"Fußball-Zwillinge" kehren zurück: Das besondere Derby für Levels und van den Bergh
Tobias Levels und Johannes van den Bergh könnten zum Bundesliga-Derby am Samstag (26.01.2013) in Mönchengladbach mit dem Rad fahren, sie wohnen nicht weit vom Borussia-Park. Doch die "Fußball-Zwillinge" müssen den Umweg über Düsseldorf nehmen, sie tragen inzwischen das Fortuna-Trikot.

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Obenauf: Johannes van den Bergh geschultert von Tobias Levels
Levels und van den Bergh sind aber weit mehr als normale Mannschaftskollegen. Sie haben ihr halbes Leben gemeinsam bestritten, weit über den Fußball hinaus. Und sie setzen diesen Weg auch jetzt noch fort. Fast hätten die erstaunlichen Parallelen bereits bei der Geburt begonnen. Levels kam am 22. November 1986 auf die Welt, van den Bergh nur einen Tag früher. In der D-Jugend, also mit 14 Jahren, trafen sich die beiden Außenverteidiger erstmals auf dem Fußballplatz, da heuerten der Tönisvorster Levels und der Viersener van den Bergh bei Borussia Mönchengladbach an. Beide schafften in der Saison 2006/07 ihren ersten Einsatz bei den Profis - und inzwischen spielen beide für Fortuna Düsseldorf.
Häuser am Bökelberg gebaut

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Gemeinsam im Gladbach-Trikot: Tobias Levels (l.) und Johannes van den Bergh
"Wir haben eine Verbindung, die man nicht erklären kann. Er ist ein sehr ehrlicher Mensch, mit dem man sich austauschen und viel Spaß haben kann", sagt Levels über van den Bergh. Und van den Bergh scherzt: "Mein Berater hat ganz klar die Anweisung, dass ich nur da spiele, wo Tobias auch ist." Die beiden urlauben gemeinsam, meist auf Mallorca. Und inzwischen wohnen sie auch fast zusammen. Allerdings trotz ihrer aktuellen Arbeitsstelle nicht in Düsseldorf, sondern in Mönchengladbach. Dort haben die beiden auf dem Gelände des alten Bökelbergstadions, das bis zum Jahr 2004 die legendäre Heimstätte von Netzer, Vogts, Henyckes und Co. war, jeweils ein Haus gebaut, natürlich direkt nebeneinander.
"In Düsseldorf gelernt"
Nicht nur deshalb ist das Derby am Samstag für Levels und van den Bergh mehr als nur eins von 34 Saisonspielen. Bei beiden verlief der Abschied von ihrem alten Verein nicht ganz reibungslos. Van den Bergh musste sich 2009 mangels Perpektive einen neuen Klub suchen. Deshalb betont er jetzt auffallend deutlich: "Die Zeit in Gladbach hat mich geprägt, dort wurde ich zum Profi. Aber was ich jetzt bin, das habe ich in Düsseldorf gelernt." Bei der Fortuna ist er eine tragende Säule des Aufsteigers, der einzige Spieler, der keine echte Konkurrenz im Kader hat.
Wirklich abgehakt?
Auch Levels versucht, vor dem Wiedersehen mit Borussia nicht zu viele Emotionen hochkommen zu lassen. Er gibt zwar zu, dass es sich für ihn um "ein besonderes Spiel handelt. Es ist das erste Mal, dass ich dort in einem anderen Trikot auflaufe." Aber dann schiebt er gleich hinterher: "Ansonsten ist Gladbach für mich abgehakt." So eine Formulierung fällt des öfteren, wenn Spieler über ihren Ex-Verein sprechen. Aber bei Levels hat sie etwas zu bedeuten.
Wie er im Sommer 2011 bei der Borussia verabschiedet wurde, das hat ihn schwer mitgenommen. Levels war damals stellvertretender Kapitän der Mannschaft, er war seinem Klub auch in der Zweiten Liga treu geblieben, hatte beim Wiederaufstieg geholfen und stand bei den Fans für unbändigen Einsatzwillen und eine tadellose Berufsauffassung. Doch dann teilte ihm sein Trainer kurzerhand mit, dass er nicht mehr mit ihm plane. Levels musste sich gegen seinen Willen einen neuen Klub suchen.
"Zu viel Identifikation ist schwierig"
Auch diesen Trainer sieht Levels am Samstag wieder. Er sagt zwar, dass er "keinen Groll gegen Lucien Favre" hege. Aber er räumt ein: "Ich habe lange gebraucht, bis ich diese Erfahrung verarbeitet habe." Gelernt habe er aber aus diesem plötzlichen Abschied: "Zu viel Identifikation ist schwierig, sie tut keinem Spieler gut. Denn dann kann es sehr schmerzhaft werden."
Abbauen will er diesen Schmerz im Derby gegen Mönchengladbach ausschließlich auf sportlichem Wege. Levels kündigt an: "In diesen 90 Minuten denke ich nur daran, mit Fortuna Düsseldorf etwas Zählbares zu holen." Auch dieses Ziel hat er natürlich wieder mit seinem Freund, Nachbarn und Weggefährten Johannes van den Bergh gemeinsam.
Stand: 26.01.2013, 00.00 Uhr
Kommentare zum Thema (2)
letzter Kommentar: 26.01.2013, 16:33 Uhr
- URIEL schrieb am 26.01.2013, 16:33 Uhr:
- @WDR. D-Jugend? Mit 14 Jahren? Nach meinem Kenntnisstand verlässt man dann die C-Jugend und wechselt in die B-Jugend.
- Anonym schrieb am 26.01.2013, 10:46 Uhr:
- Auf gehts Tobi, auf gehts JoJo! Bis gleich in MG! 95 olé!!!
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