Gewalt im Fußball – Reaktionen der Nutzer: "Der DFB und die Vereine sollten beteiligt werden"
NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat das nationale Konzept zu Gewalt im Fußball vorgestellt. Wir haben nachgefragt, was unsere Leser zu Gewalt im Fußball denken und wie sie dagegen vorgehen würden.

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Wie lassen sich solche Szenen vermeiden?
"Gewalt im Fußball" - ein Thema, das die Gemüter erhitzt und für viele Debattensorgt. Mit Beginn der neuen Fußballsaison geht auch die Diskussion um die Stadiongewalt weiter. Wer soll die Polizeieinsätze bezahlen? Wie kann man Gewalt im Fußball eingrenzen? Wir tragen die Diskussion auf unserer Seite und in unseren sozialen Medien zusammen:
Beteiligung der Vereine
"Sollten die millionenschweren Vereine an den Polizeieinsatzkosten bei Spielen beteiligt werden? Oder bringen die Clubs dem Staat als Wirtschaftsfaktoren bereits genug Geld?" - war unsere Frage auf Facebook. Viele Nutzer sind der Meinung, dass Vereine unbedingt an den Kosten beteiligt werden sollen. Millionenumsätze werden häufig als Argument genannt: "Wenn millionen € für transfer und spieler da sind, können auch die einsatzkosten bezahlt werden!" (Guido Krämer, facebook) oder: "Die Vereine verdienen Millionen, die Spieler verdienen Millionen, für das drumherum (Tausende von Polizistenstunden, Sachbeschädigungen etc.) muss dann aber der Steuerzahler/Allgemeinheit aufkommen. Warum?" (No go, WDR.de)
Andere sähen eine Beteiligung der Vereine als eine Art Sanktion: "Obwohl selber Fußballfan ärgere ich mich auch seit Jahren über die hohen Kosten für unseren Staat im Rahmen der Schutzmassnahmen. Der DFB und die Vereine sollten daran beteiligt werden, dann würde sich am ehesten was ändern." (difix, WDR.de) Dabei machen weitere Kommentare darauf aufmerksam, dass gerade kleinere Vereine die Kosten von Polizeieinsätzen nicht selber tragen könnten: "Ich denke die großen Vereine sollten sicherlich an Kosten beteiligt werden, doch Gewalt findet […] auch in unteren Ligen statt, welche dafür nicht aufkommen können." (W.Diller, WDR.de)
Veranstalter und ihr Hausrecht

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Wer soll die Polizeieinsätze künftig bezahlen?
Ein Vorschlag ist, die Kosten auf die verschiedenen Stadionbereiche zu verteilen: "Innerhalb der Stadien sind meinem juristischen Verständnis zu Folge ganz klar die Vereine als Veranstalter gefordert und müssen die Kosten tragen. So wie es bei einem Konzert oder einer TV-Show auch der Fall wäre. Außerhalb der Stadien ist sicher die Polizei zuständig." (Bernd Niklas, Google +) Ein Rechtsanwalt macht darauf aufmerksam, dass häufig Hausverbote von der Polizei durchgesetzt würden, eine Verantwortung, die eigentlich die Vereine übernehmen müssten: "(Hausverbote) haben aber nun einmal zivilrechtlichen Charakter und unterfallen somit meines Erachtens den Aufgaben der Stadion-Security. Wenn hierzu zudem die Polizei herangezogen wird, stellt sich tatsächlich die Frage, warum dies kostenlos für den Verein sein soll." (Rechtsanwalt Düllberg aus Bochum, facebook)
Vergleich mit Polizeieinsätzen bei Dorffesten
NRW-Innenminister Ralf Jäger lehnt bislang die Kostenbeteiligung der Vereine von Polizeieinsätzen ab - da man sonst auch über Volksfeste und andere Großveranstaltungen nachdenken müsse. Das sehen einige Nutzer ähnlich: "dann müssten ab sofort alle veranstalter, egal von welchem konzert, volksfest oder was auch immer, wo polizei präsent ist, auch die kosten übernehmen" (Alex Ro, facebook), anderen genügt das Argument nicht: "'Bei Konzerten, Volksfesten oder was auch immer' ist der Polizeieinsatz wesentlich geringer und die Beamten nicht solchen Gefahren ausgesetzt." (Ralph Feyh, facebook). Von einigen Nutzern wird das manchmal zu harte Durchgreifen der Polizei angeprangert: "Was steigt sind einzig und allein die Verletztenzahlen auf Grund von unsachgemässem Pfefferspraygebrauch." (Anonym, WDR.de)
Reaktion auf Jäger
Insgesamt sind die Reaktionen auf das Konzept Jägers recht verhalten bis kritisch. Die Nutzer wünschen sich konkrete Pläne, so heißt es: "Ich seh noch kein Konzept. Vielleicht ist es noch nicht bekannt, oder nicht vollständig benannt, aber ein 'bundeseinheitliches' Vorgehen alleine kann's noch nicht sein." (Rhodan, WDR.de)

