema (8)
letzter Kommentar: 08.09.2012, 14:23 Uhr
- Karl schrieb am 08.09.2012, 14:23 Uhr:
- Der Typ ist so hohl, daß ich im das Recht auf freien Aufenthalt in unserer liberalen Gesellschaft für den Rest seines Lebens abspreche. Der wird auch nach 20 Jahren Zuchthaus nicht verstanden haben, was er falsch gemacht hat. Schon, wie zum Schluß nochmal das Wort erbeten hat. Ich (und Domian sicher auch) habe geglaubt, daß er sich bei dem Fußballer in aller Form noch entschuldigen wollte. Aber nein, er wollte nur "seine Kumpels" grüßen. Absolutes unterstes soziales Niveau. Der Staat muß uns vor solchem Gezumpels schützen.
- Scheng schrieb am 08.09.2012, 11:02 Uhr:
- Proletensport!
- Kenner schrieb am 08.09.2012, 02:56 Uhr:
- @Helmut: man muss nicht Vereinsmitglied sein oder einem Fanclub angehören. Man kann auch einfach sein Ding machen und sich eben nicht dieser duseligen Vereinsmeierei unterwerfen. Oder glauben sie, dass es die Gelsenszene, Borussenfront, Herthafrösche oder um nach England zu blicken die ICF, Headhunters etc, etc nötig gehabt hätten, bzw. haben, ihre Strukturen offen zu legen und am besten noch mit der Polizei und Fanbeauftragten zu reden, geschweige denn zu kooperieren? Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich mich gerade vor Holligans im Stadion nicht fürchten muss. Die haben ihre Gegner und das ist nicht der Normalfan. Kritischer ist die Polizei zu sehen, die permanent Leute provoziert und im Zweifelsfall mit ihrem unkontrollierten Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz die Verletztenzahl in die Höhe treibt.
- Lachhaft und nicht strafrelevant schrieb am 08.09.2012, 02:32 Uhr:
- Was wurde denn hier ausgemacht und bewiesen? Was für Hooligans waren denn am Werk? P. ist eine Person des öffentlichen Lebens und es gibt zig Anti....Merkel, Wulff, Schäuble und wie sie noch alle heißen Gruppen. Und diese Gruppen gibt es in Hinsicht auf die Volkstreter zu Recht. Wer im Rampenlicht steht, muss eben ein dickeres Fell haben, als der Normalverbraucher. Wie war noch die Kampagne von Schröder: der Dicke (die Birne) muss weg? Mobbing wird doch von den Politikern vorgemacht und die Herren Staatsanwälte sollte sich mal ganz bedeckt halten. Viele gute Juristen werden gerade dort weggeekelt, weil sie nicht in´s System passen. Unter Juristen, Behördenleitern und Beamten gilt immer noch: Staatsanwälte sind die Kavallerie der Justiz...schneidig, aber doof und seelenlos. Diese ganze Berichterstattung ist das Papier nicht wert
- Jan schrieb am 08.09.2012, 01:12 Uhr:
- @Ralf Erstmal ist eine Beteiligung des WDR bei der Ermittlung solcher Menschenjäger nichts ehrenrühriges, aber den WDR wird man gar nicht gebraucht haben. Der Typ war ja gegenüber Domian auskunftsfreudig gebug, um seinen Schriftwechsel mit dem Verein live auf dem Sender auszuplaudern - da musste der Verein ja nur kurz die eigenen Unterlagen durchblättern: das geht schneller, als beim WDR die Nummer zu erfragen und zurückzuverfolgen.
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