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Weniger Pyrotechnik durch gemischte Sitzplätze?
Es gibt einige Vorschläge zur Verbesserung der Stadionsicherheit. Eine Idee ist, alle Fans zusammen zu setzen: "Meine Forderung: Abschaffen der Trennung zwischen Heim- und Gästefans. Einführung von festen Platzkarten, wobei die Gästefans per Zufall zwischen die Heimfans gemischt werden. Und auch die Heimfans sollten zufällige Nachbarn auf den Plätzen haben." (As, WDR.de). Ein anderer Vorschlag ist, dass der Gastverein seine eigenen Ordner mitbringen solle: "die kennen meist die problemkinder. so wären auch die kosten bei demjenigen der sie verursacht." (1000zeichen…, WDR.de)
Ein Nutzer möchte rigoros Spiele abbrechen und die Heimmannschaft bestrafen: "Bei Einsatz von Pyrotechnik, Auschreitungen jeglicher Art, […] etc. bricht der Schiri das Spiel ab, das Spiel wird mit 5:0 verloren gegen die Heimmannschaft gewertet, egal, von welcher 'Seite' es zu den Störungen gekommen ist." (Fußball_fan, WDR.de)
Stand: 03.09.2012, 14.20 Uhr
Kommentare zum Thema (15)
letzter Kommentar: 05.09.2012, 06:42 Uhr
- Torcida schrieb am 05.09.2012, 06:42 Uhr:
- @ Public ...ich find die Stimmung in Südamerika gut, gucken Sie sich mal ein Spiel im "Maracana" an, das Feuerwerk, dass die Fans dabei veranstalten ist beeindruckend.
- Public schrieb am 04.09.2012, 14:15 Uhr:
- Wie immer wird nur blabla und heisse Luft bei den Beratungen herauskommen. Um harte Sanktionen für diese Gewalttäter zu beschließen und zu verantworten, hat in Deutschland niemand mehr genug Arsch in der Hose. Es wird sich kaum etwas ändern. Gebt den Tätern ein Gesicht und veröffentlicht die Fotos der Täter. Das würde in ihrem Umfeld Konsequenzen haben. Wenn wir erst Zustände wie in Südamerika haben, ist es viel zu spät.
- Scheng schrieb am 04.09.2012, 13:30 Uhr:
- Proletensport!
- ub schrieb am 04.09.2012, 12:51 Uhr:
- mir ist wirklich immer noch nicht klar warum man seit jahren solche leute nicht im griff hatt...wenn ich zu schnell fahr hatt die polizei immer gestochen scharfe bilder..sogar bei 120 oder 150 km/h..aber angeblich ist es nicht möglich eine vernünftige überwachungstechnik einzuführen..ich seh bei jedem fussballspiel hunderte von fotografen..und etliche fernsehkameras..und die holen dir auf 1000m den poppel aus der nase wenn es sein muss...und solche dinge kann sich die polizei oder die fussballvereine nicht anschaffen..???wer glaubt denn das...????ich versuch seit jahren herauszubekommen warum man da eigentlich kein echtes interesse hatt..solche randale zu unterbinden..weil mit nem bischen guten willen..wäre diese problem schon lange gelöst...
- Jürgen Auer schrieb am 04.09.2012, 12:22 Uhr:
- Lieber WDR, warum ist es nicht möglich über das Mobbing auf Facebook zu Antworten? Das gehört auch zur Gewalt gegen den Fussball. Aber es wird wohl daran liegen das WDR sehr gerne für Facebook wirbt, wie jeden Tag zu sehen und hören ist. Das allein ist schon eine Schande für euch, so langsam erreicht Ihr RTL.
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